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Bosnisch Islamische Gemeinschaft Basel

Bosnische Muslime treffen sich zu den islamischen Gebeten und zu Sozialkontakten.

 

Die Gemeinschaft ist nach Muttenz umgezogen. Das Vereinslokal wird umgebaut und ist vorrübergehend geschlossen.

 

Kontakt

Islamische Gemeinschaft Bosniens, Dzemat Basel

Kleinhüningerstrasse 55, 4057 Basel

Tel. 061 361 10 06

Mail: dzemat.basel@bluewin.ch

 

www.dzematbasel.ch (Nur in bosnischer Sprache)

 

Geschichte

Der Verein wurde im Dezember 1993 von etwa 60 Bosniern (meist Flüchtlingen) an der Malzgasse 18 in Basel (später im St. Johann) gegründet.

Bosnische Kulturzentren haben vor allem eine soziale Funktion und dienen den Bosniern zur Pflege ihrer Kultur, der Sozialkontakte, der Unterhaltung und der Ausübung des islamischen Glaubens. Neuankömmlingen (insbesondere Flüchtlingen) bieten sie eine erste Anlaufstelle und Vermittlung von Dolmetscherdiensten.

Der Verein ist ein Treffpunkt für alle Altersgruppen, Mütter mit ihren Kindern und Jugendlichen.

Die Bosnier im Allgemeinen und die bosnischen Muslime im Speziellen sehen ihr Zentrum auch als humanitäre Aufgabe. Jeder Extremismus wird abgelehnt. Nach dem Mord in Luxor sandten sie ein Beileidstelegramm an die Behörden in Bern und Basel.

Durch den starken Rückgang der Flüchtlinge und Wegzug weiterer Bosnier konnten die Lokale in Basel und Liestal nicht mehr gehalten werden. 1999 genoss die Bosnisch Islamische Gemeinschaft, Dzemat Basel für einige Monate Gastrecht beim Türkisch Islamischen Sozial und Kultur Verein / Fetih Moschee, bis sie ein eigenes, viel kleineres Lokal an der Gempenstrasse beziehen konnten.

Seit 2009 sind sie im jetzigen Lokal an der Kleinhüningerstrasse 55.

 

2009 wurde erstmals eine Frau in den Vorstand gewählt: Mirsada Voser. Nach dem Umzug an die Kleinhüningerstrasse gründete sie die Frauensektion «Bosanka», dessen ehrenamtliche Präsidentin sie immer noch ist. Es folgten ab dem Umzug an die Kleinhüningerstrasse regelmässige Frauentreffen.

Der Verein zählt derzeit 350 Aktivmitglieder, wovon Frauen und Männer jeweils ungefähr die Hälfte ausmachen. Viele der älteren Flüchtlinge kehrten wieder in die Heimat zurück.

Die Moschee wird insbesondere für die Gebete auch von anderen Muslimen besucht, die in der Nähe wohnen. So zählt die Gemeinschaft zeitweise insgesamt um die 1000 Einzelpersonen, inklusive Kinder und Jugendliche der Mitgliederfamilien.

An den Frauentreffen nehmen nur Frauen ab 14 Jahren (ausgenommen Kleinkinder) teil.

 

Lehre und Ziele

Die Mitglieder sind grösstenteils hanafitische Sunniten.

Die Islamische Gemeinschaft Bosniens, Dzemat Basel arbeitet mit der Schweizerischen Islamischen Gemeinschaft, muslimischen Kooperationen auf Bundesebene und allen Bosnischen Gemeinschaften auf lokaler Ebene zusammen. Sie ist ausserdem Mitglied der Basler Muslim Kommission (BMK).

Der Verein ist offen gegenüber anderen Bekenntnissen und beteiligt sich unter anderem am «Runden Tisch der Religionen beider Basel».

Zusammenarbeitsprojekte finden auch mit Iras Cotis, GGG und dem K5 Basler Kurszentrum statt.

Der Frauenverein pflegt darüber hinaus Kontakt zu anderen bosnischen Vereinen und organisiert regelmässig gemeinsame Treffen. Eine Vernetzung mit anderen islamischen Frauengruppen ist geplant.

 

Organisation, Finanzen

Die Islamische Gemeinschaft Bosniens, Dzemat Basel ist als Verein organisiert.

Der Imam ist Vollzeit angestellt, alle anderen Vorstandsmitglieder sind ehrenamtlich tätig.

Der Frauenvorstand «Bosanka» ist eine Sektion des Vereins.

 

Die Mitgliedschaft steht allen offen. Allerdings sollte man die bosnische Sprache beherrschen, da sehr wenig auf Deutsch übersetzt wird.

Die Mitglieder der Islamischen Gemeinschaft Bosniens, Dzemat Basel bezahlen einen festen Beitrag (nach Einkommen berechnet) zur Finanzierung des Imam und der Lokalmiete wie auch für andere Ausgaben (Anlässe, Neuanschaffungen etc.).

Nach dem Freitagsgebet wird zusätzlich häufig ein Spendenaufruf für spezifische Anliegen gemacht.

Das Geld wird vom Vorstand (Kassier und Revisor) zentral verwaltet.

 

Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit

Die Islamische Gemeinschaft Bosniens, Dzemat Basel ist in einem ehemaligen Ladenlokal an der Kleinhüningerstrasse 55 eingemietet.

Im Erdgeschoss befindet sich ein grosser Aufenthaltsraum mit Tischen und Stühlen, ein Anschlagbrett mit aktuellen Informationen (auf Bosnisch) und einer Auflistung der monatlichen Mitgliederbeiträge, eine Küche, eine kunstvoll gestaltete Spielecke für Kinder, ein Billardtisch und weitere Spielmöglichkeiten. Hinter der Kinderecke ist ein Büro und Sitzungszimmer eingerichtet. Gegenüberliegend befindet sich ein länglicher, kleiner Gebetsraum. Es sind keine spezifischen Frauenräume vorhanden. Alle Räumlichkeiten im Erdgeschoss werden gemeinsam genutzt, inklusive der Gebetsraum.

Im Untergeschoss sind getrennte Waschräume und Toiletten für Frauen und Männer eingerichtet.

Für bestimmte Veranstaltungen werden externe Räume gemietet, wie beispielsweise für wöchentliche Treffen der Frauengruppe zum Tanzen.

 

Die Gemeinschaft sucht derzeit nach einem neuen, grösseren Lokal zum kaufen. Bevorzugt werden Räumlichkeiten in einem Industriegebiet ausserhalb der Stadt Basel.

Die Moschee ist für alle Besucher von Mittwoch bis Sonntag zu den Gebetszeiten geöffnet (montags und dienstags bleibt sie aufgrund der dienstfreien Tage des Imam geschlossen). Bei längerer Abwesenheit des Imam wird eine Vertretung organisiert.

Nach dem Freitagsgebet gibt es jeweils eine Predigt in bosnischer Sprache, in der oftmals aktuelle Themen aus den Medien aufgegriffen werden.

 

- Religionsunterricht

Der Verein bietet Koranschule und islamischen Religionsunterricht für Erwachsene und Kinder an. Gelegentlich wird an den Wochenenden eine so genannte «Tribüne» mit Vorträgen, Gesprächen mit geladenen Gästen und Filmpräsentationen veranstaltet.

 

- Frauenorganisation

Die Frauen der Islamischen Gemeinschaft Bosniens, Dzemat Basel sind besonders engagiert. Sie helfen bei verschiedenen Anlässen im Verein, wie religiöse Festivitäten.

Regelmässig am ersten Sonntag im Monat, von 16.00 bis 19.00 Uhr, trifft sich eine Gruppe von rund 60 bis 80 Frauen im Vereinslokal.

Die Ehefrau des Imams hält einen Vortrag zu religiösen Themen nach Wahl der Frauen (Erziehung der Kinder, Kleider, gutes Benehmen, etc.), teilweise im Beisein des Imam, zu einem religiöses Thema (z.B. Hajj nach Mekka, Islam und Erziehung). Bei anderen Themen werden Gäste eingeladen (z.B. Ärztinnen/Gynäkologinnen oder Versicherungsfachpersonen). Anschliessend folgt eine Diskussion oder ein Workshop. Im Zentrum des Treffens steht der Austausch unter Frauen und das gemeinsame Singen und Tanzen nach dem offiziellen Teil. Die Themen werden zu Jahresbeginn gesammelt. Andere Wünsche zu aktuellen Themen werden auch spontan in das Programm aufgenommen.

Eine Gruppe von Frauen trifft sich wöchentlich in externen Räumen zum Tanz (bosnische Folkloretänze, orientalischer Tanz).

Während des Ramadans finden 1-2 organisierte Fastenbrechen für Frauen im Verein statt. «Die Männer bedienen die Frauen und kümmern sich um ihr Wohl.»

Die Frauen organisieren auch Tagesreisen für rund 50 CHF pro Person.

Des Weiteren werden regelmässig «edukative Reisen» durchgeführt (z.B. Istanbul, Luzern, Genf, Insel Meinau, Paris).

Deutschkurse finden aufgrund der knappen Zeitressourcen zurzeit nicht statt, werden allerdings bei Nachfrage wieder angeboten.

 

Die Jugendlichen treffen sich regelmässig zum Folkloretanz. Auftritte der Folkloregruppe finden meist sonntags und an verschiedenen kulturellen Anlässen statt.

Des Weiteren spielen einige in dem vom Verein gegründeten Fussballclub «Bosna».

 

Die Islamische Gemeinschaft Bosniens, Dzemat Basel organisiert bosnischen Unterricht für Schülerinnen und Schüler (Geografie, Geschichte, Sprachen etc.). Der Unterricht findet samstags in den Schulräumen in Sissach und im Leonhardsschulhaus statt. Der Verein empfiehlt den Eltern, ihre Kinder ergänzend in diesen Unterricht zu schicken.

 

Die Männer sind innerhalb des Vereins weniger aktiv als die Frauen. Zwischen den Gebetszeiten treffen sie sich häufig zu Gesprächen und zum Schachspielen.

 

Diverse Veranstaltungstermine werden auf der Homepage bekannt gegeben.

Termini

Auch ohne bosnische Sprachkenntnisse gewinnt man einen Einblick in die vielfältigen Angebote des Vereins: Galerija (Fotogalerie)

 

Wenn Mitglieder Probleme haben oder in Not sind, werden sie soweit möglich von anderen Mitgliedern auf freiwilliger Basis unterstützt. Ansonsten wird unter anderem auf die GGG Ausländerberatung hingewiesen.

 

Die Frauenorganisation stellt bei jedem Treffen ein «Kässeli» bereit. Dieses sowie das bei Kuchenverkaufsaktionen gesammelte Geld wird bedürftigen Personen oder Familien in Bosnien oder für andere wohltätige Zwecke gespendet.

Für die Seelsorge ist der Imam Avdija Fatic zuständig. Er macht auf Wunsch auch Familienbesuche.

Für Frauen übernehmen die Frau des Imam und die Frau des ehemaligen Imam eine ergänzende Rolle.

Im Vereinslokal gibt es eine Bibliothek (durch die Jugendlichen organisiert) und eine Buchhandlung für alle.

 

Die Schweizer Vereinigung der bosnisch-islamischen Zentren hat einen Leichenwagen gekauft, der bei Bedarf auf Basis der Unkostenbeteiligung zur Verfügung steht. Es kann eine interne Versicherung abgeschlossen werden, welche diese Kosten deckt. Zudem besteht die Möglichkeit, das Geld vorübergehend zinslos zu leihen.

Jegliche Informationen werden auf der eigenen Webseite und auf Facebook publiziert, per Email, SMS oder Telefon weitergeleitet sowie am Anschlagbrett im Aufenthaltsraum platziert.

Für spezielle Anlässe werden Plakate aufgehängt und Flyer verteilt, selten jedoch öffentlich gemacht. Da die meisten Angebote fast ausschliesslich auf Bosnisch stattfinden, sind sie für andere Muslime weniger geeignet.

 

[int.Nr.: i1054]

 

Aktualisiert: 14.5.2013

 

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