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Koschere Ernährung

Kaschrut – die Ernährung nach den Vorschriften des jüdischen Religionsgesetzes
Fleisch
Weiterführende Literatur
Links

Kaschrut – die Ernährung nach den Vorschriften des jüdischen Religionsgesetzes

Das Judentum kennt besondere Speisegesetze. Juden dürfen nur Speisen und Getränke zu sich nehmen, die koscher sind.

Rabbiner Chajim Halevy Donin betitelt in seinem Standardwerk »Jüdisches Leben« das Kapitel 6 mit »Die Speisegesetze: Nahrung für die Seele«. Damit gibt er treffend wieder, worum es bei diesen Speisegesetzen geht:

«Die jüdischen Speisegesetze schreiben nicht nur Kost für den Körper, sondern auch für die Seele vor; nicht so sehr eine Kost, um körperliches sondern auch um seelisches Wohlbefinden zu erhalten.»

 

Trotz aller Bemühungen, die Kaschrut-Vorschriften logisch zu erklären, gehören sie immer noch zu den sogenannten Hörigkeitsgesetzen, an deren Befolgen man den gläubigen Juden erkennt: blinder Gehorsam ohne Widerspruch gegen die Gesetze, die auf dem Berg Sinai gegeben wurden.

 

Milchiges und Fleischiges darf nicht zusammen gegessen werden. Dies geht auf den Bibelvers zurück, der besagt, dass das Zicklein nicht in der Milch seiner Mutter gekocht werden darf. Sogar das Geschirr für Milchiges und Fleischiges wird getrennt verwendet. In manchen jüdischen Haushalten gibt es das gesamte Geschirr doppelt, einmal für Fleischiges, einmal für Milchiges.

 

Gemüse und Früchte werden als Parwe, neutral, betrachtet und somit dürfen sie zu Milchigem und zu Fleischigem genossen werden.

Übrigens sind auch nicht alle Fische erlaubt. So gelten zum Beispiel Fische ohne Schuppen und Krustentiere nicht als koscher. Das heisst, nur Fiswche, die sowohl Schuppen wie Flossen besitzen, gelten als koscher.

Die Grundsätze der koscheren Ernährung sind in der Bibel zu finden, die Ausführungsbestimmungen entwickelten sich im Lauf der Jahre und müssen in Folge der Weiterentwicklung der Lebensmittelindustrie laufend im Detail aktualisiert werden. Das heißt, die Gesetze bleiben gleich, aber jedes neue Produkt muss untersucht werden.

Eine wichtige Aufgabe der Rabbiner ist es, festzustellen, welche Produkte koscher sind.

 

Die Einhaltung der Speise- und Reinheitsvorschriften ist zentral im jüdischen Leben. Die Rabbiner der beiden Gemeinden führen eine Liste der erlaubten und verbotenen Artikel. Sie wird laufend aktualisiert.

Einige Lebensmittel können in konventionellen Geschäften eingekauft werden.


Fleisch

Es gibt erlaubte und unerlaubte Tiere. Damit die erlaubten Tiere koscher sind, müssen sie geschächtet, das heißt rituell durch einen einzigen Schnitt, der Halsschlagader, Luft- und Speiseröhre durchtrennt, geschlachtet und das Fleisch ausgeblutet werden.

 

Beim Fleisch gelten spezielle Vorschriften. Dies beginnt bei der Auswahl der Tiere und geht weiter bei der Schlachtart. Tiere müssen geschächtet werden. Das heisst, dem unbetäubten Tier werden mit einem absolut einwandfreien, scharfen Messer mit einem schnellen Schnitt Halsschlagader und Luftröhre durchgeschnitten. Dies wird von einem «Schochet» getan, der auch für die peinlich genaue Kontrolle des geschlachteten Tieres zuständig ist. Anschliessend ist es Arbeit des Metzgers, dafür zu sorgen, dass das Fleisch durch ein spezielles Verfahren garantiert ohne Blut ist.

 

In der Schweiz ist das Schächten verboten. Deshalb muss das Fleisch mit Sonderbewilligung importiert werden. Geschlachtet wird in Frankreich.

Koscher.

Gemäss der Thora (5. Buch Moses 12:21) sind zum Verzehr durch Menschen nur Säugetiere, Geflügel und Fische erlaubt. Diese müssen, mit Ausnahme der Fische, gemäss den religionsgesetzlichen Vorschriften geschlachtet («geschächtet») werden.


Weiterführende Literatur

Chajim Halevy Donin : Jüdisches Leben. Eine Einführung zum jüdischen Wandel in der modernen Welt. Zürich 1987 - 5747. (343 S., Abb.): Kapitel 6 «Die Speisegesetze: Nahrung für die Seele». S. 103–126

 

Israel M. Lau: Wie Juden leben. Glaube - Alltag - Feste. Aufgezeichnet und redigiert von Schaud Meislich. Aus dem Hebräischen übertragen von Miriam Magall. Gütersloh 1997, 3. Auflage: «Kaschrút», S. 73-89


Links

- Koscher

(Alfred Bodenheimer)

Unter dem Adjektiv „koscher“ (Substantiv: Kaschrut) versteht man im weitesten Sinne alle Speisen und Getränke, deren Genuss nach religionsgesetzlichen Massgaben erlaubt ist.

 

- Eliahu Avichail: Eine Einführung in die Grundlagen des jüdischen Glaubens und Gesetzes. »KOSCHERES« ESSEN (haGalil: Eliahu Avichail)

 

- Was bedeutet Koscher (Chabad Lubawitsch)

 

- KOSCHER – Jüdische Speisegesetze (Restaurant Topas, Basel)

 

- Koscherliste (Israelitische Gemeinde Basel)

 

- Koscher (Israelitische Cultusgemeinde Zürich, ICZ)

-- Aktuelle Koscherliste (Stand: 15.03.17)

 

- Switzerland‘s Kosher Guide

 

- koscher.net

Mit Links zu weiteren Internetseiten zum Thema «Koscher»

 

- Liste des produits cacher

La Communauté Israélite de Lausanne et du canton de Vaud (ci-après « CILV »)


[int.Nr.:i20e1004]

Aktualisiert: 07.04.2017

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