inforel
Differenzierte und unabhängige Information über Religionen und Weltanschauungen in der Region Basel

Menschenfreundliches Werk / Menschenfreundliche Gesellschaft

 

Kontakt

Menschenfreundliches Werk, M. Gerber, Göschenenstrasse 13, 4054 Basel.

Telefon 061 301 55 58.

Menschenfreundliche Gesellschaft, Le Château, 1236 Cartigny

Telefon 022-756 12 08

 

 

Geschichte

F.L. Alexander Freytag (1870-1947) war von 1898 bis 1920 Mitglied der Zeugen Jehovas, deren Büro in Genf er zeitweise leitete. Als 1914 nicht wie von den Zeugen Jehovas angekündigt das Tausendjährige Reich anbrach, betonte Freytag die persönliche Heilung; dies führte 1920 zum Bruch mit der Organisation. Er schrieb die Bücher "Die Göttliche Offenbarung", "Die Botschaft an die Menschheit", "Das ewige Leben" sowie verschiedene Broschüren. 1919 gründete er die Menschenfreundliche Gesellschaft. Für die «Menschenfreunde» gilt er als der «Sendbote» und «Engel des Herrn». Für die Menschenfreundliche Gesellschaft gilt Freytag als «Prophet am Ende der Zeiten». Seine Schriften sind der Bibel zumindest gleichgestellt.

Die Menschenfreundliche Gesellschaft versuchte auf verschiedenen Versuchsstationen, ein altruistisch-gemeinschaftliches Leben zu verwirklichen und damit das angekündigte Reich Gottes einzuüben. Heute gibt es weltweit etwa ein Dutzend solcher Stationen.

Ca. 40 Mitglieder in der Region Basel, vorwiegend ältere Leute. Weltweit ca. 20‘000.

 

Lehre

Freytag übernahm Vorstellungen vom Gründer der Zeugen Jehovas, Charles Taze Russell, die er mit eigenen, teilweise naturphilosophischen Ideen verband. Zentral ist die Idee des ‚Weltallgesetzes‘, d.h. das Gesetz der Nächstenliebe, dass Gott den Menschen gegeben habe. Wer dieses Gesetz einhält, kann das Heil erreichen. Die "Menschenfreunde" sollen durch die Nächstenliebe helfen, das Reich Gottes auf Erden aufzubauen. Weiter glaubte Freytag, dass Gott keinen Grund mehr habe, jemanden mit dem Tod zu strafen, der die Sünde meide und nach Christi Gebot zu leben.

Einige Punkte aus der Lehre Freytags:

- Der gefallene Cherub ist der Teufel als Feind des Menschen und Oberhaupt der falschen Religionen ohne Nächstenliebe.

- Nach dem Wiederkommen Christi entsteht ein neuer Himmel und eine neue Erde (Freytag gibt teilweise recht konkrete Angaben, wie das Leben dann sein wird, mit Familien, die gemeinsam das Land bebauen etc.).

- Der Mensch ist eigentlich für ein ewiges Leben erschaffen. Das moralische Verhalten wirkt sich auf die Gesundheit des Körpers aus, die Nächstenliebe bringt ein längeres Leben.

- Die Offenbarung des Johannes ist sehr wichtig. Freytag gibt in seinen Büchern eine Deutung der Heilsgeschichte.

- Die Seele ist sterblich, die Lehre von der ewigen Qual ist falsch und dämonisch.

- Zum Reich Gottes gehören die «kleine Herde» von 144‘000 und ein weiterer Kreis der «Armee des Allmächtigen».

Die Menschenfreundliche Gesellschaft ist pazifistisch und vegetarisch.

Es gibt keine Verbindung zu anderen Religionsgemeinschaften.

 

Organisation, Finanzen

Zentrum der Gemeinschaft ist das Philanthropische Werk in Cartigny bei Genf. Frauen können ebenso wie Männer predigen und eine Gemeinde leiten.

Die Menschenfreundliche Gesellschaft anerkennt nur die von ihr vollzogene Taufe.

(Über die Finanzen erhielt die Redaktion keine Auskünfte)

 

Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit

Das Versammlungslokal befindet sich in einem Wohnhaus an der Göschenenstrasse 13.

Gottesdienste Sonntags 9.00

 

"Versuchsstationen" in denen Menschen auf altruistischer Grundlage zusammenwohnen.

Gelegentlich wird missioniert an den Haustüren.

 

Literatur, Zeitschrift

Bücher von F.L.A. Freytag:

- Die göttliche Offenbarung, Die sieben Geister Gottes

- Die Botschaft an die Menschheit, Das Gedenkbuch

Der Anzeiger des Reiches der Gerechtigkeit

Der Bote des Reiches Gottes

Engel des Herrn

 

 

Anmerkung der Redaktion:

Ich versuchte mehrmals, Kontakt mit der Gemeinde des Menschenfreundlichen Werks in Basel aufzunehmen, erhielt aber nie eine Antwort. Der obige Text ist daher nicht das Ergebnis eines Interviews, sondern wurde anhand von Sekundärliteratur zusammengestellt (Eggenberger: Die Kirchen, Sondergruppen...; Gasper/Müller/Valentin: Lexikon der Sekten; Handbuch Religiöse Gemeinschaften).

 

[int.Nr.: 1148]

 

© INFOREL, Postfach, 4009 Basel. Veröffentlichung nur mit schriftlicher Erlaubnis!


[int.Nr.:i1148]

Aktualisiert: 29.05.2005

Für einen direkten Link auf diese Seite genügen diese Angaben:
www.inforel.ch/i1148

© INFOREL, Information Religion. Veröffentlichung nur mit schriftlicher Erlaubnis!