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Islamische Glaubensgemeinschaft / Liestal Moschee

Überwiegend türkische Muslime treffen sich zu den islamischen Gebeten und zu Sozialkontakten.

 

Kontakt

Islamische Glaubensgemeinschaft

Poststrasse 2, Postfach 241, 4410 Liestal. Telefon 061 922 10 98

 

Geschichte

1973 wurde der Verein durch türkische Muslime gegründet und zählt somit zu den ersten islamischen Gebetsräumen der Nordwestschweiz. Im ersten Stockwerk des Kulturhauses wurde die Mescid damals eingerichtet. Das Ramadanfest durften sie jeweils in der Bruder Klaus-Kirche Liestal feiern. Bis heute wird ein guter Kontakt gepflegt. 1978 zog die Liestal Moschee in einen Raum im zweiten Obergeschoss. Durch die starke Zunahme an Betenden wurde mehr Platz benötigt. So konnten 1980 weitere Räume dazu gemietet werden. Nach und nach wurde das Lokal zum heutigen Stand ausgebaut. Von den Gründungsmitgliedern sind etliche noch hier, einzelne sind wieder in die Türkei zurückgekehrt.

Zurzeit sind 75 Männer aktive Mitglieder des Vereins. Zum Freitagsgebet kommen oft zwischen 80 und 100 Muslime überwiegend türkischer Herkunft, aber auch anderer Nationalitäten wie Bosnien und arabischen Ländern.

In der Frauenorganisation sind 18 Aktivmitglieder registriert. An den regelmässigen Treffen nehmen auch einige Passivmitglieder teil, da die Gruppe meist aus 40 bis 45 Frauen besteht.

Die Jugendlichen zählen aktuell 20 aktive Mitglieder.

 

Lehre und Ziele

Die Mitglieder sind grösstenteils Sunniten und gehören der hanefitischen Rechtsschule an. Dies ist jedoch unbedeutend. In der Moschee sind alle willkommen.

Die Liestal Moschee ist an den Dachverband Schweizerische Islamische Glaubensgemeinschaft (SIG) angeschlossen und Mitglied der Basler Muslim Kommission (BMK).

Neben Zusammenarbeitsprojekten mit nicht-muslimischen Vereinen, wie beispielsweise mit der «Bruder Klaus Kirche», wird auch Kontakt zu anderen Moscheen gepflegt (z.B. gemeinsame Ramadan-Feier). Die Liestal Moschee beteiligt sich unter anderem an der Religionswoche, die zusammen mit der Evangelisch-Reformierten Kirche und der Römisch-Katholischen Kirche sowie dem Buddhistischen Zentrum in Liestal organisiert wird.

 

Organisation, Finanzen

Die Liestal Moschee ist ein Verein nach ZGB mit den üblichen Strukturen.

Die Frauen und Jugendlichen organisieren ihre Zusammenkünfte autonom.

Mitglied kann jede Person werden, indem sie ein entsprechendes Anmeldeformular ausfüllt.

Mitgliederbeiträge werden nach den individuellen Möglichkeiten bezahlt. Der Richtwert liegt etwa bei 30 CHF.

Das Geld wird vom Verein verwaltet und die offene Jahresrechnung präsentiert. Die Einnahmen dienen zur Finanzierung der Miete und der Nebenkosten.

Ausserdem wird zurzeit im Speziellen Geld für ein neues Lokal, bzw. für den Bau einer neuen Moschee gesammelt.

 

Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit

Die Liestal Moschee befindet sich im zweiten Stockwerk des Kulturhauses Palazzo am Bahnhofplatz in Liestal. Beim Eingang hängen Plakate und Flyer und ein Tischfussball-Tisch ist aufgestellt. Ein langer Gang dient zur Schuhdeponie und führt zum Waschraum und zu den Toiletten, zu einem Schulungs- und Sitzungszimmer sowie zum Gebetsraum. Dahinter ist ein kleiner Aufenthaltsraum für die Männer eingerichtet, mit Sofas, TV, einem kleinen Verkaufsladen und einem Büro. Im Gebetsraum befindet sich eine kleine Präsenzbibliothek mit Buchverkauf sowie eine Spendenkasse. An den Wänden entlang hängen Tafeln mit Texten und Bildern zum Thema Islam, wo sich interessierte Besucher/innen informieren können.

Das Schulungs- und Sitzungszimmer ist mit Tischen und Stühlen, einer Wandtafel und einem Sofa ausgestattet und wird vorwiegend von den Frauen und Kindern als Aufenthaltsraum und zum Unterricht genutzt. Gelegentlich treffen sich die Männer dort zu Sitzungen.

Grössere Anlässe finden zum Teil in externen Räumen statt, wie beispielsweise das 2013 geplante 40. Jubiläumsfest des Vereins. Ramadan wird meist gemeinsam mit der Gemeinde auf dem Robispielplatz in Frenkendorf gefeiert.

 

Lokalsuche

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Liestal ist seit längerer Zeit auf der Suche nach einem neuen Lokal, bzw. nach Land, um eine neue Moschee zu bauen. Denn die Platzverhältnisse sind eng, sowohl für die Frauen und Kinder als auch für die Betenden. Zudem ist die oberste Etage nur über eine Treppe erreichbar und deshalb nicht rollstuhlgängig. Die Gemeinde Liestal ist darüber informiert, doch bisher konnte noch kein geeigneter Ort gefunden werden.

 

Die Liestal Moschee ist täglich zu allen fünf Gebetszeiten geöffnet.

 

- Religionsunterricht

Jeweils mittwochs, freitags, samstags und sonntags treffen sich die Vereinsmitglieder aufgeteilt nach Altersklassen zum Religionsunterricht. Am Mittwochnachmittag wird ein Kurs zur Förderung der Integration angeboten. Dabei werden islamische und gesellschaftliche Werte, Verhaltens- und Benimmregeln für den Alltag vermittelt und soziale Probleme thematisiert. Am Freitagvormittag sowie am Samstagnachmittag und Abend wird Religionslehre unterrichtet und am Sonntagvormittag wie auch am Nachmittag findet Koranunterricht statt.

 

- Jugendabteilung

Die Jugendabteilung organisiert sich in Absprache mit dem Vorstand eigenständig und ist sehr aktiv. Die Mädchen und Knaben treffen sich meist am Samstagabend getrennt in den jeweiligen Aufenthaltsräumen. Neben dem Religionsunterricht und anderen Kursen, organisiert die Jugendabteilung des Öfteren Fussballturniere oder verschiedene Ausflüge, wie u.a. in den Europapark.

Aktuell wurde das durch die Dachorganisation Schweizerische Islamische Glaubensgemeinschaft (SIG) initiierte «Bruder-Freund-Projekt» gestartet. Dabei übernimmt jeweils ein älteres Kind die Verantwortung für ein jüngeres Kind und begleitet dieses auch bei gemeinsamen Ausflügen.

 

- Frauenorganisation

Wie die Jugendabteilung organisieren sich auch die Frauen in Absprache mit dem Vorstand selbständig. Sie werden als «Motor» des Vereins bezeichnet, weil sie am besten organisiert sind und die Männer zu sozialen Aktivitäten auffordern. Meist sind sie verantwortlich für die Organisation des Kermes und anderer Feste. Die Frauen treffen sich jeweils am Donnerstagabend von 18.00 bis 21.00 Uhr und sonntags tagsüber mit der Familie sowie teilweise unter der Woche.

 

Im Anschluss an das Freitagsgebet («Cuma») werden in der Anwesenheit des Hoca nicht nur Spendenaufrufe für spezifische Projekte (z.B. von Erdbeben betroffene Regionen, Bedürftige und Kranke) gemacht und wöchentliche Informationen weitergegeben, sondern auch Probleme des Vereins sowie der Mitglieder thematisiert. Bei finanziellen oder anderweitigen Problemen versuchen Freiwillige spontan zu helfen. Die Spendengelder für bestimmte Projekte werden an die Dachorganisation SIG weitergeleitet. Auch mit dem Roten Kreuz Baselland in Liestal findet eine Zusammenarbeit statt.

 

Der Hoca sowie erfahrene Vorstandsmitglieder sind für die Seelsorge und für die Beratung bei psychischen Problemen zuständig. Bei Krankheit oder Todesfall werden Hausbesuche durchgeführt.

Seelsorgebesuche im Spital oder im Gefängnis werden ebenfalls angeboten. Für Muslime kann ein solcher Aufenthalt nach wie vor schwierig sein. In Zusammenarbeit mit der Basler Muslim Kommission (BMK) soll eine Broschüre über die islamischen Kontakt-, Gebets- und Essensvorschriften für Gefängnisse, Krankenhäuser und Flughäfen herausgegeben werden.

 

Im Gebetsraum gibt es eine Bibliothek, im Aufenthaltsraum einen Verkaufsladen. Es besteht die Möglichkeit, Halalfleischwaren auf Bestellung zu kaufen (ein Warenstock ist nicht vorhanden). Dieses wird bei der Firma Sila AG Halal Schlachthof und Fleischhandel in Buckten bestellt.


[int.Nr.:i1179]

Aktualisiert: 16.07.2013

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