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OT , Offene Tür, Christlicher Verein für Lebenshilfe

 

Kontakt

Christlicher Verein für Lebenshilfe, Moosrain, Chrischonaweg 52, 4125 Riehen.

Telefon 061 605 90 03

 

www.offenetuer.ch

 

Geschichte

Ende der dreissiger Jahre erlebten Rahel und Richard Sallmann in der Oxford-Bewegung eine tiefgreifende Hinwendung zum Glauben. Sie lernten drei vorbestrafte junge Männer kennen und damit die schwierige Situation von Strafentlassenen in der damaligen Zeit. Sie verkauften ihr Haus in Bottmingen und gründeten 1941 den Sonnenhof bei Gelterkinden als Heimstätte für strafentlassene Männer. Bis 1953 lebten dort etwa 180 Strafentlassene für einige Zeit mit dem Ehepaar Sallmann zusammen.

1954 ging das Haus in andere Hände über. Im gleichen Jahr wurde in Basel der Verein «Offene Tür» gegründet.

1956 entstand in einem Haus an der Klybeckstrasse ein Übergangsheim.

1956–1961 übernahm der Verein Vormundschaften und Schutzaufsichten und begann mit Gefängnisbesuchen. Im Heim lebten jeweils acht bis neun Entlassene.

1961 wurde ein Fürsorger eingestellt und das Haus (Sonnenheim) an der Davidsbodenstrasse 54 gekauft. Um der Praxis des Kantonsverweises entgegenzuwirken, wurden 1965 in Binningen ein Haus gekauft. Der Kantonsverweis wurde in den folgenden fünf Jahren in Basel und anderen Kantonen abgeschafft. Von 1965 bis in die siebziger Jahre übernahm der Verein eine grosse Zahl von Schuldensanierungen (für ca. 200 000 Franken), bis andere Sanierungshilfen (wie Neustart) entstanden. In den sechziger Jahren entstand auch eine Beratungsstelle und der Verein betreute Angehörige und Familien, bis auch für diese Aufgaben andere Hilfsmöglichkeiten entstanden. In den siebziger Jahren kam es zu vermehrten Kontakten mit anderen Organisationen, die sich um Gefangene und Entlassene kümmerten. Ab 1976 organisierte der Verein monatliche Treffen für Angehörige, ein Jahr später wurde das Sonnenheim als Haus, das Gefangene in Halbfreiheit aufnehmen kann, anerkannt. 1980 übernahm Pfarrer Christoph Meister mit seiner Familie die Leitung von OT. Anfang der achtziger Jahre kam es zu vermehrter Öffentlichkeitsarbeit.

1983 beschloss OT das Fischerhus in Riehen zu mieten und dort eine Lebens- und Therapiegemeinschaft für verurteilte Drogenabhängige, Straffällige und Entlassene auf verbindlicher Glaubensbasis einzurichten. Ein Jahr später wurde das Fischerhus in Riehen unter der Leitung von Pfr. Christoph Meister und dem Schreinermeister Ernst Kipfer und ihren Familien eröffnet.

In der Regel befinden sich etwa zwölf Männer in der Therapie. Bis heute haben etwa 40 Männer einen Entzug und eine ein- bis mehrjährige Therapie in der OT durchlaufen.

Die Drogenentzugsstation Sunnehus schloss vor Weihnachten 2002 seine Tore und stellte seine Tätigkeit als Drogenentzugsstation ein.

 

Geschichte

Jubiläumsbroschüre 50 Jahre Verein OT

In der Regel befinden sich etwa zwölf Männer in der Therapie. Bis heute haben etwa 40 Männer einen Entzug und eine ein- bis mehrjährige Therapie in der OT durchlaufen.

 

Lehre und Ziele

Selbstdarstellung:

«Der Verein Offene Tür ist eine christlich geprägte Institution. Einblick gibt das Leitbild vom Februar 2013.

 

- 1. Warum / Auftrag

„Was unsere moderne Gesellschaft am meisten braucht, sind heilsame Lebensräume – Lebensräume, in welchen Gottes Gegenwart erfahren werden kann.“

In Anlehnung an Dr. Lawrence J. Crabb

- 2. Was / Vision

Unsere Häuser, Wohngemeinschaften, Treffpunkte und Werkstätten sind heilsame Lebensräume für alle Menschen – seien sie stark oder schwach, krank oder gesund. Im Lebensstil orientieren wir uns an der Bibel und schaffen durch unser Reden und Handeln Raum für das Wirken Gottes.

Unsere Angebote haben Modellcharakter und werden einer breiten Öffentlichkeit und in Fachkreisen bekannt gemacht. Wir arbeiten bewusst an der Multiplikation unserer Konzepte und sind offen für Kontakte zu den unterschiedlichsten Einzelpersonen, Gruppen und Werken.

- 3. Wie / Anwendungen

• Wir fördern Gemeinschaft und leben soziale Integration, indem wir einander im Alltag begleiten, unterstützen und helfen.

• Wir begegnen einander mit Wertschätzung und Respekt, orientieren uns an der Nächstenliebe und wenden uns bei Konflikten - falls von einer Partei gewünscht – an Vermittlungspersonen.

• Wir nehmen die Bedürfnisse der Menschen unserer Gesellschaft wahr, agieren im Hören auf Gott und passen unser Angebot entsprechend an.

• Unsere angestellten Mitarbeiter/innen erbringen ihre Leistungen in hoher fachlicher Qualität.

• Wir unterstützen ehrenamtliche Diakonie und fördern die menschlichen und fachlichen Qualitäten unserer ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen.

• Wir setzen unsere finanziellen Mittel nach ökonomischen Prinzipien verantwortungsvoll ein.

• Wir verstehen uns als Teil der christlichen Kirchen, Gemeinschaften und diakonischen Werke und arbeiten konstruktiv und transparent mit dem Staat, der Kirche – seien es Landeskirchen oder Glaubensgemeinschaften – und weiteren Institutionen zusammen.

• Wir bekennen uns zum apostolischen Glaubensbekenntnis

 

OT arbeitet sowohl mit Freikirchen wie mit der Landeskirche und der katholischen Kirche zusammen, und zwar nicht nur wenn es um Drogen geht, sondern auch z.B. wenn sie von einer Gemeinde eingeladen wird, um dort zu singen etc.

Das Fischerhuus und das Sunnehuus sind Mitglied bei der «ACL - Arbeitsgemeinschaft christlicher Lebenshilfen» und bei der Evangelischen Allianz Riehen-Bettingen.

 

Organisation, Finanzen

Die Offene Tür ist als Verein organisiert und wird zudem von einem Freundeskreis unterstützt. Daneben gibt es noch eine Stiftung.

Statuten der Offenen Tür

 

Bedingung für die Teilnahme an einer Therapie im Fischerhus ist der Verzicht auf Suchtmittel jeder Art.

Die Einnahmen bestehen aus:

* den Mitgliederbeiträgen

* Zuwendungen Dritter (Gönner)

* Legate und Schenkungen

* Kollekten von Kirchgemeinden

* Erträge aus eigenen Veranstaltungen (z.B. Bazar) oder eigenen wirtschaftlichen Tätigkeiten

* Entgelte für Dienstleistungen

* Subventionen

→ Artikel 7 der Statuten

 

Im Frühjahr erscheint jeweils der Jahresbericht mit integrierter Jahresrechnung.

 

Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit

Das Haus, in dem sich die Entzugsstation befindet, gehört der Stiftung, dazu kommen noch mehrere gemietete Häuser. Im Fischerhus befinden sich die Zimmer der Therapieteilnehmer, eine grosse Küche, Gemeinschaftsräume, Büros etc. Dazu kommen in anderen Gebäuden die verschiedenen Werkstätten, ein Laden usw.

Das Haus an der Davidsbodenstrasse 54 gehört zwar ebenfalls der Stiftung, darin befindet sich aber eine Frauen-Wohngemeinschaft, die nichts mit der Offenen Tür zu tun hat.

Arbeitszweige:

- Christlicher Jugendtreff Go-in

- Sechs Diakonische Hausgemeinschaften (Ensemble im Moosrain, Sunnehus, Schärme, Läbeshus, Vis-à-vis, Fischerhus)

- Fachstelle Gemeinschaftliches Leben

- Schreinerei mit diakonischer Dimension

Arbeitszweige und ihre Ziele

 

Zum Angebot der Hausgemeinschaften gehört ein monatlicher öffentlicher Gottesdienst am Freitagabend im Gemeinschaftshaus Moosrain oder im Fischerhus. Am Samstag vor dem ersten Advent findet im Meierhof jeweils ein Bazar statt, am Vorabend ein Dank-Gottesdienst in der Dorfkirche Riehen.

Gassenarbeit mit Drogensüchtigen durch die 'Gassenfischer', um Kontakte herzustellen und zu erhalten.

Ein Mitarbeiter betreut Gefangene, er ist nicht nur Mitglied in der OT, sondern auch in der «Prison Fellowship Switzerland», einem Zweig einer amerikanischen Organisation, die sich besonders um Gefängnisinsassen kümmert.

Jedem Teilnehmer an der Therapie wird ein Seelsorger zugeteilt, der sich regelmässig um ihn kümmert. Daneben gibt es Seelsorge auch bei Bedarf. Die Seelsorger haben ursprünglich verschiedene Ausbildungen (theologisch, als Sozialarbeiter, aber auch in praktischen Berufen), sie verfügen über viel Erfahrung und werden zudem in Kursen weitergebildet. Während der Therapie werden Konflikte auch in den vielen Gruppengesprächen gelöst.

Die Mitarbeiter unterstützen sich gegenseitig, suchen aber u.U. auch seelsorgerliche Hilfe für sich selbst ausserhalb.

Auf Anfrage besuchen ehemalige Drogensüchtige Schulen, Konfirmationsklassen etc., um von ihrer Lebenserfahrung zu berichten. Solche Präventiveinsätze finden fast jede Woche statt.

Die Betriebe Schreinerei und Gartenbau nehmen Aufträge an.

Gassenarbeit, Präventionsarbeit, Lädeli in Riehen, Vorträge z.B. an Konferenzen, Berichte in Zeitungen.

 

Literatur, Zeitschrift

Thomas und Irene Widmer zusammen mit Astrid Eichler: Es gibt etwas Anderes. Gemeinschaftliches Leben für Singles und Familien, SCM R. Brockhaus, Witten 2010.

 

PDF-Texte zum Downloaden

Vierteljährlich erscheinen die OT-News

 

[int.Nr.: i1141]

 

Aktualisiert: 30.5.2013

 

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www.inforel.ch/i1141.html

 

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