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20 Jahre INFOREL, Christoph Peter Baumann
«20 Jahre INFOREL könnte heissen, dass ich 20 Personen vorstelle, die INFOREL mitgeprägt haben. Ich könnte auch in 20 Punkten jedes Jahr mit Höhe- und Tiefpunkten vorstellen. Lassen wir das. INFOREL wurde 1987 von Angehörigen von 11 Religionsgemeinschaften gegründet. Während mehrerer Jahre traf sich eine Gruppe in wechselnder Zusammensetzung, um Menschen anderer religiöser Bekenntnisse kennen zu lernen und etwas über ihren Glauben zu erfahren. Gleichzeitig genossen mehrere Religionsgemeinschaften Gastrecht in dem kleinen Raum. Für Sikh war es der erste Gurdwara in der Schweiz, für tamilische Hindus der erste Hindutempel. Buddhisten und Buddhistinnen meditierten abwechslungsweise mit Disciples von Sri Chinmoy.
In den ersten Jahren hatte die Abkürzung INFOREL eine doppelte Bedeutung: Information Religion Interreligiöses Forum Die Gründungsmitglieder vertraten die Meinung, sie würden zur Entstehung eines Zentrums der Religionsbegegnung beitragen. Während eines Jahres wurden wöchentlich interreligiöse Meditationstreffen durchgeführt.
Allerdings zeigte sich, dass Begegnung ein anspruchsvolles Geschäft ist. Vor allem dann, wenn sich nicht einfach Gleichgesinnte und Gleichgeprägte treffen, sondern Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturen, Religionen, gesellschaftlichen Zusammenhängen und ganz verschiedenen Bedürfnissen. Für uns Eingessenen stand der Interreligiöse Dialog im Vordergrund, für Migranten und Migrantinnen die Pflege der eigenen Kultur und Religion. Diese unterschiedlichen Bedürfnisse lassen sich nur schwer unter einen Hut bringen.
Dringend nötig wurden Sachkenntnisse über andere Religionen. Damit trat die Information in den Vordergrund. Der Begegnungsort verwandelte sich in eine Informationsstelle. 1992 wurde der zweite Teil des Namens - «Interreligiöses Forum» - gestrichen.
Die Informationsarbeit wurde immer anspruchsvoller und zeitraubender. So waren die Möglichkeiten der ehrenamtlichen Arbeit bald erschöpft. 1997 wurde deshalb exakt zum 10-jährigen Jubiläum die Auflösung von INFOREL begonnen. Dank der grosszügigen Unterstützung von der CMS, der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt und der Kirchgemeinde St. Elisabethen ging es im Haus des Gemeindezentrums Winkelried am Winkelriedplatz 6 in Basel weiter. In diesem Haus leisteten mehrere Frauen und Männer die Arbeit für das Handbuch «Religionen in Basel-Stadt und Basel-Landschaft».
Die einzige Konstante ist die ständige Veränderung. Das erlebten wir von INFOREL mehrfach. Ständig gibt es neue Religionsgemeinschaften. Die Bedürfnisse ändern sich. Während etwa 10 Jahren dienten für die Information vor allem Bücher und der direkte Kontakt mit uns. Nun dient das Internet als Informationsquelle Nummer 1. So gingen die Besuche immer mehr zurück bis auf monatlich einen. Deshalb beschlossen wir, aus dem Winkeli auszuziehen. Seit Ende 2003 besteht Inforel als virtuelle Stelle weiter. Die Zugriffe auf unsere Homepage inforel.ch stiegen kontinuierlich auf über 16'000 monatlich.
Aus der Recherchenarbeit entstanden eine Reihe von Büchern, Broschüren und Unterrichtsmitteln, von denen wir einige hier aufgelegt haben.
Unsere wichtigste Arbeit leisten wir seit mehreren Jahren für unsere Homepage inforel.ch. Die CMS ermöglichte uns mit einem 6-stelligen Betrag, dass wir das Handbuch «Religionen in Basel-Stadt und Basel-Landschaft» ins Internet bringen und während gut 3 Jahren aktualisieren konnten. Nun haben 3 Institutionen uns weitere Mittel gegeben, damit wir die Arbeit weitere 3 Jahre fortführen können.
Aber das Wichtigste ist der «Faktor Mensch». Ohne die treuen Einzel- und Kollektivmitglieder könnten wir heute nicht den 20. Geburtstag von INFOREL feiern. Mit dem Dank an Sie möchte ich jetzt schliessen. »
Ansprache von Christoph Peter Baumann 13.2.2007
[int.Nr.:i1271e805]
Aktualisiert: 20.2.2007
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