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Said-i Nursi Stiftung

Islamisches Bildungszentrum überwiegend für türkische und kurdische Muslime.

 

Die Verantwortlichen der Stiftung lehnten es ab, Auskünfte zu geben. Der vorliegende Text beruht einerseits auf früheren Angaben des Gründers Yusuf Koca und anderseits auf Informationen von der Homepage saidinursi.ch.

 

Kontakt

Said-i Nursi Stiftung

Kleinhüningerstrasse 199, 4057 Basel

Mail: info@saidinursi.ch

 

saidinursi.ch (Deutsch)

 

Geschichte

Am 31. März 2004 gründete Yusuf Koca mit zwei weiteren Personen die Stiftung. Im Oktober 2005 zogen sie in das jetzige Lokal und eröffneten das Zentrum am 8. Dezember 2005.

Vorwiegend türkische und kurdische Muslime besuchen das Zentrum. Zum Freitagsgebet kommen etwa 60-70 Männer bei steigender Tendenz.

 

Lehre und Ziele

Das Zentrum ist für alle Muslime offen, richtet sich aber besonders an türkische und kurdische Muslime.

 

Auszug aus den Statuten:

«Die Said-i Nursi Stiftung verfolgt folgende Zwecke, welche auf den Prinzipien und erzieherischen Massnahmen von Said-i Nursi beruhen:

2.5.

Für Muslime, die in der Schweiz leben, errichtet die Stiftung Gebetshäuser, damit sie ihren Glauben ausüben können. Speziell dafür geeignete Fachleute aus der Türkei werden dazu beitragen, damit die Ausübung des muslimischen Glaubens vollbracht werden kann.

2.6.

Die Stiftung unterstützt die in der Schweiz lebenden Muslime, die wegen ihres Glaubens Schwierigkeiten oder Probleme haben oder deswegen diskriminiert werden. Dabei wird versucht, gemeinsame Lösungen zu finden.»

 

Zweckartikel im Handelsregister:

«Beruhend auf den Prinzipien und erzieherischen Massnahmen von Said-i Nursi Unterstützung Geschädigter bei Naturkatastrophen in der Schweiz oder der Türkei sowie Spendenaktionen, Erbringung von Stipendien für SchülerInnen und StudentInnen in wirtschaftlicher Notlage, finanzielle Unterstützung in der Schweiz oder in Kurdistan lebender Kinder, die durch Tod eines oder beider Elternteile verwaist sind, Integrationshilfe an in der Schweiz lebende Türken und Kurden sowie unter anderem Durchführung von Sprach-, Musik- und Volkstanzkursen, Errichtung von Gebetshäusern für in der Schweiz lebende Muslime mit Hilfe von Fachleuten aus der Türkei, Unterstützung von Muslimen in der Schweiz, die wegen ihres Glaubens diskriminiert werden sowie Pflege des Dialogs mit allen Religionsgemeinschaften in der Schweiz. Die Stiftung erklärt sich als politisch neutral.»

 

Satzung

 

Die Stiftung ist organisatorisch unabhängig von der Nurdschuluk-Bewegung, nimmt aber Said Nursi (1876 geboren) als Vorbild. Er stellte fest, dass die muslimische Gemeinschaft krank sei. Sie sei gekennzeichnet von einem totalen Zusammenbruch ihres sozialen und politischen Systems, durch wachsende Feindschaft unter den Muslimen, durch die Vernachlässigung von Solidarität in den Beziehungen der islamischen Völker untereinander sowie durch die Anbetung des Totalitarismus und durch wachsenden Egoismus. Die Lösung der vielfältigen Probleme sieht Said Nursi in einer Rückbesinnung auf die Glaubensquellen und im Praktizieren einer am Koran orientierten Lebensweise.

 

Die Said-i Nursi Stiftung will aber nicht dogmatisch an Said Nursi festhalten, sondern ist offen für alle guten Ideen.

 

Die Stiftung ist Mitglied der Basler Muslim Kommission (BMK).

Auszug aus den Statuten:

«2.7. Die Stiftung pflegt den Dialog mit allen in der Schweiz sesshaften muslimischen und nicht muslimischen Religionsgemeinschaften.»

Aktive machen auch beim Interreligiösen Forum Basel (IRF) mit und gewähren Gastrecht für Zusammenkünfte.

 

Organisation, Finanzen

Die Said-i Nursi Stiftung ist eine Stiftung nach schweizerischem Recht mit Sitz in Basel.

Das Zentrum wird von einem Stiftungsrat geleitet und von Gönnern unterstützt.

Frauen sind willkommen, sind aber in der Minderzahl.

Alle Auslagen werden durch Spenden gedeckt.

Die Verwaltung des Geldes geschieht gemäss Schweizer Gesetzen.

Spenden sind im Kanton Basel-Stadt abzugsberechtigt.

Spendenliste des Kantons Basel-Stadt

 

Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit

Das Zentrum ist im 1. Stock an der Kleinhüningerstrasse 199 eingemietet. Der ehemalige Lagerraum mit 600 m2 besteht aus einem sehr grossen und einem mittelgrossen Raum sowie zwei kleinen Räumen. Der grössere Raum kann durch verschiebbare Elemente vielseitig genutzt werden. So gibt es einen Gebetsteil, der normalerweise für die Betenden gross genug ist, aber bei Bedarf (Festgebete) auf mindestens die doppelte Grösse erweitert werden kann. Des Weiteren sind Sitzgruppen, Seminartische, Bücher sowie eine Teeküche vorhanden. Im anderen Raum gibt es neben Tischen und Stühlen einen grossen Fernseher und mehrere Spielgeräte für die Jugendlichen. Ein Zimmer dient als Schulungsraum.

Der 143 m2 grosse Raum fasst etwa 150 Personen und wird unter anderem für kleine Hochzeiten, Konferenzen und andere Anlässe benutzt. Es besteht auch die Möglichkeit, das Lokal unter gewissen Bedingungen zu mieten.

 

Neben den fünf täglichen Gebeten und Festgebeten steht die Bildung im Vordergrund der Said-i Nursi Stiftung. So werden unter anderem Deutschkurse für Frauen, Zusatzkurse für Schüler in verschiedensten Schulfächern, bei Bedarf Computerkurse sowie islamische Kurse für alle Interessierten angeboten.

 

Während dem Ramadanmonat findet in der Stiftung täglich das Fastenbrechen statt. Daran nehmen meist bis zu 150 Personen aus verschiedenen Ländern teil.

Zum Jahresbeginn wird jeweils ein «Neujahrstreff» mit diversen Aktivitäten veranstaltet.

Im Sommer werden gemeinsam mit anderen Moscheen und Stiftungen Picknicks im Freien organisiert.

Die Said-i Nursi Stiftung heisst alle willkommen, die an diesen Veranstaltungen und Aktivitäten teilnehmen möchten.

 

Jeden ersten Sonntag des Monats wird für die Familien ein reichhaltiges, orientalisches Frühstück in der Stiftung angeboten. → Monatliches Sonntags-Frühstück

 

- Religionsunterricht

Jeweils am Samstag und Sonntag findet Koranunterricht für Kinder und Jugendliche statt. Sonntags wird Koranunterricht für Mädchen angeboten.

 

- Jugendabteilung

Für Jugendliche besteht ein breites Angebot an Aktivitäten, wie unter anderem die jährlich stattfindenden Fussballturniere (Jugendliche anderer Moscheen werden dazu eingeladen) → Fussballturnier und Wanderlager. → Wanderlager

Samstags treffen sich die Jugendlichen regelmässig in der Stiftung und diskutieren über islamische und soziale Themen; beispielsweise über das Leben in der Schweiz. Zeitweise besuchen sie auch anderen Moscheen, um sich mit anderen Jugendlichen auszutauschen.

 

- Frauenorganisation

Jeden Mittwochnachmittag treffen sich die Frauen in der Stiftung, um über islamische und andere Themen zu sprechen.

 

Aktivitäten

 

Auszug aus den Statuten:

«2.2.

Im Falle einer Naturkatastrophe, geschehe sie in der Schweiz oder in der Türkei, wird denjenigen, die geschädigt wurden und Hilfe benötigen, alle mögliche Unterstützung geboten. Zudem werden Spendenaktionen eröffnet.

Für diejenigen Schülerinnen und Studentinnen, die in der Schule/im Studium erfolgreich sind und sich in einer wirtschaftlichen Notlage befinden, kommt die Stiftung für Stipendien auf.

2.3.

Für Kinder, die in der Türkei oder in Kurdistan leben und von denen einer oder beide Elternteile verstorben sind, leistet die Stiftung finanzielle Hilfe.»

 

Bei Problemen helfen geeignete Personen nach Bedarf.

 

Im Zentrum gibt es eine kleine Bibliothek mit Büchern zu islamischen Themen primär zum Kauf, aber auch zum Lesen vor Ort, CDs, eine Teestube, Spielmöglichkeit für Junge und türkisches Fernsehen.

 

Literatur, Zeitschrift

Said Nursi verfasste den Korankommentar Risale-i Nur («Botschaft des Lichts»).


[int.Nr.:i1371]

Aktualisiert: 17.10.2014

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