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Aufgaben, Funktionen und Ämter von Frauen in den Religionsgemeinschaften der Region Basel

 

Seit Februar 2018 bis vorraussichtlich Juli 2019 läuft unser Projekt «Aufgaben, Funktionen und Ämter von Frauen in den Religionsgemeinschaften der Region Basel».

 

Kurzbeschrieb

Angesichts der sich stark diversifizierenden Religionslandschaft, wo Freikirchen, Migrationskirchen, muslimische oder alevitische Vereine an gesellschaftlicher Bedeutung zugenommen haben, soll der Gleichstellungspraxis in den Religionsgemeinschaften nachgegangen werden. Ziel des Projektes ist es, sowohl Zuständigkeiten und Amtsbefugnisse der Frauen zu untersuchen, als auch ihre Motivation, diese Positionen auszufüllen, in Erfahrung zu bringen. Anhand quantitativer und qualitativer Untersuchungen soll damit die Stellung der Frauen der in Basel-Stadt und Basel-Land ansässigen Religionsgemeinschaften dargestellt werden.

 

Ausgangspunkt

Gesellschaftlicher Hintergrund

Angesichts der starken Zunahme an Religionsgemeinschaften, die sich ausserhalb der öffentlich-rechtlichen Gemeinden gründen, drängen sich Fragen nach der Gleichstellung der Geschlechter in den jeweiligen Religionsgemeinschaften auf. Über das Mitwirken von Frauen in muslimischen, buddhistischen, alevitischen oder in der Vielzahl an neu entstandenen Freikirchen und Migrationsgemeinden ist die Wissenslücke gross. In den Kantonalkirchen sind Aufgabenverteilung und allgemeine Mitwirkungsmöglichkeiten der Frauen zwar besser dokumentiert, doch auch zwischen den einzelnen öffentlich-rechtlichen Gemeinschaften bestehen grosse Unterschiede, die untersucht werden sollen.

 

Akademisch-wissenschaftlicher Hintergrund

Der Zusammenhang zwischen Gleichstellung und Religion hat gemäss dem Nationalen Forschungsprogramms 58 (NFP 58) «Religionsgemeinschaften, Staaten und Gesellschaft» von 2011, in den letzten Jahren für die Schweizer Bevölkerung zunehmend an Bedeutung gewonnen.

Eine der NFP-Studien, «Religion, Geschlecht und Integration», belegt, dass die Religionsgemeinschaften sich fast ausnahmslos um die Gleichstellung der Geschlechter bemühen, die Resultate dieser Gleichstellungspraxis jedoch weit auseinanderklaffen. Nicht nur interreligiös, sondern auch intrareligiös und sogar innergemeindlich sehen Vorstellung und Umsetzung über die Mitwirkungsmöglichkeiten von Frauen sehr unterschiedlich aus.

 

INFOREL-Ausgangpunkt

Die meist aufgerufene Seite auf inforel.ch ist seit einigen Jahren ungebrochen «Die Frau im Islam». Diese wurde im Jahr 2016 rund 11.000 mal aufgerufen. Das grosse Interesse am Thema deutet auf den hohen Bedarf an diesbezüglichen Informationen hin und veranlasst uns dazu, die Fragestellungen zu vertiefen und weiterzuverfolgen. Ebenso die genannte inter- und intrareligiöse Heterogenität der einzelnen Gemeinden ist für INFOREL von massgeblicher Bedeutung und auf inforel.ch bereits breit dokumentiert. Anknüpfend an die oben geschilderte NFP-Studie möchte INFOREL dieser Diversität hinsichtlich der Frauenfrage nachgehen.

 

Ziel und Nutzen

Ziel dieses Projektes ist es, die Funktionen und Zuständigkeiten von Frauen in den einzelnen Gemeinden von Basel-Stadt und Basel-Land zu untersuchen. Damit soll der vorhandenen Auffassung, Glaubensgemeinschaften seien bis heute weit entfernt von Gendergerechtigkeit nachgegangen und dem Bedürfnis nach fachkundigen Auskünften nachgekommen werden.

Zum Einen dient die Untersuchung der Charakterisierung bestimmter Gemeinschaften in Bezug auf deren weiblichen Mitglieder. Neben dieser Aussensicht, soll auch eine Innensicht ermöglicht werden. So sollen Antworten darauf gefunden werden, inwiefern es für Frauen attraktiv ist, bestimmte Positionen auszufüllen. Zum Anderen kann über die Untersuchung allfälliger Optimierungsbedarf hinsichtlich der Gleichstellung im Religionsbereich im Allgemeinen und bei einzelnen Gemeinden im Speziellen, festgestellt werden.

Mit unseren Recherchen leisten wir Grundlagenarbeit. Diese Grundlageninformationen können sowohl gemeinnützige Institutionen als auch staatliche Fachstellen nutzen um Konzepte und Projekte im Bereich Integration und soziale Friedensförderung umzusetzen.

 

Zielpublikum

Nutzniesser des umgesetzten Projekts sind zum einen staatliche und akademische Einrichtungen, wie beispielsweise die kantonalen Integrationsfachstellen, das Sicherheitsdepartement und die theologische Fakultät der Universität Basel. Für diese Institutionen stellen wir mit unseren umfassenden Daten einen wertvollen Informationsdienst dar und sind ebenso wichtiger Vernetzungspartner. Zum anderen dient unsere Plattform den Religionsgemeinschaften und ihren aktiven Mitgliedern selbst. Über das Porträt ihrer Gemeinschaft erhalten sie eine differenzierte Aussensicht und werden damit Teil des Dokumentationsprozesses. Schliesslich wird unser Angebot in hohem Masse von der breiten Bevölkerung genutzt. Die Zugriffsquote von jährlich rund 150.000 Webseitenaufrufen bestätigt das Internet als wichtigstes Informationsmedium und INFOREL als viel genutzte Quelle.

 

 


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Aktualisiert: 25.04.2018

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