inforel
Differenzierte und unabhängige Information über Religionen und Weltanschauungen in der Region Basel

Internationaler Sufi-Orden / Universaler Sufismus

 

Kontakt

Sekretariat Schweiz: Parzival W. Diefenbacher, Hallbartenstrasse 71c, 5430 Wettingen

Telefon 056 427 20 21

Gruppe Basel: Zentrum AHAD, Friedensgase 72, 4056 Basel.

 

http://www.sufiorden.ch

 

Geschichte

Selbstdarstellung:

«Der internationale Sufi-Orden hat dieselben Wurzeln wie die Sufi-Bewegung und baut daher in seiner Entstehung auf dem bereits Gesagten auf. Der internationale Sufi-Orden und die Sufi Bewegung verfolgen die selben Ziele und gehen beide auf den Ordensgründer Hazrat Inayat Khan (1882-1927) zurück, der 1910 als einer der ersten östlichen Meister aus Indien in den Westen reiste. Seine Lehre basiert auf der Sufitradition der indischen Chishti-Linie (ab 9. Jh. bekannt), deren herausragendster Vertreter und Ordensgründer der als Heilige verehrte Khwaja Muinuddin Chishti (1141/42-1234) war. Letzterer liess sich nach langen Reisen schliesslich in Ajmer nieder, wo sein Grabmal bis heute einen frequentierten Pilgerort markiert.

Die Silsila, Kette der Meister und Ahnen, an der jede/r Eingeweihte teil hat, bildet einen wichtigen Bestandteil im sufischen Gedankengut.

Hazrat Pir-o-Murshid Inayat Khan, ausgebildet in klassischer indischer Musik, unternahm Vortragsreisen in Amerika und Europa und hatte zum Ziel, den «Osten und Westen mit der Harmonie seiner Musik zu vereinen». Mit seiner Musik «öffnete er die Herzen der Menschen» für die Sufi-Botschaft der alles umfassenden Gottesliebe und alle Grenzen überschreitenden Einheit. Praktizierte Freundlichkeit, Toleranz und Verehrung aller Meister, Propheten und Heiligen der Menschheit bilden die Basis des gelebten Respektes gegenüber der Vielfalt der (religiösen) Seinsformen.

Sein Sohn und Nachfolger Pir Vilayat Inayat Khan (1916-2004) setzte die Arbeit und Lehre seines Vaters fort, wobei seinen Schwerpunkt die Integration der modernen, westlich-wissenschaftlichen Perspektive in die spirituelle Tradition der «alten Sufis» darstellt. Pir Zia Inayat Khan, Sohn von Pir Vilayat, ist partiell bereits in die Ordensleitung eingetreten und wird in Zukunft sicherlich eigene inhaltliche Schwerpunkte setzen.»

«Statistik : schwierig, verbindliche Angaben zu machen... der Interessiertenkreis ist relativ gross, breit gestreut, aktive Mitglieder in der Region Basel ca. 20, regelmässig Neuinteressenten - in dem Sinne kein Nachwuchs (in Basel), ist auch nicht sinnvoll, vgl. Kap. Lehre. (…) Altersstruktur: ab. ca. 30 Jahren aufwärts, ganz junge Leute finden selten den Weg zum Intern. Sufiorden, da sie in ihrer Lebensphase meist andere Bedürfnisse haben...., die meisten sind zw. 30-50 J. alt... (…).»

 

Lehre

Selbstdarstellung:

«Im internationalen Sufi-Orden wird versucht, das individuelle Bewusstsein von der sichtbaren Vielfalt auf die (erlebbare) Einheit zu fokussieren. Es ist eine Schule für persönliche Transformation, die in der Tradition der Mystik steht. Sufismus lässt sich am besten durch das beschreiben, was er nicht ist: Er ist keine Religion, sondern eine Form gelebter Mystik, die ursprünglich aus dem Islam hervorgegangen ist; belegt ist seine Existenz ab ca. 700 u. Ztr.. Sufismus wird oft auch als der mystisch-spirituelle Weg des Islam bezeichnet, da er sich, historisch bedingt, dessen Vokabular und Bilder bedient. Doch letztere Behauptung ist eine Vereinfachung, die sich als Entstellung ausgewirkt hat: "Wohl ist jeder Mystiker des Islam ein Sufi, aber nicht jeder Sufi ist ein Moslem - es sei denn, man fasst das Wort Moslem, d.h. Gläubiger, in der Weite auf, wie es eigentlich gemeint ist". Sufismus ist ein möglicher Weg für Suchende, die nach der persönlichen Vereinigung mit dem göttlichen Wesen, dem einzig Seienden, durch Hingabe, Meditation/Versenkung und Ekstase streben. Eine der Hauptlinien des Sufismus beruft sich auf die praktische Erkenntnis der Einheit, den Weg des Herzens oder die Liebesmystik, und geht auf die Person von Jelalluddin Rumi (13. Jh.) zurück. Um die "Essenz aller Religionen" erfassen zu können, bedarf es innerer Arbeit am (eigenen) Selbst. Im Vordergrund stehen daher weder Dogmen noch Institutionen, sondern die Entwicklung der Seele. Nach Hazrat Inayat Khan soll Sufismus dazu dienen, dass jeder seine Religion besser verstehe. Dies bedeutet, dass es so viele verschiedene Auffassungen von Religion gibt wie Menschen. Ziel des Sufismus ist es, sich der zugrunde liegenden Wirklichkeit, die wir Gott, das Alleine oder Einzig Seiende nennen, zu nähern. "Mache Gott zur Realität, indem du ihn erkennst", sagt Hazrat Inayat Khan. Indem wir uns mit unserem Ursprung verbinden, können wir ihm in unserer Persönlichkeit Ausdruck verleihen und unsere Persönlichkeit zur Entfaltung bringen.»

Die interreligiöse Verständigung ist ein grosses Anliegen des internationalen Sufi-Ordens. Nebst der esoterischen Schule, die sich um die Führung und Schulung der Mitglieder kümmert, gibt es die Zweige des universellen Gottesdienstes (Einheit der Religionen vermittelnd), die Bruder- und Schwesternschaft (soziales Netzwerk), den Heilorden und den Ziraat (ökologisch-naturbezogene Arbeit). Der intern. Sufi-Orden steht in Kontakt mit der Sufi-Bewegung.

Aktiver Kontakt mit verschiedenen anderen spirituellen Gruppen, in Basel v.a. mit der Kommunität Friedensgasse.

 

Organisation, Finanzen

Das Oberhaupt (Pir) des Internationalen Sufi-Ordens wird bis anhin linear durch Geburt bestimmt. Dieses führt den Orden zusammen mit einem Exekutivausschuss, der sich aus verschiedenen nationalen VertreterInnen des Sufi-Ordens zusammensetzt. Die jeweiligen Repräsentanten des Sufi-Ordens werden vom amtierenden Pir ernannt. Aufnahme in den Sufi-Orden und damit Anspruch auf individuelle Betreuung erfolgt durch Einweihung. Öffentliche Lehrveranstaltungen stehen grundsätzlich allen Interessierten offen. Gleichstellung von Frau und Mann, der (kulturellen) Herkunft etc. sind selbstverständlich.

Unkosten werden durch Spenden, kostendeckende Gebühren (Raummiete etc.) und/oder Mitgliederbeiträge des Vereins "Intern. Sufi-Orden Schweiz", dem jede/r beitreten kann, gedeckt; die Lehre ist grundsätzlich kostenlos.

 

Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit

Die regelmässigen Treffen in Basel finden in einem gemieteten Lokal an der Friedensgase 72 statt.

Hauptaktivität des internantionalen Sufi-Ordens Schweiz ist ein Sommercamp, mit dem Schwerpunkt Meditation und der Möglichkeit zum Retreat (innerer Einkehr in Schweigen).

Das Zentrum Omega in Zürich organisiert mehrmals im Jahr öffentliche Seminare.

In Basel finden regelmässige Meditations-Treffen statt; Informationen sind über die angegebenen Adressen zu beziehen. Interessierte sind auf Anmeldung hin jederzeit willkommen.

Zweige des internationalen Sufi Ordens: Schwestern- und Bruderschaft sowie Heilorden, ansonsten persönliches Engagement in verschiedenen, oftmals heilenden Berufen.

Persönliche, spirituelle Führung und Begleitung der Mitglieder/ = Spirituelle guidance ist wichtiger Teil des Weges, insbesondere des esoterischen Zweiges.

Eine Missionsarbeit gibt es nicht. Eine solche entspräche nicht den Zielen des Sufiordens. Durch Versand an Interessierte, Auslage von Informationen und eventuell durch Inserate wird auf Veranstaltungen hingewiesen.

«Auftreten in der Öffentlichkeit möglich, Programm auf Anfrage wie beschrieben. Grundsätzlich steht die individuelle Persönlichkeitsentwicklung im Vordergrund, keine nach aussen gehenden "missionarischen Ziele".»

 

Literatur, Zeitschrift

- Hazrat Inayat Khan: Die Einheit der religiösen Ideale, Den Haag : East West Publications, 1993.

- Hazrat Inayat Khan: Die Gathas : Weisheit der Sufis, Lehren für seine Schüler, Heilbronn, Verl. Heilbronn, 2001.

- Pir Vilayat Inayat Khan: Erwachen: eine Sufi-Erfahrung, München : Goldmann, 2000.

- Witteveen, H.J.: Universaler Sufismus, Heilbronn : Verl. Heilbronn, 1998.

"SIFAT - Zeitschrift für Universalen Sufismus", in Zusammenarbeit mit der Sufi-Bewegung, dreimal jährlich.

 

Weitere Links

Internationaler Sufi-Orden Deutschland

 

Sufi Order International USA

 

[int.Nr.: i1161]

 

Aktualisiert: 26.5.2005

 

© INFOREL, Postfach, 4009 Basel. Veröffentlichung nur mit schriftlicher Erlaubnis!


[int.Nr.:i1161]

Aktualisiert: 29.05.2005

Für einen direkten Link auf diese Seite genügen diese Angaben:
www.inforel.ch/i1161

© INFOREL, Information Religion. Veröffentlichung nur mit schriftlicher Erlaubnis!