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Freidenker

Freidenker

 

Bei den Freidenkern handelt es sich gemäss ihrem Selbstverständnis erklärtermassen um eine nicht-religiöse Gruppierung. Sie sind in unserer Aufstellung aufgeführt, weil Sinnsuche allgemein für sie Thema ist und sie sich mit weiteren Themenkreisen beschäftigen, die üblicherweise von religiösen Gruppen abgedeckt werden.

 

Kontakt

Freidenker Vereinigung der Schweiz, Geschäftsstelle, Postfach, 3001 Bern.

Telefon 031 371 65 67.

 

http://www.freidenker.ch

 

Geschichte

Die Freidenker-Bewegung ist in der Folge der sozialen Umwälzungen Ende des 18. Jahrhunderts (Aufklärung, französische Revolution) entstanden. In der Schweiz wandte sich der Freisinn Mitte des 19. Jahrhundert gegen den Klerus der römischen Amtskirche, die den Status quo stützte.

Manche, ob Freisinnige oder nicht, sagten sich im Zuge der freiheitlichen Strömungen von dieser Kirche los. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts, nach Erreichen der Schlüsselstellungen im neuen Bundesstaat, arrangierten sich die freisinnigen Leitfiguren mit dem römisch-katholischen Klerus.

Geistig heimatlos gewordene Freisinnige und Andere gründeten dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts an verschiedenen Orten in der Schweiz freigeistige Vereinigungen, unter anderem 1902 in Basel.

Im Basler Freidenker-Verein haben zu Beginn des Kalten Krieges (ab 1947 bis 1989) Spannungen unter den Mitgliedern wegen unterschiedlichen gesellschafts-politischen Ansichten zur Spaltung in 2 Vereine geführt: Freidenker-Union und Freidenker-Vereinigung. Seit mehr als 25 Jahren sind sie wieder im selben Dachverband und arbeiten heute wieder eng zusammen.

 

Lehre

Selbstdarstellung:

«Gedankengut

Mit der Aufforderung «Denken statt glauben» messen frei Denkende, als organisierte Gruppe «Freidenker» genannt, dem selbstverantwortlichen Denken, dem Vor-, Mit- und Nachdenken als Inbegriff individueller Tätigkeit, Vorrang vor jeder andern geistigen Leistung zu.

Denken, verstanden als Such- und Findeleistung, kann nur das Individuum, nicht das Kollektiv. Jede Denkleistung, ob vermittelt in Bild, Wort oder Schrift, ist immer nur Anregung, Ansporn, nie Befehl, Gesetz.

Frei Denkende anerkennen, dass die menschlichen Gemeinschaften sich Ordnungen und Gesetze schaffen müssen, um die in der Art angelegten Unvollkommen-heiten zu meistern, sich einen für alle lebenswerten Rahmen zu schaffen und ihre Gattung sowie die anderen Lebewesen und die Umwelt vor der Zügellosigkeit eigener Individuen zu schützen. Sie berufen sich dabei aber weder auf Tradition (Verklärung der Vergangenheit), noch auf Vorgaben aussersinnlicher Mächte (Götter, Teufel), vermittelt durch menschliche Boten.

Glauben als leicht zugängliche, wohlfeile Befriedigung des natürlichen menschlichen Hangs nach Gewissheit und Geborgenheit ist für frei Denkende kein ausreichender Grund, um die persönliche Sinnfrage nicht zu stellen, das individuelle Suchen nach Sinn oder das Anerkennen von Sinnlosigkeit sich verbieten zu lassen.

Jede Einengung des persönlichen Gedankengangs lehnen frei Denkende ab; insbesondere feste Lehrmeinungen (Dogmen und sogenannte Glaubenswahrheiten sowie letztgültige wissenschaftliche Lehrmeinungen), die nicht hinterfragt (d.h. unter anderem auf die Umstände ihrer Entstehung geprüft und dadurch dem Begreifen näher gebracht), sondern losgelöst von Zeit und Ort geglaubt werden müssen.

Es gibt für frei Denkende keinen Bereich, der nicht in seiner Existenz wie in seinem Sinn und Wirken hinterfragt werden kann und muss.

Frei Denkende maßen sich nicht an, mehr zu wissen als ihnen ihre Sinne und ihr Intellekt zu erkennen ermöglichen. Sie können Unerklärliches ohne Spekulation als solches stehen lassen.

Frei Denkende pflegen eine offene Diskussionskultur. Sie achten darauf, dass der Anspruch auf Gedanken- und Meinungsäusserungs-Freiheit nicht zum Privileg der Wortgewandtesten wird.

Sie unterstützen nach ihren Möglichkeiten unvoreingenommene Geschichtsforschung in all ihren Facetten ebenso wie die Aufarbeitung und Vertiefung des heute noch nicht zu Ende Gedachten sowie Vorstöße ins Noch-nicht-Gedachte.»

 

Organisation, Finanzen

Die Freidenker-Vereinigung der Schweiz (FVS) ist gemäss ihren Statuten als Verein konstituiert und gliedert sich in mehrere regionale Sektionen. (Basel: Freidenker-Vereinigung und Freidenker-Union)

Voraussetzung für eine Mitgliedschaft ist die Anerkennung der Statuten und Ziele sowohl der schweizerischen Vereinigung als auch der entsprechenden regionalen Sektion.

Die Freidenker-Vereinigung der Schweiz ist ihrerseits Mitglied der Weltunion der Freidenker (WUF) und der Internationalen Humanistischen und Ethischen Union (IHEU).

Die Mitgliederbeiträge betragen je nach Ortsgruppe 70.- - 100.- pro Jahr. Daraus wird pro Mitglied ein Zentralbeitrag sowie eine Abonnementsgebühr für die Zeitschrift "Freidenker" weitergeleitet. Hinzu kommen Spenden sowie allfällige Überschüsse aus gelegentlichen Veranstaltungen. Es gibt pro Gruppe und gesamtschweizerisch eine Jahresrechnung.

 

Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit

Für die unregelmässig stattfindenden Veranstaltungen beider Vereine werden jeweils Säle gemietet.

Eine Dienstleistung an der Öffentlichkeit sind die Krankenbesuche auch ausserhalb der Mitgliedschaft, die nur auf ausdrücklichen Wunsch erfolgen.

Für die Vorträge wird mittels Inseraten und Aushängen in der Stadt und in der Region eingeladen.

 

Zeitschrift

Freidenker, Monatsschrift der Freidenker-Vereinigung der Schweiz

 

[int.Nr.: i1027]

 

Aktualisiert: 20.9.2006

 

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