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Thomas-Christen, Syro-Malabarischer Ritus (RKK)

 

Katholische Christen aus Kerala (Südindien) treffen sich zur Liturgie im Syro-Malabarischen Ritus in Malayalam.

 

Kontakt

„Holy Familiy Prayer Group Switzerland“:

Louis Erupathil: Telefon 061 401 67 06

Gheevarghese Kizhakkadathu: Telefon 061 321 55 13.

Pfarrer Saji (Aushilfe): Telefon 076 221 19 12.

 

http://www.keralam.ch/Gottesdienst.htm

 

Geschichte

Im Jahre 52 nach Christus landete der Apostel Thomas, einer der Zwölf, in Kranganore - eine Hafenstadt an der Westküste Indiens - im Bundesstaat Kerala. Jüdische Gewürzhändler, die nach Indien ausgesiedelt waren, boten ihm erste Kontaktpunkte in diesem Land. Die Frohbotschaft, die der Apostel Thomas brachte, fand empfängliche Herzen, nicht nur unter den Juden, sondern auch unter den höheren Kasten der Hindus des Landes. So gar Adelige liessen sich taufen, und so entstand die erste christliche Gemeinde. Dank seiner Mission entstanden in Kerala sieben grosse und eine kleine Gemeinde. Ihre Nachkommen nennen sich heute noch nach seinem Namen als die Thomaschristen. Aufgewachsen im kulturellen und religiösen Milieu des Landes atmet sie den Geist Indiens und wird vom Volk als eine der Religionen Indiens anerkannt. Die Thomaschristen sind "Hindu in Kultur, Christen in Religion und orientalisch in der Liturgie". Im vierten Jahrhundert kamen sie in Verbindung mit der chaldäischen Kirche Syriens (Selucia Ctesiphon), gegründet von Mar Mari und Mar Addai zwei Jünger von Apostel Thomas, und daher den Apostel Thomas als Vater im Glauben verehrten, und übernahmen von dort die ostsyrische Liturgie mit Namen Syro-Malabarischer Ritus.

 

Der Begriff syro-malabarisch ist eine Kombination aus den beiden Wörtern syrisch und malabarisch. Der heutige indische Bundesstaat Kerala war früher und ist auch heute bekannt als Malabar. Die Liturgische Sprache war das Syrische in seiner östlichen Ausformung, die klassische Form des Aramäischen. Diese ostsyrische Liturgie wird in Malabar gefeiert, und darin hat die Bezeichnung syro-malabarisch ihren Ursprung. Seit 1962 wird anstatt syrisch die Landessprache Malayalam in der Liturgie gebraucht.

 

Der gesamte Qurbana ist eine ständige Darbringung von Lob, Ruhm, Ehre, Dank und Anbetung an den dreieinigen Gott und erinnert an das Leben, das Leiden, den Tod, das Begräbnis, die Auferstehung, die Himmelfahrt und die Wiederkunft Christi, des Erlösers.

(Pfr.Dr. Joseph Chalassery)

 

Menschen aus Kerala, die der Syro-Malabarischen Kirche angehören, kamen in die Schweiz, um Arbeit zu finden. Die Meisten sind im Gesundheitswesen tätig. Sie bildeten Gebetsgruppen. Erstmals wurden Exerzitien im April 1992 in Basel in der Muttersprache Malayalam organisiert.

1994 wurde die zweite Gebetsgruppe in Zürich gegründet. Seither entstanden weitere Gruppen in Egg, Bern und Schaffhausen. Ab 1997 wurden von der „Holy Familiy Prayer Group Switzerland“ sporadisch, dann regelmässig, an verschiedenen Orten Heilige Messen gefeiert, so in Basel einmal monatlich.

 

Im Rahmen des Projektes «Fidei Donum Retour (FDR)» wurde im Jahr 2003 der indische Priester Joseph Chalassery nach Basel geholt. 2006 reiste er wieder nach Indien zurück.

 

Seither finden regelmässige Gottesdienste mit einem Aushilfspfarrer statt.

In der Schweiz leben etwa 1‘000 Familien, das heisst, etwa 5‘000 Personen, davon sind in der Nordwestschweiz etwa 300 Familien.

 

Lehre

Selbstdarstellung:

«Die Katholische Kirche ist eine Gemeinschaft von 22 verschiedenen Kirchen oder Riten, die nach eigener Rechtsordnung leben. Diese Verschiedenheit in der Kirche schadet nicht ihrer Einheit, vielmehr erhöht sie ihre Schönheit.» (Pater Varghese Nadackal MST)

 

Die Syro-Malabarische Kirche anerkennt den Papst als Oberhaupt und ist mit der Römisch-katholischen Kirche uniert. Das heisst, es besteht eine vollständige gegenseitige Anerkennung.

Die Syro-Malabarische Kirche unterscheidet sich durch den Ritus, hingegen theologisch nur unwesentlich von anderen katholischen Kirchen.

 

Organisation, Finanzen

Die Gemeindeglieder sind Mitglied der Römisch-katholischen Kirche ihres Wohnorts. Der Priester ist geistlicher Leiter. Die „Holy Familiy Prayer Group Switzerland“ unterstützt den Priester und organisiert mit ihm zusammen viele Anlässe.

Die Kirchenräume werden von der Römisch-katholischen Kirche unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Die Syro-Malabaren bezahlen Kirchensteuern an die RKK.

Der Priester ist zwar von der RKK angestellt (50% für die Pfarrei Heiliggeist, 50% für Spitalseelsroge und andere Kirchen in Basel-Stadt), die Arbeit für seine Landsleute leistet er ehrenamtlich.

Kollekten werden für Exerzitien und Sozialprojekte verwendet. So gab die Gemeinde einen Beitrag für Opfer des Tsunami.

 

Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit

Die Gottesdienste finden abwechslungsweise in der Kirche St. Anton in Basel und in der St. Theresiakirche in Allschwil statt.

Gottesdienste:

2. Sonntag/Monat 17.00 Uhr in der St. Theresia-Kirche in Allschwil.

Letzter Sonntag/Monat 16.00 Uhr Rosenkranz, 17.00-18.30 Uhr Heilige Messe in der Kirche St. Anton.

Soziale Hilfe für Gemeindeglieder geschieht spontan. Für soziale Projekte in Indien sammelt die Gemeinde Geld.

Der Priester ist für die Seelsorge zuständig.

 

Einladungen:

- Die zweimonatliche Übersicht über das Programm wird jeweils am Schluss eines Gottesdienstes verteilt.

- Gelegentlich schriftliche Einladungen.

- Internet

 

Literatur, Zeitschrift

-Edouard R. Hambye/ Johannes Madey: 1900 Jahre Thomas-Christen in Indien. Freiburg i.Ue. 1972.

- Katholische Ostkirchen in der Schweiz. Unierte Kirchen - kennen wir sie? Studientag vom 21. September 2004. migratio Dokumentation/4. Luzern 2004: Pater Varghese Nadackal MST: Syro-Malabarischer Ritus. S. 40 ff.

- Madey, J., / Vavanikunnel, G., Qurbana oder die Eucharistiefeier der Thomaschristen Indiens, Paderborn, Sandesanilayam, 1968.

 

Weitere Links

Homepage der Syro-Malabar Kirche in Indien (englisch)

 

[int.Nr.: i1356]

 

Aktualisiert: 15.5.2008

 

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www.inforel.ch/i1356

 

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