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Islam: Kalender

Der wöchentliche Feiertag

Der Freitag ist der Tag der Versammlung (Koran: 62,9). Das Freitagsgebet (Cuma) ist für Muslime der Hauptgottesdienst der Woche. Wer irgend kann, besucht ihn. Ein wichtiger Bestandteil ist die Predigt. Die Teilnahme am Freitagsgebet ist Pflicht für den männlichen Muslim ab der Pubertät. Das Freitagsgebet wird gemeinschaftlich in den Moscheen in der Zeitspanne des Mittagsgebetes abgehalten. Frauen beten meist daheim.

Ansonsten ist der Freitag kein Feiertag im Sinne des christlichen Sonntags, an dem nicht gearbeitet werden dürfte. Allerdings soll während der Zeit der Freitagspredigt und des Gebets kein Handel stattfinden, ebenso wenig andere Tätigkeiten.

 

Die Zeitrechnung

`Omar Ibn Al-Khattab, der zweite Kalif, führte die islamische Zeitrechnung ein. Sie basiert auf dem Mondjahr und beginnt mit dem Jahr der Auswanderung des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina; genauer gesagt mit dem Anfang des Mondjahres, in welchem die Auswanderung stattfand. Der 16. Juli 622 ist daher der erste Tag des ersten Jahres in der islamischen Zeitrechnung.

Weil das Mondjahr rund 11 Tage kürzer ist als das Sonnenjahr, wandern die Monate und damit auch die islamischen Feste durch das Kalenderjahr. Alle 33 Jahre beginnt der Zyklus wieder von vorne.

 

Sunniten und Schiiten

Sunniten bilden mit 85-90 % die Mehrheit der Muslime. Die grösste Minderheit sind die Schiiten, vor allem die so genannten Zwölferschiiten. Sunniten und Schiiten haben in den Hauptzügen einen ähnlichen Festkalender. Im Kalender sind die gemeinsamen Daten aufgeführt. Für die spezifisch schiitischen Feiern und Gedenktage sei auf die Seite «Schiiten: Kalender» verwiesen.

 

Der islamische Monat

Ein islamischer Monat beginnt immer mit der Sichtung der jüngsten Mondsichel (hilal). Besonders wichtig ist dies für den Fastenmonat Ramadan. Die Länge jedes Monats ist je nach Mondstellung 29 oder 30 Tage. Wann ist das richtige Datum? Darüber gibt es grosse Debatten: Während die einen noch fasten, begehen die Nachbarn schon das Fest.

Die Unterschiede bei der Datierung der islamischen Feste und des Ramadans in Deutschland (und wohl auch in der Schweiz) sind oft Anlass für Auseinandersetzungen.

 

Das islamische Jahr besteht aus zwölf Mondmonaten:

- Al-Muharram

- Safar

- Rabi`u-l-Awwal

- Rabi`u-l-Akhir

- Dschumada-l-Ula

- Dschumada-l-Akhira

- Radschab

- Scha`ban

- Ramadan

- Schawwal

- Dhu l-Qi`da

- Dhu l-Hiddscha.

 

Die Feste im Jahreslauf

Islamisches Neujahr

1. Muharram.

Die islamische Zeitrechnung beginnt mit dem Jahr der Auswanderung des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina; genauer gesagt mit dem Anfang des Mondjahres, in welchem die Auswanderung stattfand. Der 16. Juli 622 ist daher der erste Tag des ersten Jahres in der islamischen Zeitrechnung. Dieser Tag ist kein Fest, sondern ein Gedenktag.

 

Aschura

10. Muharram.

Aschura hat seit dem Propheten Noah eine besondere Stellung. Nach der Überlieferung soll an diesem Tag Noahs Arche auf den Berg Dschudi aufgelaufen sein.

Ausserdem soll an diesem Tag der Prophet Ibrahim geboren und Moses mit den Söhnen Israels der Unterdrückung des Pharaos entkommen sein

 

Maulid (Mevlid)

12. Rabi al-Awwal.

Geburtstag des Propheten Muhammad. Geburtstage haben in der islamischen Welt nicht dieselbe Bedeutung wie in Europa. Der Geburtstag des Propheten Muhammad spielt dennoch besonders im Volksglauben eine wichtige Rolle.

Maulid / Mevlit, Geburt des Propheten Muhammad (a.s.)

 

1. Radschab

Beginn der drei heiligen Monate Radschab, Scha'ban und Ramadan.

Die drei heiligen Monate

 

Lailat al-Miraj - Mi'rac Kandil

27./28. Radschab.

Die Nacht der Himmelfahrt (Lailat Al-Miradj) ist eine der heiligen Nächte im Islam. Gedenktag der nächtlichen Himmelsreise des Propheten Muhammad nach Jerusalem, wo er Abraham, Moses und Jesus traf.

Miradsch Kandil

 

Bera'at

15. Scha'ban.

In der "Nacht des Schuldenerlasses" bitten die Menschen Allah um Vergebung für ihre schlechten Taten. Jeder einzelne Mensch ist für seine Handlungen verantwortlich und muss dafür selbst vor Allah Rechenschaft ablegen.

 

Ramadan

1. Ramadan.

Anfang des Fastenmonats. Während des islamischen Monats Ramadan muss von allen gesunden Muslimen von Anbruch der Dämmerung bis Sonnenuntergang gefastet werden. Das heisst, es darf tagsüber nichts gegessen, nichts getrunken und nicht geraucht werden. Nach Sonnenuntergang wird gemeinsam das Fasten gebrochen und gemeinsam gegessen. Vor Fastenbeginn wird aufgestanden und nochmals gegessen.

«Fasten im Monat Ramadan [SIYÂM]»

 

Lailat-ul-Qadr, Kadir gecesi - Nacht der Macht

27. Ramadan (bzw. des 26., wenn der Ramadan nur 29 Tage hat)

In dieser Nacht hat Erzengel Gabriel dem Propheten Muhammad zum ersten Mal Teile des Koran offenbart.

Die Nacht der Macht (Lailat-ul-Qadr, Kadir gecesi)

 

'I'd al-fitr, Ramazan Bairami «Fest des Fastenbrechens»

1. Schawwal.

Das Ramadanfest wird am ersten Tag des Monats Schawwal gefeiert. Es dauert drei Tage, von denen wenigstens der erste Tag arbeits- und schulfrei ist. Irrtümlich wird das Fest auch «Zuckerfest» genannt, weil Süssigkeiten verteilt werden.

 

Id ul-Adha, Kurban Bairam, Opferfest

10. Dhu l-Hiddscha.

An ihm gedenken die Muslime Ibrahims (Abraham), der bereit war, seinen Sohn Ismail auf Geheiss Gottes zu opfern. Dieses Fest ist der höchste Feiertag im Islam und bildet Höhepunkt und Abschluss der Pilgerfahrt (Hajj) nach Mekka.

Kurban – das Schlachtopfer

 

Daten 2017:

1. Radschab: 29. März ♦ ♦

Lailat ul-Miraj - Mi rac Kandil: 24. April ♦ ♦ ♦

Bera'at Kandili: 12. Mai ♦ ♦ ♦

1. Ramadan: 26. Mai ♦ ♦ ♦

Lailat-ul-Qadr, Kadir gecesi: 22. Juni ♦ ♦ ♦

'Id ul-Fitr, Ramazan Bairami «Fest des Fastenbrechens»: 26. Juni ♦ ♦ ♦ ♦

'Id ul-Adha, Kurban Bairami, Opferfest: 1.-4. September ♦ ♦ ♦ ♦

Islamisches Neujahr: 21. September ♦ ♦

Aschura: 1. Oktober ♦ ♦

Maulid (Mevlid): 1. Dezember ♦ ♦ ♦

 

Daten 2018

1. Radschab: 18. März ♦ ♦

Lailat ul-Miraj - Mi rac Kandil: 13. April ♦ ♦ ♦

Bera'at Kandili: 30. April ♦ ♦ ♦

1. Ramadan: 16. Mai ♦ ♦ ♦

Lailat-ul-Qadr, Kadir gecesi: 11. Juni ♦ ♦ ♦

'Id ul-Fitr, Ramazan Bairami «Fest des Fastenbrechens»: 15.-17. Juni ♦ ♦ ♦ ♦

'Id ul-Adha, Kurban Bairami, Opferfest: 22.-25. August ♦ ♦ ♦ ♦

Islamisches Neujahr: 12. September ♦ ♦

Aschura: 21. September ♦ ♦

Maulid (Mevlid): 21. November ♦ ♦ ♦

 

Gewichtung

♦ ♦ ♦ ♦ = Sehr hoher Feiertag

♦ ♦ ♦ = Hoher Feiertag

♦ ♦ = Feiertag

= weiterer besonderer Tag

 

Literatur:

- Annemarie Schimmel: Das islamische Jahr. Zeiten und Feste. München, 2. Auflage 2002. (PB, 168 S.: mit 12 Abb.). ISBN: 978-3-406-47567-2

- Andreas Christmann, in: Religionen feiern. Feste und Feiertage religiöser Gemeinschaften in Deutschland. Hg. vom Religionswissenschaftlichen Medien- und Informationsdienst e. V. REMID. Marburg 1997, S. 104-131. (Vergriffen.)

- 25 Fragen zum Fasten im Ramadan. (Broschüre) Karslruhe, Cordoba Verlag. ISBN 3-930767-05-8.

 

Links:

Gedenktage und Ereignisse nach dem islamischen Mondkalender monatlich geordnet

 

Islamische Feiertage

 

Islamische Feiertage von 2012 - 2019

 

Islamisches Opferfest (Wikipedia)


[int.Nr.:i21e12]

Aktualisiert: 01.11.2017

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