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Amische - Täufer in den USA

FRAGE:

Was sind die „Amish“?

 

ANTWORT:

„Die Amischen - Relikt aus der Vergangenheit oder Modell für die Zukunft?“ So betitelte Diether Götz Lichdi sein Kapitel über diese Religionsgemeinschaft in seiner Täufergeschichte. (1)

Damit drückt er die Ambivalenz aus, die auch heute gegenüber dieser altertümlichen Gemeinschaft in den USA herrscht. Sie leben in urchristlicher Gütergemeinschaft, sprechen ein altertümliches Deutsch und lehnen grösstenteils die moderne Technik ab. So ist ihr bevorzugtes Transportmittel die Pferdekutsche, das heisst, rollende Kisten, die von Pferden gezogen werden. Sie treiben Landwirtschaft und kleiden sich so, wie sich ihre Vorfahren vor 100-200 Jahren gekleidet haben.

 

Der Name Amisch kommt vom Schweizer Jakob Ammann. Er war ein Ältester der Täufergemeinde („Mennoniten“). Er glaubte,eine strengere Gemeindeordnung durchsetzen zu müssen. 1693 spaltete sich deshalb die Gemeinde. Ammann tat seine „Gegner“ in den Bann und kündigte ihnen jede Gemeinschaft.

Die „Amischen“ trugen einfache Kleider, die statt der Knöpfe Haften hatten und an den Schuhe nur Riemen und Bänder.

Im Jahr 1700 sah Ammann ein, dass er zu schroff gehandelt hatte und versuchte, wieder einzurenken. Der Riss war aber zu tief und konnte nicht mehr geheilt werden.(2)

Während Jahrhunderten lebten die Amischen in Frankreich.

Im 18. Jahrhundert wanderte ein grosser Teil nach den USA aus, genauer nach Pennsylvania. Heute leben etwa 25‘000 in diesem Bundesstaat. Weitere Amische ließen sich in Illinois, Indiana, Missouri, Nebraska, Ohio und auch in Kanada nieder.

Sie führen ein einfaches Leben, das heute entweder befremdet, aber immer mehr auch fasziniert. So betitelte Fritz Berthold sein Buch über die Amischen mit „Das Glück vom einfachen Leben“ (3).

Weil die Amischen ein so ungewöhnliches Bild bieten, sind sie zum Objekt der Photographen und der Sensationslust gworden. Viel Törichtes wurde über die Amischen geschrieben. Sie selbst tun wenig, um falsche Eindrücke richtigzustelllen oder auch nur deutlich zu machen, dass ihr Anliegen nicht die altmodische Kleidung oder der Verzicht auf modernste Technik ist, sondern ein Leben in der Nachfolge Jesu aufgrund der neutestamentlichen Anweisungen, so wie sie sie verstehen. (1: 228)

 

Anmerkungen:

1 Diether Götz Lichdi: Über Zürich und Witmarsum nach Addis Abeba. Die Mennoniten in Geschichte und Gegenwart. Maxdorf 1983. (362 S., SW-Fotos) PB. ISBN: 3 88744 401 9. S. 227 ff.

2 H.Penner/H.Gerlach/H.Quiring: Weltweite Bruderschaft. Ein mennonitisches Geschichtsbuch. Verlag Mennonitischer Geschichtsverein, D-6719 Weierhof 1984. (332 S., sw Abb). ISBN: 3 92 1881 04 8. S. 28

3 Fritz Berthold: Das Glück vom einfachen Leben. Siedlerkulturen in USA. Herbig, München-Berlin 1979. (220 S., sw Fotos). ISBN: 3 7766 0932 X

 

Links:

- Amish-People.de Forum

«Hier haben Sie die Möglichkeit, sich über die Amisch (Eine evangelische Freikirche) zu informieren.»

 

- Amisch

Artikel auf MennoPedia, Mennoniten Enzyklopädie

 

Amische

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

 

- Linkliste zu «Amische oder Amish»

 

[int.Nr.: i1271e10002]

 

Aktualisiert: 31.8.2009

 

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