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Judentum: Kalender

 

Der wöchentliche Feier- und Ruhetag

Juden feiern den biblischen Ruhetag. Der Schabbat beginnt mit dem Einbruch der Dunkelheit am Freitagabend, «wenn drei Sterne am Himmel zu sehen sind» und endet nach Einbruch der Dunkelheit am Samstagabend, ebenfalls «wenn drei Sterne am Himmel zu sehen sind».

Schabbat - Der wöchentliche Ruhetag

 

Zeitrechnung

Die jüdische Zeitrechnung beginnt mit der Schöpfung der Welt, wie sie sich aus der Zurückrechnung der biblischen Chroniken ergibt. Demnach schuf Gott die Erde im Jahr 3761 vor "unserer", das heisst der säkularen Zeitrechnung.

Der Kalender kombiniert das Mond- mit dem Sonnenjahr. Daher werden die einzelnen Feiertage zwar immer in der gleichen Jahreszeit begangen, doch die konkreten Tage ändern sich von Jahr zu Jahr.

Das jüdische Jahr

Zur Beachtung: Alle jüdischen Feste beginnen am Vorabend wie der Schabbat.

 

Die jüdischen Feste im Jahreslauf

Tu b'Schwat - Neujahrsfest der Bäume

An diesem Tag wird von den Früchten gegessen, die in Israel wachsen.

Tu be Schewat - Seder

 

Purim - Fest der Lose

Purim ist ein freudiges, ausgelassenes Fest. Dieser Gedenktag erinnert an die Errettung vor einer geplanten Judenverfolgung durch Haman, die von Esther vereitelt werden konnte. Im Gottesdienst wird die Rolle Esther gelesen. Jedesmal, wenn der Name Haman erwähnt wird, dürfen die Kinder mit Rätschen Lärm machen. Purim wird heute sehr ausgelassen gefeiert; die Überlieferung sieht "essen, trinken und lustig sein" vor - ein festliches Essen, das in der Familie und mit Freunden eingenommen wird, dient der Erfüllung dieses Gebots. Für viele Kinder ist Purim die jüdische Fasnacht.

Purim (von Franziska Schmidt)

Fit für Purim? - ein Quiz über Esther und Co.

 

Pessach - Auszug aus Ägypten

Dieses Fest hat vier Namen:

1. Frühlingsfest

2. Fest der Freiheit

3. Fest der ungesäuerten Brote

4. Pessachfest

Pessach erinnert an den Auszug aus Ägypten. Das Volk Israel musste derart in Hast aufbrechen, dass keine Zeit blieb, das Brot zu säuern. Deshalb nahmen sie "ungesäuerte Brote" mit auf den Weg (2.Mose 12, 39).

Im Nachvollzug an den Auszug und in Erinnerung daran darf am Pessachfest nicht nur nichts Gesäuertes gegessen werden, sondern es darf nichts Gesäuertes im Haus sein.

Die landwirtschaftliche Bedeutung von Pessach ist der Beginn der Erntezeit.

Pessach dauert 8 Tage. Die ersten zwei und die letzten zwei Tage gelten als "Jomtow", also als hohe Feiertage. Die vier anderen Tage gelten als Halbfeiertage.

Links zu Pessach

 

Lag Ba'omer - Freudentag in der Omerzeit

33. Tag nach Pessach.

Die Omer-Zeit ist eine Art Trauerzeit. Sie wird unterbrochen, weil der jüdische Freiheitskämpfer Bar Kochba im Aufstand gegen die römische Besatzungsmacht (132-135 n.d.Z.) einen Sieg über seine Feinde errang.

Das Zählen des Omer: Sefirat ha Omer

 

Schawuot - Fest der Toragebung

Fünfzig Tage nach Pessach.

Wochenfest,

Erntedankfest für die Weizenernte. Erinnerung an die Offenbarung der Zehn Gebote am Sinai.

Chag haSchawu'oth - Wochenfest

 

Schiwa Assar b‘Tamus - Beginn der Eroberung Jerusalems

Beginn der Eroberung Jerusalems. Fasten vom Morgengrauen bis Einbruch der Nacht.

 

Rosch Haschana - Neujahrsfest

1. + 2. Tischri (September / Oktober).

Höhepunkt ist das Blasen des Schofar, eines gedrehten Widderhorns: "Am ersten Tag des siebenten Monats sollt ihr Ruhetag halten mit Schofarblasen, zum Gedächtnis, eine heilige Versammlung" (3. Mose 23,24). In mehreren Intervallen werden 100 Töne geblasen - mal länger, mal abgehackt, dann wieder in einem lang gezogenen Ruf. Der Schofar erinnert an die im 1. Buch Mose 22,1-18, erzählte Geschichte: Abraham will gemäß der göttlichen Anweisung seinen einzigen Sohn opfern, doch Gott lässt dieses Menschenopfer nicht mehr zu - stattdessen opfert Abraham einen Widder. So ist das Horn gleichzeitig ein Symbol der Opferbereitschaft und des Gehorsams gegenüber Gott wie der Barmherzigkeit und der Freude über das erhaltene Leben.

Der Tag der Verhüllung: ROSCH HASCHANAH

 

Fasten Gedaljah

3. Tischrij (oder 4., wenn 3. ein Sabbat ist).

Ermordung Gedaljahs. Fasttag.

Ein Fasten, ein Lernen und Gedenken: Was hat Jizhak Rabin mit Zom Gedaljah zu tun?

 

Jom Kippur - Tag der Busse, Versöhnungstag

10. Tischri (Oktober)

Der wichtigste jüdische Feiertag, der auf die «Zehn Tage der Reue und Umkehr» folgt; Fasttag.

Man bittet Gott um Verzeihung für die Sünden ihm und den Mitmenschen gegenüber.

Jom Kipur: Das jährlich wiederkehrende himmlische Gericht

 

Sukkot - Laubhüttenfest

Am 5. Tag nach Jom Kippur. 14./15. bis 22. Tischri.

Laubhüttenfest, ein Erntefest, Fest der Heiterkeit und Freude. Erntedank und Erinnerung an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten.

Während der sieben Tage, die das Fest dauert, sollen die jüdischen Familien in einer kleinen, selbsterbauten Hütte, der Sukka, leben (3. Mose 23, 42). Sie symbolisieren die behelfsmäßigen Unterkünfte, in denen die Juden während ihrer Wanderung durch die Wüste nach dem Auszug aus dem ägyptischen Exil gelebt haben.

Sieben Tage sollt ihr in Laubhütten wohnen (Linkliste)

 

Schemini Atzeret - Fest der Erneuerung und Danksagung

Shemini Atzeret wird ausserhalb Israels separat von Simchat Thora gefeiert. Shemini Atzeret bedeutet "die Versammlung des achten Tages", da Gott solche Freude an den sieben Tagen gehabt hat, dass er einem bittet, noch einen Tag länger zu bleiben.

 

Simchat Tora - Torafreudenfest

23. Tischri.

Abschluss des Laubhüttenfestes und Torafreudenfest. Es beschliesst den Jahreszyklus der Toravorlesung (die Tora wird jährlich einmal ganz durchgelesen).

Als Höhepunkt des Festes werden alle Torarollen aus dem Schrein geholt und während des Morgen- und Abendgottesdienstes in feierlichen Umzügen durch die Synagoge und um das Podium in der Mitte herum getragen; außerdem werden alle männlichen Gottesdienstbesucher, die über 13 Jahre alt sind, während des Morgengottesdienstes zur Lesung des letzten Abschnittes der Tora aufgerufen.

 

Chanukah - Lichterfest

25. Tislev - 2. Tevet (Dezember).

Lichterfest zur Erinnerung an die 165 v. Chr. von Judas Makkabäus veranlasste Wiederaufnahme des Jerusalemer Tempeldienstes. Charakteristisch für das achttägige Fest ist das täglich fortschreitende Anzünden der Lichter des achtarmigen Chanukkaleuchters.

Banu Hoshekh legaresh: Hanukah Sameah!

 

Asarah b‘Tewet

Assarah be'Tewet: Nationaler Trauer- und Fastentag, Tag zur Erinnerung an den Beginn der Belagerung Jerusalems im Jahr 588 v.d.Z. und an die Opfer der Schoah, Tewet-Fasten.

(Da diese Feier zwischen Jahresende und Jahresanfang schwankt, ist es erst wieder 2009, dann dafür zwei mal.)

 

Daten 2008

Tu b‘Schwat - Neujahrsfest der Bäume: 22. Januar ♦

Taanit Esther - Fasten Esther: 20. März ♦ ♦

Purim - Fest der Lose: 21. März ♦ ♦

Pessach - Auszug aus Ägypten: 20.-27. April ♦ ♦ ♦

Lag Ba‘omer - Freudentag in der Omerzeit: 23. Mai ♦

Schawuot - Fest der Toragebung: 9.+10. Juni ♦ ♦ ♦

Schiwa Assar b‘Tamus - Beginn der Eroberung Jerusalems: 20. Juli ♦ ♦

Tischa b‘Aw - Fasttag: 10. August ♦ ♦

Rosch Haschana - Neujahrsfest: 30. September + 1. Oktober ♦ ♦ ♦

Fasten Gedaljah: 2. Oktober ♦ ♦

Jom Kippur - Tag der Busse, Versöhnungstag: 9. Oktober ♦ ♦ ♦

Sukkot - Laubhüttenfest: 14.-21. Oktober ♦ ♦ ♦

Schemini Atzeret - Fest der Erneuerung und Danksagung: 21. Oktober ♦ ♦ ♦

Simchat Tora - Torafreudenfest: 22. Oktober ♦ ♦ ♦

Chanukah - Lichterfest: 22.-29. Dezember ♦ ♦

 

Gewichtung

♦ ♦ ♦ ♦ = Wichtigster Feiertag; Schul- und arbeitsfrei

♦ ♦ ♦ = Hoher Feiertag; Schul- und arbeitsfrei

♦ ♦ = Halbfeiertag

= Gedenktag

 

Literatur:

Chajim Halevy Donin : Jüdisches Leben. Eine Einführung zum jüdischen Wandel in der modernen Welt. Zürich 1987 - 5747. «Die besonderen Zeiten des Jahres», S. 217-275

 

Israel M. Lau: Wie Juden leben. Glaube - Alltag - Feste. Aufgezeichnet und redigiert von Schaud Meislich. Aus dem Hebräischen übertragen von Miriam Magall. Gütersloh 1997, 3. Auflage. Seite 158 – 297

ISBN: 3-579-02155-9

 

Stefan Koppelmann, in: Religionen feiern. Feste und Feiertage religiöser Gemeinschaften in Deutschland. Hg. vom Religionswissenschaftlichen Medien- und Informationsdienst e. V. REMID. Marburg 1997, S. 95-96. (Vergriffen.)

 

Elijahu Kitov: Das jüdische Jahr. Zürich. 4 Bände, 985 Seiten

 

Links:

Feiertage (Mit Links zu den verschiedenen Feiertagen)

 

http://www.hagalil.com/kalender/index.htm

 

http://www.religion-online.info/judentum/themen/feiertage.html

 

Schofarblasen. Kleines 1x1 Jüdischen Lebens

 

Die Bäume feiern Neujahr: Tu bi Schewat (von Iris Noah) (22.1.2008)

 

[int.Nr.:i20e12]

 

Aktualisiert: 22.1.2008

 

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