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Gemeinde Evangelischer Christen (GEC-Basel)

 

Kontakt

Gemeinde Evangelischer Christen

Socinstrasse 13, 4051 Basel

Pfarrer Tobias Mack, ab 1.9.2015

 

www.gec-basel.ch

 

Geschichte

Um 1880 entstand in Basel ein geistlicher Aufbruch. Einer seiner Initianten war Carl Rappard, damaliger Direktor der Pilgermission St. Chrischona. Impulse für seine Aktivitäten in Basel erhielt er an einer 1874 erstmalig zusammengerufenen Konferenz der «Evangelischen Allianz» in Oxford. Carl Rappard und einige seiner Freunde fingen an evangelistische Veranstaltungen in Basel zu organisieren. Ab Herbst 1882 fanden die Veranstaltungen am Versammlungsort Burgvogtei im Kleinbasel und im grossen Saal des Vereinshauses am Nadelberg grossen Anklang. Rappard gründete im Anschluss an diese Evangelisationsveranstaltungen im Jahr 1882, mit andern angesehenen Männern aus Kirche und Gesellschaft, den «Verein für Evangelisation und Gemeinschaftspflege». Die leitende Kommission des Vereins bestand aus Pfarrern der reformierten Landeskirche, Vertretern der Pilgermission St. Chrischona, Predigern der Stadtmission, der Basler Mission sowie auch Privatpersonen. Der Verein wollte diesen geistlichen Aufbruch weiterführen und «die Menschen zu einem bewussten Christsein ermutigen». Dazu wurden Veranstaltungen angeboten, an welchen die Bibel studiert wurde und damals bekannte Geistliche als Referenten eingeladen wurden.

1938 beschloss die Kommission des Vereins, eine Arbeit unter Frauen zu beginnen. Die Leitung wurde einer Diakonisse von Chrischona, Sr. Anni Hünenberger, anvertraut. Nach ihrem frühen Tod übernahm Sr. Elsi Gasser diese Aufgabe und baute sie zu einer blühenden Arbeit aus.

In den 1960er Jahren wurde deutlicher, dass der Verein in gewissen Fragen, so etwa in der Tauffrage (Kindertaufe - Glaubenstaufe) oder dem Amtsverständnis (Pfarramt - allgemeines Priestertum), anderer Meinung war als die Evangelisch-reformierte Kirche. Dies führte dazu, dass der Verein ein eigenes, von der Kirche losgelöstes Gemeindeleben zu praktizieren begann und eigene Gottesdienste durchführte. Als neuer Versammlungsort diente das anfangs der sechziger Jahre erbaute Christian-Friedrich-Spittler-Haus an der Socinstrasse 13.

1986 wurde der programmatische Name «Verein für Evangelisation und Gemeinschaftspflege» aufgegeben und durch «Gemeinde Evangelischer Christen» ersetzt. Heute ist die Gemeinde eine eigenständige Freikirche und teilt mit anderen evangelischen Kirchen das Erbe der Reformation. Die GEC Basel ist Mitglied der «Evangelischen Allianz Basel».

Zu den Gottesdiensten kommen zwischen 100 - 130 Besucherinnen und Besucher. Es sind alle Altersklassen vertreten. Das Verhältnis Frauen - Männer beträgt etwa 3:2.

 

Lehre und Ziele

Der Name «Gemeinde Evangelischer Christen» verweist auf die Versammlungen der ersten Christen für die der Begriff «Gemeinde» benutz wird. Die Mitglieder der Gemeinde richten ihr Leben nach dem Evangelium von Jesus Christus und anerkennen und verkündigen dieses in vollem Umfang. Jesus Christus ist Mitte und Ziel ihres Glaubens. «Wir glauben, dass sich uns Gott in Jesus Christus gezeigt hat (Joh 12,45; 2Kor 5,19). Die Bibel ist Gottes Wort und damit Richtschnur für unseren Glauben und unser Leben (2Tim 3,16f.). In der Bibel gibt Gott uns Antwort auf die menschlichen Grundfragen: Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Wozu bin ich da? Durch sein Wort stärkt Gott uns, fordert er uns heraus, gibt er uns Hoffnung und tröstet er uns.»

Die wichtigsten Glaubensüberzeugungen der Gemeinde sind im «Apostolischen Glaubensbekenntnis » zusammengefasst. Zudem teilt die Gemeinde das Bekenntnis der «Evangelischen Allianz » sowie die «Lausanner Verpflichtung».

 

Apostolisches Glaubensbekenntnis

Bekenntnis der Evangelischen Allianz

Lausanner Verpflichtung

 

- Ökumene

Die GEC Basel arbeitet, in der Regel im Rahmen der «Evangelischen Allianz Basel», mit anderen landes- und freikirchlichen Gemeinden zusammen, wie zum Beispiel mit der Evangelisch-reformierten Thomaskirche und Gellertkirche. Die Gemeinde ist grundsätzlich offen für ökumenische Tätigkeiten und Angebote unter den Gemeinden.

 

Organisation, Finanzen

Die Gemeinde ist ein Verein nach ZGB mit Statuten und Vereinsorganen. Sie wird von einer Gemeindeleitung, die aus Ältesten und Diakonen besteht, geführt. Die Organe des Vereins sind Teil der Gemeindeleitung. Die Aufgaben der Gemeindeleitung sind in verschiedene Ressorts unterteilt, welche in der Verantwortung von verschiedenen Personen liegen. Dazu gehören unter anderem Diakonie, Finanzen, Gebete, Gottesdienste Kinder- und Jugendarbeit, Kleingruppen, Mission, Evangelisation und Seelsorge.

Frauen nehmen den Predigtdienst wahr, können aber nicht das Amt einer Pfarrerin innerhalb der Gemeinde bekleiden.

Die Mitgliedschaft in der Gemeinde erfolgt durch ein Aufnahmegespräch und setzt eine persönliche Entscheidung zum Glauben an Jesus Christus und der freie Entschluss zur Gemeinde gehören zu wollen voraus. In der GEC Basel werden Taufen mit Untertauchen praktiziert. Die Taufe ist aber keine Voraussetzung für eine Mitgliedschaft in der Gemeinde.

Die GEC Basel versteht sich als Dienstgemeinde, in welcher viele Ämter und Aufgaben ehrenamtlich besetzt bzw. ausgeführt werden.

Die Gemeinde finanziert sich durch Kollekten- und Spendengeldern. Der Zehnte wird empfohlen, seine Einhaltung aber nicht kontrolliert.

Das Geld wird zur Deckung der Personalkosten, der Mieten sowie für Veranstaltungen und Anlässe verwendet. Zudem werden Missionare respektive Missionswerke und diakonische Projekte unterstützt. Es gibt eine offene Jahresrechnung, die eingesehen werden kann.

 

Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit

Das Gemeindezentrum befindet sich im Christian Friedrich Spittler-Haus an der Socinstrasse 13 in Basel, wo Versammlungen, Gottesdienste und sonstige Veranstaltungen stattfinden.

 

- Gottesdienste

In der Regel findet sonntags um 10.00 Uhr ein Gottesdienst im Blumhardt-Saal des Spittlerhauses an der Socinstrasse statt. Dazu sind alle herzlich eingeladen, zusammen mit der Gemeinde Gott zu feiern und Gemeinschaft zu geniessen. Im Anschluss an den Gottesdienst besteht während dem «Chillekaffi» die Möglichkeit für Begegnung und Austausch. Für die Predigt des Gottesdiensts ist der Pfarrer der Gemeinde verantwortlich. In der Leitung, Organisation und Durchführung der Gottesdienste wird er von weiteren Personen ehrenamtlich unterstützt. Parallel zum Sonntagsgottesdienst wird ein Kindergottesdienst angeboten. Nach Alter getrennt hören die Kinder Geschichten aus der Bibel, singen, malen und basteln zusammen.

 

- Gebete

Jeweils am letzte Donnerstag des Monats findet abends eine Gebetsstunde statt, die für alle offen steht. Jeden Donnerstagmorgen gibt es die Möglichkeit sich zu einem «Frühgebet» zu treffen. Alle zwei Wochen wird ein Missionsgebet durchgeführt, an welchem für Menschen in Notsituationen gebetet wird.

 

- Jugendliche

Für Teenager ab dem 6. Schuljahr wird von der Gemeinde ein biblischer Unterricht angeboten. Er findet über einen Zeitraum von drei Jahren statt und besteht aus einem zweijährigen Unterrichtsangebot in der Schulzeit und einem einjährigen Praxisjahr. Zudem treffen sich die Jugendlichen während den drei Jahren in einer Kleingruppe, die zweimal im Monat parallel zum Gottesdienst zusammenkommt. Ziel dieses Unterrichts, ist es, über die Inhalte des christlichen Glaubens zu sprechen, das biblische Wissen zu vertiefen, die Bibel besser zu verstehen und vor diesem Hintergrund zu eigenen Überzeugungen zu gelangen.

 

Das Angebot «Teenie Time» richtet sich an die Altersgruppe der 12-16 jährigen. Jeden Freitag (ausgenommen Schulferien) wird abends ein abwechslungsreiches Programm angeboten. Seit Sommer 2013 finden die Treffen zusammen mit der Freien Evangelischen Gemeinde Basel (FEG Basel) an der Margarethenstrasse 109 im 3. UG statt.

 

In der Jugendgruppe treffen sich ca. 20-30 Jugendliche ab 16 Jahren jeden Freitag zu einem Abendprogramm. An diesen Treffen wird unter anderem gesungen, diskutiert, gespielt oder es finden Grillabende statt. Seit Sommer 2013 finden die Treffen zusammen mit der Jugendgruppe der FEG Basel statt. Das Leitungsteam besteht aus jungen Erwachsener beider Gemeinden.

 

Die Jungschar der GEC Basel trifft sich jeden zweiten Samstag (ausgenommen Schulferien) und verbringt gemeinsam den Nachmittag. Auf dem Programm stehen Spielen im Wald, gemeinsames Essen, Andacht mit einer Geschichte aus der Bibel oder einem Buch. Das Angebot richtet sich an Kinder von der zweiten bis zur sechsten Klasse. Die Jungschar wird in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Täufergemeinde Basel (ETG Basel) angeboten.

 

- Erwachsene

Die meisten Mitglieder der Gemeinde treffen sich regelmässig (wöchentlich oder 14-tägig) in Kleingruppen oder Hauskreisen. An diesen Treffen besteht die Möglichkeit sich über spezielle Themen auszutauschen, über einen Bibeltext ins Gespräch zu kommen, einander im Gebet zu begleiten oder einfach nur gemütliches Beisammensein zu pflegen. Die Gruppen bestehen durchschnittlich aus 6-12 Personen.

 

An fünf Abend wird ein Kurs unter dem Namen «nachgehakt» durchgeführt. Der «Glaubenskurs» geht Fragen des christlichen Glaubens nach. Er besteht aus Schulungseinheiten und lässt viel Raum, um Fragen zu stellen und Zweifel zu äussern. Der Kurs richtet sich an Erwachsene.

 

«Bibel im Gespräch» ist eine Gesprächsrunde, die einmal im Monat (ausgenommen Schulferien) statt findet. Sie soll dazu dienen, die Bibel besser kennen zu lernen und die Lehre der Heiligen Schrift für das eigene Leben fruchtbar zu machen. Die Treffen finden am späteren Nachmittag im Gemeindezentrum an der Socinstrasse 13 statt.

 

- Senioren

Eine Seniorengruppe trifft sich einmal im Monat zum Austausch über aktuelle und interessante Themen oder zu gemeinsamen Unternehmungen (z.B. Ausflüge). Die Daten werden jeweils vorher mitgeteilt.

 

Alle Gemeindemitglieder können diakonische Dienste ausführen. Die Organisation und Verantwortung für soziale Dienste liegt bei einer Diakoniegruppe, welche ein Ressort der Gemeinde darstellt. Die Diakoniegruppe bespricht, wie Hilfesuchenden und Menschen in Notsituationen geholfen werden kann und sucht mit den Betroffenen gemeinsam nach Lösungen. Dazu gehören zum Beispiel Besuche von alten und kranken Menschen oder von Menschen, die allein leben. Die Diakoniegruppe entscheidet auch über Gelder aus einem Fond und in welche Projekte diese eingesetzt werden sollen.

 

Für die Seelsorge ist der Pfarrer der Gemeinde verantwortlich. Er ist die erste Anlaufstelle für Gemeindemitglieder in schwierigen Lebenslagen und versucht in einem Gespräch zu helfen. Wenn vom Pfarrer als notwendig erachtet, können weitere Gemeindemitglieder oder auch Fachkräfte hinzugezogen werden.

 

Menschen finden den Weg zur Gemeinde vor allem durch den persönlichen Kontakt mit Mitgliedern. Einmal im Jahr, meistens in der Zeit vor Ostern, finden fünf bis sechs Themengottesdienste in Folge statt, die sich an interessierte Menschen ausserhalb der Gemeinde richten. Ihren missionarischen Auftrag nimmt die GEC Basel durch aktive Mitarbeit innerhalb der «Evangelischen Allianz Basel» wahr.

 

Literatur, Zeitschrift

Monatlich erscheint die Broschüre «Gemeindebrief» in welcher über aktuelle Termine sowie in Berichten über einzelne Anlässe Informiert wird.


[int.Nr.:i1153]

Aktualisiert: 10.08.2015

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