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Jüdische Gemeinden und Gemeinschaften
«Kehilla» ist eine jüdische Gemeinde, für in der Regel eine grössere Zahl von jüdischen Menschen, «Chawura» ist eine eher kleinere, intimere Gemeinschaft.
Eine jüdische Gemeinde hat die Aufgabe, jüdisches Leben zu ermöglichen.
Dazu gehören: - Friedhof, respektive Möglichkeit zur jüdischen Bestattung
- Ein Raum zum Beten, zum Beispiel eine Synagoge: Eine Synagoge ist jedes Gebäude und jeder Raum, der zum Beten bestimmt ist. (Donin, S. 192.ff.)
- Eine «Sefer Tora»: Tora-Rolle (mit den 5 Büchern Mose) Eine Gemeinde muss nicht zwingend eine eigene Sefer Tora besitzen, muss aber für die Gottesdienste eine zur Verfügung haben. → Die Tora-Rolle. Ein Kompendium der besonderen Art. (Donin, S.192.ff.)
- Mikwe: Rituelles Tauchbad, das der Wiedererlangung der religionsgesetzlich vorgeschriebenen Reinheit dient.
- Möglichkeit zur Koscherversorgung (Donin, S.103 ff.)
- Geistige Führungspersönlichkeit; zum Beispiel Rabbiner. Die Gemeinden im deutschsprachigen Raum haben in der Regel einen Gemeinderabbiner angestellt. → Rabbiner. Aus HaGalil Lexikon
- Fürsorgekasse Der Begriff der Güte (chessed) schliesst jede Form von Wohltun ein, durch die man sich für einen anderen bemüht. (Donin S.52)
- Rechtliche Form als Gemeinde (In der Schweiz: Vereinsstatuten nach ZGB oder Verfassung, je nach Kanton)
Gemeinden und GemeinschaftenDie Grenzen zwischen einer Gemeinde («Kehilla») und einer Gemeinschaft («Chawura») mögen fliessend sein, aber wir halten uns an die Selbstdeklaration der Gemeinden und Gemeinschaften. In diesem Abschnitt stellen wir nur jene Organisationen vor, die kultische Zwecke verfolgen.
GemeindenIn Basel gibt es 2 Gemeinden. Die Israelitische Gemeinde Basel (IGB) hat den Status einer Öffentlich-rechtlichen Körperschaft. Das heisst, sie ist den grossen Kirchen gleichgestellt. Die IGB umfasst als sogenannte Einheitsgemeinde jüdische Mitglieder jeglicher religiöser Ausrichtung.
Die Israelitische Religionsgesellschaft Basel (IRG) ist rechtlich ein Verein nach ZGB. Die IRG ist eine Gemeinschaft der streng orthodoxen Juden.
GemeinschaftenDie folgenden Gemeinschaften sind von der theologischen Ausrichtung her sehr unterschiedlich.
Orthodoxe Gemeinschaften:
Reformorientierte bis liberale Gemeinschaften:→ Chawura → Migwan - Forum für Progressives Judentum
- - Gemeinsamkeiten: - Gleichberechtigung von Mann und Frau («egalitär»). - Reformorientiert
- - Unterschiede: - Chawura versteht sich als «familiärer Freundeskreis und strebt keine Erweiterung an. Mitgliedschaft bei der Israelitischen Gemeinde Basel ist Privatsache.
- Migwan - Forum für Progressives Judentum strebt längerfristig die Form und Anerkennung als Liberale Gemeinde innerhalb der «WUPJ, World Union for Progressive Judaism» und ist deshalb auf Wachstum bedacht. Die Mitgliedschaft bei der Israelitischen Gemeinde Basel ist kaum ein Thema.
- Od Mashehu hat nur informelle Strukturen ohne Mitgliedschaft und praktiziert experimentelle Gottesdienstformen.
- Ofek - Horizont versteht sich als liberaler Flügel der Israelitischen Gemeinde Basel. So ist die absolute Mehrheit der Ofek-Mitglieder bei der IGB. Längerfristig strebt Ofek eine volle Anerkennung durch die IGB an und träumt von der Gleichzeitigkeit der Gottesdienste: IGB in der grossen, Ofek in der kleinen Synagoge.
Literatur:Chajim Halevy Donin: Jüdisches Leben. Eine Einführung zum jüdischen Wandel in der modernen Welt. Zürich 1987 - 5747. S. 52 f.
Paul Spiegel: Was ist koscher? Jüdischer Glaube - jüdisches Leben. München, 3. Aufl. 2003. S.58 ff.
Das Jahr der Gemeinden. Editorial von Yves Kugelmann: Was ist eine jüdische Gemeinde? tachles; 6. Jahrgang, Ausgabe 38, 22.9.2006
Weitere Links(Für die Inhalte der verlinkten Seiten übernehmen wir keinerlei Verantwortung!) Das Jahr der Gemeinden (tachles; 6. Jahrgang, Ausgabe 38, 22.9.2006) Editorial von Yves Kugelmann: Was ist eine jüdische Gemeinde?
Kehillah Aus HaGalil Lexikon
Kehillah. Wikipedia
[int.Nr.:201]
Aktualisiert: 21.1.2010
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