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Was ist «pietistisch erwecklich»?

 

FRAGE:

Ich bin auf der Suche nach einer Begriffserklärung. Ich habe von einer pietistisch erwecklichen Glaubensrichtung gelesen. Eine pietistische Glaubensrichtung könnte ich mir noch erklären, aber was steckt hinter dem Begriff "erwecklich".

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir weiterhelfen könnten.

 

ANTWORT:

«Der Pietismus ist neben der Reformation die bedeutendste innerkirchliche Begegung des Protestantismus. Seine Blützeit erlebte er Ende des 17. Jh.s bis zur Mitte des 18. Jh.s; seine Nachwirkungen reichen durch neue Erweckungsbewegungden bis in die Gegenwart. (…) Gemeinsam ist ihnen die Forderung nach ständiger Erneuerung der Kirche und das Drängen auf die «praxis pietatis», die Übung der Gottseligkeit. Die christliche Vollkommenheit isst das zentrale Anliegen.»

(Volker Drehsen, Hermann Häring, Karl-Josef Kuschel und Helge Siemers in Zusammenarbeit mit Manfred Baumotte: Wörterbuch des Christentums. Zürich / Gütersloh 1988. S. 973)

 

«Erweckungsbewegung: protestantische Erneuerungsbewegung; sie setzte zu Anfang des 19. Jahrhunderts in Deutschland ein mit dem Anliegen der Besinnung auf den biblischen Offenbarungsglauben und der Opposition gegen den Rationalismus der Aufklärung.»

(Schüler-Duden. Die Religionen. S. 122)

 

Das Wichtigste im Pietismus ist die verinnerlichte Frömmigkeit und das allgemeine Priestertum aller Gläubigen. Die pietistische Erweckungsbewegung hat grosse Auswirkungen gehabt. Manches finden wir noch heute in einige Freikirchen, so zum Beispiel in der Evangelisch-methodistischen Kirche oder der Herrnhuter Brüdergemeine (aktueller Name: Herrnhuter Sozietät.

 

Der Begriff „erwecklich“ trifft sicher auch auf die heutigen Evangelistischen, resp. Evangelikalen zu. Das heisst, dass zwar der Name gewechselt hat, aber die Inhalte die Gleichen sind.

 

[int.Nr.: i1271e10016]

 

Aktualisiert: 16.1.2007

 

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