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Diakonissen-Mutterhaus St. Chrischona

 

Kontakt

Diakonissen-Mutterhaus St. Chrischona

Chrischonarain 135, 4126 Bettingen

Telefon 061 606 65 65 (Oberin Schw. Ursula Seebach)

Mail: info@dmh-chrischona.org

 

www.dmh-chrischona.org

 

Geschichte

Das Diakonissen-Mutterhaus St. Chrischona wurde 1925 als Zweig der Pilgermission gegründet, da sich die Absolventinnen der Bibelkurse «Im Haus zu den Bergen» ein eigenes Mutterhaus als Heim und Weiterbildungsstätte wünschten. Die Brüder der Pilgermission beobachteten in den Städten Bedürfnisse und Aufgaben, die sie kaum noch selber zu bewältigen vermochten. Deshalb baten sie darum, dass man im Mutterhaus eine Schule für Diakonissen einrichten möge.

Die Leitung hatte der damalige theologische Lehrer Walter Gutzke. Er stand mit seiner Frau dem Werk vor und orientierte sich an den bereits bestehenden Diakonissen-Mutterhäusern Kaiserswerther Prägung.

Jungen Frauen wurden auf diese Weise eine Ausbildung und Arbeit geboten und sie konnten eine Rolle innerhalb der Gesellschaft ausüben.

1928 wurde der «Chrischona-Schwesternverband e.V.» als deutscher Zweig in Lörrach gegründet.

1929 war die Schwesternzahl auf 100 angewachsen. Sie wurden im In- und Ausland vorwiegend in der Krankenpflege, in der Gemeindearbeit und in der äusseren Mission eingesetzt.

1952 wurde die erste Oberin eingesetzt. Im Laufe der Zeit belegte das Mutterhaus neben den eigenen Häusern auch Krankenhäuser, verschiedene Sanatorien und Alters- und Pflegheime mit Diakonissen.

1956 wurde die Haushaltungsschule für junge Mädchen eröffnet.

1985 wurde in Lörrach die Altenpflegeschule «Manoah» eröffnet.

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Zur Schwesternschaft zählen zurzeit 103 Diakonissen, davon stehen 10 Schwestern noch im Dienst und 90 Schwestern leben im Ruhestand (Feierabend). Die grösste Zahl von Eintritten junger Frauen verzeichnete das Mutterhaus in der Zeitspanne 1946-1961.

In der Altenpflegeschule Manoah werden derzeit ca. 80 Schülerinnen und Schüler unterrichtet.

 

Lehre und Ziele

Motto:

«D M H – Diakonisch Missionarisch Handeln in verbindender Gemeinschaft »

 

Die Heilige Schrift und der gemeinsame Glaube an Jesus Christus, den Retter und Erlöser der Welt, sind das geistliche Fundament.

Die Diakonissen leben nach den drei ‚evangelischen Räten‘ Anspruchslosigkeit, Ehelosigkeit, Sendungsprinzip.

Anspruchslosigkeit bedeutet anzuerkennen, dass wir vor Gott arm und bedürftig sind, und durch die Liebe zu Gott fähig zu sein, uns den Armen und Bedürftigen zuzuwenden und mit ihnen zu teilen. Die Diakonissen leben in Gütergemeinschaft mit gemeinsamer Kasse.

Die Diakonissen heiraten nicht, entsprechend Matth.19. Einige bleiben ehelos «um des Himmelreiches willen». Die Diakonissen teilen Freud und Leid miteinander und geben einander Geborgenheit und Rückhalt. Die Ehelosigkeit bedeutet auch, ganz für Gott offen und ihm allein verfügbar zu sein.

Das Sendungsprinzip - Gehorsam in mündiger Reinheit - bedeutet in erster Linie: hören auf Gott, sich seinem Ruf öffnen und ihm folgen. Nach Dietrich Bonhoeffer:

«Nur der Glaubende ist gehorsam und der Gehorsame glaubt.‘ Verantworteter Gehorsam verlangt Mitdenken und Mitsuchen.»

 

Zusammenarbeit

Das Diakonissen-Mutterhaus St. Chrischona gehört zur «Konferenz Schweizer Diakonissen-Mutterhäuser». In ihr sind 11 kirchliche, freikirchliche und Gemeinschafts-Mutterhäuser lose zusammengeschlossen. Der Verein «Diakonissen-Mutterhaus Deutschland» gehört zum Gnadauer Gemeinschaftsverband, zum «Bund Deutscher Gemeinschafts-Diakonissenhäuser» und ist Mitglied des Diakonischen Werkes.

Weltweit gib es ca. 70 ähnlich gestaltete Schwesternschaften.

An ökumenischen Anlässen wird teilgenommen, wenn dies als sinnvoll erachtet wird.

Die Beziehung zu Jesus Christus ist dabei ausschlaggebender als die Gruppenzugehörigkeit.

 

 

Organisation, Finanzen

Die Gemeinschaft besteht aus vier juristisch selbständigen Stiftungen in der Schweiz und Deutschland und einer GmbH. Zur Schwesternschaft zählen Diakonissen aus Deutschland, der Schweiz und dem Elsass. Die Leitung der Schwesternschaft obliegt der Oberin. Der durch die eingesegneten Diakonissen gewählte Diakonissenrat arbeitet als beratendes Organ der Oberin und vertritt ihr gegenüber die Schwesternschaft.

Die an dieser Lebensform interessierte Frau vollzieht unter einer inneren Berufung den Eintritt ins Diakonissen-Mutterhaus. Sie wird für eine eineinhalbjährige Vorprobezeit im Mutterhaus aufgenommen. Der Einkleidung folgen weitere Jahre der Probezeit. Nach insgesamt 9 Jahren wird die Schwester durch Einsegnung in einem öffentlichen Gottesdienst in die verbindliche Lebens-, Glaubens- und Dienstgemeinschaft der Diakonissen aufgenommen.

Je nach Begabung und Auftrag arbeiten die Diakonissen nach entsprechender Berufsausbildung in den verschiedensten Bereichen innerhalb der zum Mutterhaus gehörenden Einrichtungen (Verwaltung, Hauswirtschaft, Küche, Pflege, Garten, Schulen, u.a.), oder in einem Dienst im Auftrag Dritter (z.B. Mission, Gemeindearbeit, div. soziale Aufgaben, u.a.). Als Zeichen ihrer Zusammengehörigkeit und als Bekenntnis nach aussen, tragen die Diakonissen eine einheitliche Tracht.

Die Diakonissen leben in Gütergemeinschaft, wobei aber jede ein Taschengeld erhält. Das Mutterhaus kommt für die Lebenskosten der Diakonissen auf. Aus den Erträgen des Werkes sowie aus dem durch die Schwestern im Rahmen der Gütergemeinschaft erarbeiteten Geldbeträgen werden die Auslagen des Diakonissen-Mutterhauses und Löhne der freien Mitarbeitenden bezahlt. Die Finanzen werden von einer unabhängigen Rechnungsstelle geprüft.

 

Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit

Auf St. Chrischona befindet sich das Zentrum der Schwesterngemeinschaft, das Feierabend- und Pflegeheim St. Chrischona und einige zugeordnete Häuser, darunter das «Haus der Stille» mit der Kapelle.

 

- Gebete

In der Kapelle finden regelmässig Morgen- und Abendandachten statt, zu denen jeder willkommen ist.

 

- Bildung

Wie oben erwähnt, ist das Diakonissen-Mutterhaus Träger verschiedener Bildungsangebote.

Neben der Altenpflegeschule Manoah können Seminarräumlichkeiten und das «Haus der Stille» für Gruppen, die Tagungen, Klausurtage o. ä. durchführen wollen, gemietet werden.

 

- Begleitung

Neben dem Altenpflegeheim bietet das Werk verschiedene Betreuungs -und Wohnprojekte für Kinder und Jugendliche.

 

- Diakonie

Wie unter anderem oben beschrieben, bietet das Werk folgende sozial-diakonische Einrichtungen und Dienste:

- Alters- und Pflegeheime in St. Chrischona, Zürich und Lörrach

- Begleitetes Wohnen in Riehen

- Das «Lydiaheim» für Studentinnen und berufstätige junge Frauen in Zürich.

- Gemeindekrankenpflege, Gemeinschafts- und Kinderarbeit, Arbeit mit Suchtkranken.

 

- Seelsorge

Die Seelsorge ist für alle Menschen gedacht, die diesen Dienst wünschen.

Die Schwestern führen regelmässige persönliche Gespräche mit der Oberin.

 

Öffentlichkeitsarbeit findet durch Kontakte mit Aussenstehenden in den verschiedenen Arbeitsbereichen statt.

Des Weiteren werden Rundbriefe an Schwestern und Freunde des Werkes und eine Broschüre mit Jahresbericht verschickt.

Auf christlichen Tagungen und Kongressen werden oft Ausstellungswände aufgestellt.

 

Literatur, Zeitschrift

Theophil Stöckle: «Die Mutterhaus-Diakonie hat Zukunft!», Briefe über Auftrag und Lebensform der Diakonissen, Hänssler-Verlag Neuhausen/Stuttgart, 1998

 

Das Werk veröffentlicht einen Rundbrief und einen Jahresbericht.


[int.Nr.:i1040]

Aktualisiert: 07.04.2015

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