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3/2017, «Gibt es einen Gott? Vielleicht.» Eine Religionsgemeinschaft freien Glaubens.


 

Der Gottesdienst beginnt an diesem Sonntag mit einem rituellen Sonnentanzlied der Sioux aus South Dakota. Begleitet von Trommelschlägen, singt ein Mitglied der Gemeinde in indigener Sprache die Verse, in denen der Grossvater um Hilfe gebeten wird. Anschliessend werden die rund 30 anwesenden Besucher dazu eingeladen, ein Teelicht zu entzünden. Wer möchte, geht nach vorne und entzündet entweder ein Lichtlein für «Freude» oder eines für «Sorge». In 1-2 Sätzen erläutern die Mitglieder jeweils für was ihr Licht am heutigen Tag steht und lassen damit den Rest der Gemeinschaft an ihrem gegenwärtigen Gemütszustand teilhaben.

 

Nach diesem Ritus startet jeweils der einmal im Monat stattfindende Gottesdienst der englischsprachigen Gemeinde «Unitarian Universalists of Basel (UUB)». Für die anschliessende Predigt werden sowohl Geistliche verschiedener Glaubensrichtungen, als auch Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen, die sich mit weltanschaulichen Fragen befassen, eingeladen. So folgt auf die Predigt eines Rabbiners, die einer Ritualtherapeutin und darauf die eines Sufi-Mönches. Ebenso divers sind die Mitglieder und ihr religiöser Hintergrund: Christen, Buddhisten, Muslime sind hier genauso vertreten wie Agnostiker und Atheisten. Ihr Grundgedanke: In allen Religionen und Weltanschauungen stecken wertvolle Grundsätze, die es gilt kennenzulernen und sich damit auseinanderzusetzen.

Damit das Gesagte der Predigt sich nicht monologisch verliert, wird es im Anschluss an den Gottesdienst in einem Workshop reflektiert und diskutiert. Die Meinung des jeweils anderen ist sowieso einer der Eckpfeiler, auf dem die Gemeinde fusst. So erklärt der Präsident der UUB’s Matt Gilsenan: «Wir erwarten keine Übereinstimmung über einen bestimmten Glauben, sondern viel mehr ist die Art und Weise des Miteinanders, das Respektieren anderer Glaubensrichtungen für uns massgebend.»

 

Es stellt sich die Frage, welche Glaubensprinzipien eine derart heterogene Gruppe von Anhängern, die sich selbst als «religiöse Humanisten» bezeichnen, eint.

Grundlegend sind für sie die «Seven Principles», zu denen sich die Unitarian Universalists bekennen: Die Würde eines jeden Menschen verbunden mit der Gleichheit und Gerechtigkeit aller, gehören ebenso dazu wie die freie und selbstbestimmte Suche nach der individuellen Wahrheit. Ebenso verfechten sie die demokratische Organisation ihrer Gemeinschaft und fördern das spirituelle Wachstum.

Zentrale Fragen, die sie beschäftigen und gemeinsam thematisieren, sind die Existenz des Metaphysischen, Leben und Tod, heilige Texte und antike Traditionen, gleichermassen wie Gebete und spirituelle Praxis.

 

Mehr über die «Unitarian Universalists of Basel»

 


[int.Nr.:i1271e5001442]

Aktualisiert: 07.04.2017

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