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Schomre Thora

 

Kontakt

Kontakt über die Israelitische Gemeinde Basel (IGB).

 

www.schomre-thora.ch

 

Geschichte

1895 gründete Rabbiner Dr. Arthur Cohn, Rabbiner der Israelitischen Gemeinde Basel den «Schomre-Thora Jünglingsverein Chewrat Schomre Thora in Basel». In diesen konnte jeder «unbescholtene religiöse Israelit, der das 16. Lebensjahr vollendet hat» Mitglied werden. Tatsächlich dürften sich aber auch bald ältere, verheirate Männer dem Verein angeschlossen haben.

Ziele der Vereinigung waren gemäss Statuten:

1. das Studium der Tora und die dadurch ermöglichte Einhaltung der religiösen Vorschriften, 2. die Gelegenheit gesellige Zusammenkünfte, 3. die Freundschaftsdienste bei Krankheit und Todesfällen und die Förderung allgemeiner Wohltätigkeit. (Lit.1, S.16)

Das legitime Bedürfnis nach eigenen Lokalitäten konnte durch die Stiftung Israelitisches Lehrhaus erfüllt werden.

Obwohl die Zweckbestimmung der Stiftung eng mit der Schomre Thora verknüpft ist, sind es aber zwei je eigenständige Körperschaften.

Der Verein machte im Verlauf der langen Geschichte einige Wandlungen durch.

So wurde zum Beispiel aus dem Jünglingsverein ein Männerverein. (Lit.1, S.17)

Schomre Thora gelang es weitgehend, sich aus den Spannungen zwischen der Israelitischen Gemeinde Basel und der im Jahr 1927 gegründeten Israelitischen Religionsgesellschaft Basel (IRG) herauszuhalten. (Lit.2, S.62)

So reicht heute das Spektrum von liberal über orthodox bis ultraorthodox. Dabei gelang es, das Ziel, nämlich jüdisches Wissen und jüdische Kultur zu vermitteln, nicht aus den Augen zu verlieren.

 

Der Verein Schomre Thora hat etwa 150 Mitglieder.

Lehrkörper: 11 Lehrer als Teilzeitangestellte. Sie unterrichten etwa 120 Personen.

 

Lehre und Ziele

Selbstdarstellung (Statuten):

§ 2

«Zweck des Vereins ist: Vermittlung von jüdischem Wissensgut und jüdischer Kultur zur Förderung jüdischen Bewusstseins und jüdischer Identität.

Der Verein ist politisch neutral.

§ 3

Der Verein sucht seinen Zweck durch folgende Tätigkeit zu erreichen:

a) durch Anstellung eines oder mehrerer Kursleiter, welche für die Vereins-Kurse zur Verfügung stehen;

b) durch Angebot von Kursen und Vorlesungen an Interessenten jüdischen Glaubens;

c) durch Unterhaltung einer Bibliothek in den Vereinsräumlichkeiten;

d) durch Förderung von hiesigen und auswärtigen kulturellen Anlässen, welche dem Zweck des Vereins entsprechen.

Die Teilnahme an den Kursen und Veranstaltungen sowie die Benützung der Bibliothek sind grundsätzlich kostenlos.»

 

Organisation, Finanzen

«Schomre Thora (Chewrat Schomre Thora)» ist ein Verein nach ZGB mit den üblichen Strukturen.

Mitgliedschaft; Statuten § 4:

«Mitglied des Vereins kann jede jüdische Person werden, die bestrebt ist, der jüdischen Tradition nachzuleben, die das 18. Lebensjahr erreicht hat und sich zur Zahlung eines jährlichen Mitgliedbeitrages verpflichtet.[…]»

Finanzierung:

Mitgliederbeiträge, Spenden, Subventionen, Schenkungen, gelegentliche Fundraising-Veranstaltungen

Jährliche Aufwendungen von ca. CHF 150'000.-.

Das Geld wird wie in Vereinen üblich verwaltet.

«Die Teilnahme an den Kursen und Veranstaltungen sowie die Benützung der Bibliothek sind grundsätzlich kostenlos.» (§ 3 der Statuten)

 

Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit

Die Lehrveranstaltungen von Schomre Thora finden im Israelitischen Lehrhaus in Basel statt.

Selbstdarstellung:

«- Durchführung von ca. 45 wöchentlichen Kursen und Vorlesungen über verschiedene jüdische Themen (u.a. Bibel, Talmud, Geschichte, Gesetze, Philosophie) an insgesamt etwa 120 Personen aller Altersstufen

- Förderung von kulturellen Anlässen»

 

Zur Zeit finden mit Ausnahme des Freitags täglich mehrere Schiurim («Mass, Lektion, Unterrichtsstunde; Kommentar zur Torahlesung»)* statt. Der Montag ist dabei mit 20 Unterrichtseinheiten der am strengsten belegte Tag.

Schiurim gibt es für folgende Gruppen (in Klammer die Anzahl Gruppen):

- Erwachsene (32)

- Damen (5)

- Herren (5)

- Vorschulalter (1)

- Primarschulalter, 3.+4. Klasse (4)

- ab 16 (1)

 

Die Themen sind vielfältig und zeigen ein grosses jüdisches Spektrum, zum Beispiel:

- Talmud

- Tora

- Festtage

- Erziehung

- Wöchentlicher Toraabschnitt

- Halacha (das gültige Religionsgesetz)

 

*Glossar: Grundbegriffe im Judentum

 

Die Mitglieder und weitere Interessierte erfahren von den Angeboten durch Mitteilungen im «IGB-Treffpunkt», der Zeitschrift der Israelitischen Gemeinde Basel.

 

Literatur, Zeitschrift

1) Emanuel Lang (Redaktion): 90 Jahre Schomre Thora. Basel. 1895-1985. 5655-5745. (127 S., sw Fotos)

 

2) Leonardo Leupin: «Jeder Durstige komme zum Wasser». Die Geschichte der Schomre Thora Basel 1895-2005. Lizentiatsarbeit. Betreuer Jacques Picard. Status abgeschlossen 2007/2008


[int.Nr.:i1479]

Aktualisiert: 27.09.2016

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