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Die Frau im Islam

Zur Einführung
Die Frau in Koran und Sunna
Die Menschen vor Allah
Mann und Frau
Gewalt gegen Frauen
Ehe
Sexualität
Bedingung für eine Bestrafung
Die Scheidung
Frau und Geld
Die Frau im öffentlichen Leben
Zur Bedeutung von Koran und Sunna
Die muslimischen Frauen im Alltag
Das Kopftuch
Probleme mit dem Kopftuch
Ausweis mit Foto ohne Kopftuch
Weitere Texte und Links zum Kopftuch
Ehrbegriff
Mann und Frau
Probleme in der Schule
Frau und Gesetz
Gesetz und Gesellschaft
Kultur und Frauenwürde
LINKS
Anmerkungen

Zur Einführung

Was unterscheidet eine «Muslima» - muslimische Frau - von christlichen/westlichen Frauen?

Das Kopftuch - vor allem der Türkinnen - springt uns sofort ins Auge.

Für manche ist das Kopftuch das Kennzeichen einer muslimischen Frau. Wir möchten nicht beim Kopftuch stehen bleiben, weil es nicht nur eine Äusserlichkeit ist, sondern auch weil es viele muslimische Frauen gibt, denen ihr Bekenntnis nicht an der Kleidung anzusehen ist.

 

Diesen Text schrieben wir nicht über, sondern mit muslimischen Frauen.

 

Sie wohnen alle in Basel und Umgebung und gehören verschiedenen Nationalitäten an. Sie stellten sich für Interviews zur Verfügung, beantworteten geduldig unsere Fragen und lasen anschliessend unsere Arbeit.

 

Das, was Sie nun in Händen halten, ist kein Idealprodukt, sondern ein Kompromiss.

 

Mitgearbeitet haben (in alphabetischer Ordnung):

- Christoph Peter Baumann (Gesamtredaktion; Linkliste)

- Tanja Duncker

- Christine Müller

- Eflan Okumus

- Elhassan und Ravya Orban

- Nuriye Tasoglu


Die Frau in Koran und Sunna

Grundlage des Glaubens ist der Koran, der Mohammed von Allah durch den Engel Gabriel offenbart wurde. Der Koran ist für alle Muslime - Mann und Frau - die höchste Richtschnur allen Handelns. Er gilt als das unveränderliche Wort des einen Gottes. Er wurde Mohammed in arabischer Sprache offenbart, deshalb darf er auch nur so weitergegeben werden.

Eine Übersetzung ist streng genommen gar nicht möglich. Weil aber die wenigsten Muslime und Muslimas arabisch verstehen, gibt es Versuche, quasi eine «Inhaltsangabe» zu geben.

So trägt eine von Muhammad Ahmad Rassoul verfasste «Übersetzung» den bezeichnenden Titel «Die ungefähre Bedeutung des Qur'ân Karîm in deutscher Sprache». Die nachfolgenden Zitate sind zu einem grossen Teil aus diesem Buch entnommen. Alle Koranverse, die wir hier wiedergeben, dürfen nur als ungefähren Anhaltspunkt dienen und keinesfalls spitzfindig ausgedeutet werden.

 

Die Propheten gelten als solche, die sehr gottesfürchtig gelebt haben, ganz speziell Mohammed. Deshalb werden seine Handlungsweise und seine Aussprüche für Fragen und Probleme, die nicht direkt aus dem Koran beantwortet werden können, als Vorbild genommen: die Sunna (Brauch, Überlieferung). Diese wurde von seinen Anhängern gesammelt und als Hadith (Ausspruch, kurze Erzählung) weitergegeben.

 

Im Gegensatz zum Koran, dessen Inhalt bis auf das letzte Zeichen vom Propheten Mohammed so diktiert wurde, wie er heute noch gelesen wird, sind die Hadithe von sehr unterschiedlicher Qualität.

Schon vor mehreren hundert Jahren wurde eine Selektion zwischen zweifelhaften und zuverlässigeren Hadithen vorgenommen, aber auch heute noch ist die Diskussion nicht abgeschlossen. Deshalb können die zitierten Texte nur als Illustration dienen.

 

Bei der Beurteilung des Frauenbildes im Koran sind zwei Bereiche zu unterscheiden:

das Verhältnis der Menschen zu Gott, und das der Menschen zueinander.

 


Die Menschen vor Allah

Vor Gott sind Mann und Frau gleich:

 

«O ihr Menschen, fürchtet euren Herrn, der euch aus einem einzigen Wesen erschuf, aus ihm seine Gattin erschuf und aus ihnen beiden viele Männer und Frauen entstehen und sich ausbreiten liess.» (Koran 4, 1)

 

«Die Schöpfung eines jeden von euch wird im Leibe seiner Mutter in vierzig Tagen als Samentropfen zusammengebracht, danach ist er ebenso lang ein Blutklumpen, danach wird zu ihm der Engel ge¬sandt, der ihm den Lebensgeist einhaucht und mit viererlei beauftragt ist: dem Niederschreiben seines Lebensunterhaltes, seiner festgesetzten Zeit, seinen Werken, und ob er elend oder glücklich ist.» (Hadith, al-Bukhari und Muslim)

 

Mann und Frau haben dieselben religiösen Pflichten zu erfüllen und werden von Gott unabhängig von ihrem Geschlecht beurteilt:

 

«Und diejenigen, die Gutes tun, ob Mann oder Weib, und dabei gläubig sind, werden ins Paradies eingehen.» (Koran 40, 40)

 

«Dem, der recht handelt - ob Mann oder Frau - und gläubig ist, werden wir gewiss ein gutes Leben gewähren; und Wir werden gewiss solchen (Leuten) ihren Lohn nach der besten ihrer Taten bemessen.» (Koran 16, 97)

 

Die Frau wird nirgends als moralisch minderwertiges Wesen dargestellt. Der Sündenfall, nach jüdisch-christlicher Tradition von Eva verursacht, war nach dem Koran die gemeinsame Tat von Adam und Eva.

 

Der Koran enthält ebenso Geschichten von Frauen, die gegen Gottes Gebote verstiessen (z.B. von der Frau von Lot), wie von gläubigen, gottesfürchtigen Frauen (die Königin von Saba; Maria).

 


Mann und Frau

Im zwischenmenschlichen Bereich werden die Geschlechterrollen als gegeben betrachtet. Die koranischen Ehevorschriften vereinheitlichen die verschiedenen Eheformen der vorislamischen Zeit und verboten einige für die Frauen nachteilige Sitten, wie beispielsweise die Prostitution von Sklavinnen oder das Vererben von Frauen (Koran 4, 19). Die Frau ist ihrem gottesfürchtigen Ehemann Gehorsam schuldig:

 

«Die Männer sind die Verantwortlichen über die Frauen, weil Allah die einen vor den andern ausgezeichnet hat und weil sie von ihrem Vermögen hingeben. Darum sind tugendhafte Frauen die Gehorsamen und diejenigen, die (ihrer Gatten) Geheimnisse mit Allahs Hilfe wahren. Und jene, deren Widerspenstigkeit ihr befürchtet: ermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie! Wenn sie euch dann gehorchen, so sucht gegen sie keine Ausrede.» (Koran 4, 34)

 

Zu dieser Koranstelle machen viele Kennerinnen und Kenner des Islams ein grosses Fragezeichen.

 

So gibt z.B. Monika Tworuschka (1) zu bedenken, inwieweit es sich hier um eine zeitbezogene Bestimmung handelt. Weiter fragt sie: Ist das Wort «wa'dribûhunna» (und «züchtigt sie») wirklich mit «Züchtigen», «Schlagen» zu übersetzen?

Das Verbum daraba, yadribu heisst ja im Arabischen auch «prägen».

 

Für den Muslim Smail Balic käme ein Schlagen unter Berufung auf den Koran einer Kompromittierung des Islams gleich. (2)

 

Dieser Koranvers bereitete schon in früher Zeit Schwierigkeiten. So widmete der berühmte Kommentator Tabari dieser Frage 27 Seiten.

 

Die Schlüsselstelle zum Verständnis wird im Begriff «Nushuz» gesehen. Die Übersetzung mit «Widerspenstigkeit», «Ungehorsam» ist ungenau.

Islamische Gelehrte erklären ihn mit der Weigerung der Frauen, dem Ehemann beim Geschlechtsakt zu gehorchen. Die Untreue ist dabei nur eine von vielen Variablen. (3)

 


Gewalt gegen Frauen

Wie sich Mohammed zu der Frage Gewalt gegen Frauen geäussert haben soll, zeigen die folgenden Hadithe:

 

«Eine Frau hatte dem Propheten geklagt, dass ihr Mann sie schwer geschlagen habe. Er missbilligte dies und sagte: Wie kann jemand von euch seine Frau schlagen, wie man einen Sklaven schlägt, und dann, ohne sich zu schämen, kommen und sie umarmen.»

 

«Unter den Gläubigen zeigen diejenigen den vollkommensten Glauben, die den besten Charakter besitzen. Und die besten unter euch sind diejenigen, die ihre Frauen am besten behandeln.»

 


Ehe

Für heiratsfähige Frauen und Männer ist die Ehe eine Verpflichtung:

 

«Und verheiratet die noch ledigen Frauen unter euch und die Rechtschaffenen von euren Sklaven und euren Sklavinnen.» (Koran 24, 32) (4)

 

Mohammed führt dies weiter aus in folgendem Hadith, der von 'Abd Allâh überliefert wurde:

 

«Ihr jungen Männer, wer von euch die Pflichten der Ehe erfüllen kann, der heirate. Das hilft besser, den Blick zu senken und die Keuschheit zu wahren. Wer es nicht kann, soll sich dem Fasten zuwenden, denn es ist für ihn die Überwindung der Begierde.»

 

Im Koran wird abschliessend aufgezählt, wer mit wem heiraten darf. Inzest ist verboten (4, 22-24). Die Ehe mit polytheistischen Frauen und Männern ebenso (2, 221). Einer Muslima ist die Ehe mit einem Nicht-Muslim nicht erlaubt. Hingegen darf der Muslim eine «Schriftbesitzerin» (Jüdin, Christin) heiraten.

 

Der Tatsache, dass die Männer zur Zeit Mohammeds durch die vielen Kriegszüge eine beschränkte Lebenserwartung hatten und dadurch viele Witwen zu versorgen waren, soll dazu geführt haben, dass für Männer in beschränktem Mass die Polygamie weiterhin erlaubt war, wird von manchen angenommen.

 

Für Muslime gilt: Weil es so im Koran steht, gilt diese Regelung und zwar für alle Zeiten.

Allerdings gilt sie nicht als Ideal, sondern eher als Ausnahme:

 

«Und wenn ihr fürchtet, nicht gerecht gegen die Waisen zu sein, so heiratet, was euch an Frauen gut ansteht, zwei, drei oder vier; und wenn ihr (auch dann) fürchtet, nicht billig zu sein, (heiratet) eine oder was im Besitz eurer rechten (Hand ist). So könnt ihr am ehesten Ungerechtigkeit vermeiden.» (Koran 4, 2)

 


Sexualität

Der Sexualtrieb wird grundsätzlich positiv bewertet:

 

«Erlaubt ist euch, in der Nacht während der Fastenzeit Umgang mit euren Frauen zu haben. Sie sind eine Bekleidung für euch, und ihr seid eine Bekleidung für sie.» (Koran 2, 187)

 

«Eure Frauen sind ein Saatfeld für euch; darum kommt zu eurem Saatfeld wann ihr wollt, doch schickt (Gutes) für euch voraus.» (Koran 2, 223)

 

Die Sexualität wird auf den ehelichen Bereich eingeschränkt und der Ehebruch mit verschiedenen Strafen bedroht:

 

«Und wenn welche von euren Frauen Unziemliches begehen, dann ruft vier von euch als Zeugen gegen sie auf; bezeugen sie es, dann schliesst sie in die Häuser ein, bis der Tod sie ereilt oder Allah ihnen einen Ausweg eröffnet.» (Koran 4, 15)

 

Oder:

 

«Einer Ehebrecherin oder einem Ehebrecher verabreicht jeweils hundert Peitschenhiebe. Und lasst euch nicht von Mitleid mit den beiden vor dem Gesetz Allahs überwältigen, wenn ihr an Allah und den jüngsten Tag glaubt. Und eine Anzahl der Gläubigen soll ihrer Strafe beiwohnen.» (Koran 24, 2)

 


Bedingung für eine Bestrafung

Als Bedingung für eine Bestrafung sind vier Zeugen nötig. An die Zeugen wird ein sehr strenger Massstab angelegt. Verleumdung soll genau so streng bestraft werden:

 

«Und denjenigen, die ehrbaren Frauen (Unkeuschheit) vorwerfen, jedoch nicht vier Zeugen (dafür) beibringen, verabreicht achtzig Peitschenhiebe. Und lasst ihre Zeugenaussage niemals gelten, denn sie sind es, die Frevler sind.» (Koran, 24,4)

(Siehe dazu auch: Zeugenaussage von Frauen )

 

Die Steinigung als Strafe wird im Koran nicht erwähnt. Um die Versuchung zur Unzucht möglichst klein zu halten, gibt der Koran verschiedene Vorschriften zum Verhalten zwischen Männern und Frauen, die nicht miteinander verheiratet oder nahe verwandt sind.

 

Für Frauen gilt das Gebot, sich zu bedecken, was nach dem Koran dem Schutz vor Belästigung dient, aber wohl auch einen Schutz der Männer vor den weiblichen Reizen bewirken soll:

 

«Prophet! Sag deinen Gattinnen und Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen (wenn sie austreten) sich etwas von ihrem Gewand (über den Kopf) herunterziehen. So ist es am ehesten gewährleistet, dass sie (als ehrbare Frauen) erkannt und daraufhin nicht belästigt werden. Gott aber ist barmherzig und bereit zu vergeben.» (Koran 33, 59)

 

Für viele Muslimas ist mit dieser Koranstelle die Verpflichtung ausgesprochen, dass Frauen sich bedecken und ein Kopftuch tragen sollen. Es sei hier angemerkt, dass auch für Männer gewisse Regeln gelten: Sie sollen keine Seide, keinen Goldschmuck und keine engen Hosen tragen.

 

In einem Hadith wird von Mohammed eine weitere Verhaltensmassregel zum Schutz der Sittlichkeit überliefert:

 

«Der Mann darf sich nicht allein mit einer Frau befinden, es sei denn, er gehöre zu den Männern, die sie nicht heiraten dürfen (wie Vater, Sohn etc.). Die Frau darf mit keinem Mann reisen, es sei denn, er gehört zu denen, die sie nicht heiraten dürfen.»

 


Die Scheidung

«O du Prophet, wenn ihr euch von den Frauen scheidet, so scheidet euch von ihnen zu ihrer festgesetzten Zeit und berechnet die Zeit und fürchtet Allah, eu¬ren Herrn. Treibt sie nicht aus ihren Häusern noch lasst sie hinausgehen; es sei denn, sie hätten eine offenkundige Schandbarkeit begangen. Und dies sind Allahs Gebote; und wer Allahs Gebote übertritt, der hat sich selber Unrecht getan. Du weisst nicht, ob Allah nach diesem etwas geschehen lassen würde. Wenn sie aber ihren Termin erreicht haben, dann haltet sie in Güte zurück oder trennt euch in Güte von ihnen; und nehmt als Zeugen Leute von Billigkeit unter euch, und legt Zeugnis vor Allah ab.» (Koran 65, 1+2)

 

Ein Mann kann seine Frau zweimal verstossen und dann - sofern sie will - wieder zurücknehmen. Erst nach der dritten Verstossung ist die Scheidung endgültig. Die Frau muss zudem nach einer Scheidung oder dem Tod ihres Gatten eine Wartezeit einhalten (Koran 2, 228-233).

 


Frau und Geld

Die neue Regel, das Brautgeld an die Frau selbst statt an ihre männlichen Verwandten zu bezahlen, und das Recht der Frauen zu erben (das sie vor dem Islam nicht besassen), verbesserten die ökonomische Stellung der Frau:

 

«Und diejenigen von euch, die abberufen werden und Gattinnen zurücklassen, haben ihren Gattinnen eine Versorgung für ein Jahr zu vermachen, ohne sie (aus dem Haus) auszuweisen. Wenn sie aber von sich aus ausziehen, so besteht für euch kein Vergehen, wenn sie über sich in rechtlicher Weise verfügen. Und Gott ist mächtig und weise.» (Koran 2, 240)

 

Allerdings erben Frauen und Mädchen auf Grund ihres Geschlechts nur die Hälfte von dem, was der Bruder erhält (Koran 4, 12 f).

 

Bei einer Scheidung resp. Verstossung hat sie das Recht auf einen finanziellen Ausgleich (Koran 2, 241).

 


Die Frau im öffentlichen Leben

«Und lasst zwei Zeugen aus den Reihen eurer Männer es bezeugen. Wenn es aber keine zwei Männer gibt, dann sollen es ein Mann und zwei Frauen sein aus den Reihen der Zeugen, mit denen ihr einverstanden seid, so dass, wenn eine der beiden sich irrt, die eine von ihnen die andere erinnern kann.» (Koran 2, 282)

 

Dieser Vers muss als Beweis für die Minderwertigkeit der Muslima herhalten. So wird daraus abgeleitet, dass eine Frau kein Recht hat, selbständig Geschäfte zu tätigen oder gar ein öffentliches Amt zu bekleiden.

 

Mohammed zeigte durch sein eigenes Leben, dass für ihn die Frau durchaus auf der gleichen Ebene stehen kann.

Seine erste und bis zu ihrem Tod einzige Frau Chadidscha war nicht nur einige Jahre älter als er, sondern führte ein eigenes Geschäft, in dem Mohammed anfänglich Angestellter war.

 

Die Praxis in den islamischen Ländern zeigt die Uneinigkeit in diesen Fragen. Während es in Saudiarabien Frauen verboten ist, ein Auto zu chauffieren, stellte ein Rechtsgutachten («fatwah») fest, dass eine Frau auch Regierungschefin werden könne.

 

Dass dies nicht nur Theorie bleiben muss, illustrieren die Beispiele von Pakistan und Bangla Desh.

 


Zur Bedeutung von Koran und Sunna

Während heute manche traditionalistische Muslime den Koran benutzen, um die höhere Stellung des Mannes gegenüber der Frau zu begründen, wagen es einige modernistische Interpreten, die entsprechenden Verse als historisch bedingt und daher als heute nicht mehr verbindlich zu betrachten.

 

Je nach der Überlieferungskette hat ein Hadith ein mehr oder weniger hohes Gewicht. Hadithe widersprechen einander häufig.

Manche der Hadithe werden von Kennern des Islams als fragwürdig bezeichnet. Sie halten es sogar für möglich, dass Aussprüche von Beduinen als Hadithe hochstilisiert wurden.

 

Die Koranzitate sind entnommen aus:

- Mohammad Ahmad Rassoul: Die ungefähre Bedeutung des Qur'ân Karîm in deutscher Sprache. Köln 1986.

- Der Koran. Übersetzung von Adel Theodor Khoury. Unter Mitwirkung von Muhammad Salim Abdullah. Mit einem Geleitwort von Inamullah Khan. Gütersloh 1987.

 


Die muslimischen Frauen im Alltag

«Muslima zu sein ist grossartig!»

 

Dies ist die Aussage einer jungen Türkin, die sich im Gegensatz zu Familienangehörigen entschieden hatte, den Islam zu praktizieren. Ihre Meinung wird sicher nicht von allen Frauen, die auf dem Papier islamisch sind, geteilt, aber immer mehr auch von westlichen Frauen , die erst als Erwachsene mit dem Islam in Kontakt gekommen sind und sich nun zu dieser Religion bekennen.

 

Offensichtlich kann der Islam ganz verschiedene Bedürfnisse befriedigen. So wird von allen befragten Frauen die klare Theologie und der reine Monotheismus an erster Stelle genannt. Auf manche westliche Frauen wirkt die Mystik (Sufismus) anziehend, während andere die praktische Seite betonen.

Für sie ist der Islam eine Anleitung für das ganze Leben. Die klaren Strukturen vermitteln ein Gefühl der Sicherheit.

Das Ritualgebet, das von Millionen Gläubigen in verschiedenen Ländern gleichzeitig Richtung Mekka verrichtet wird, betont die Zusammengehörigkeit.

 

Für Frauen islamischer Herkunft kann die Beschäftigung mit dem Islam dazu führen, dass sie sich der Rechte bewusst werden, die diese Religion ihnen zugesteht.

 

Mindestens so wichtige Faktoren wie die Religion sind für die Stellung der Frau die Kultur und die weltlichen Gesetze des jeweiligen Landes. Obwohl in unserer Gegend die Mehrzahl der Muslimas türkischer Nationalität sind, hat die Türkei keine islamische Gesetzgebung. Seit rund 70 Jahren hat dieses Land eine laizistische Gesetzgebung. Starke Kräfte wirkten daraufhin, wenn nicht die Religionen abzuschaffen, sie doch wenigstens in den privaten Bereich zu verweisen.

So durfte keine Kleidung getragen werden, die mit irgend einer Religion in Zusammenhang steht; eine weitere Bemühung, aus der Türkei eine Nation im europäischen Sinn zu schaffen. Den Frauen und Mädchen war bis vor kurzem das Tragen eines Kopftuchs in den öffentlichen Schulen, Ämtern und den Universitäten verboten. (Die Aufhebung dieses Gesetzes wurde vom türkischen Verfassungsgericht wieder rückgängig gemacht).

 


Das Kopftuch

 

Für uns westliche Menschen gilt das Kopftuch als das Kennzeichen einer muslimischen Frau. Unter der starken sozialen Kontrolle, die durch die Minderheitensituation begünstigt, wenn nicht sogar ermöglicht wird, greift manche in der Fremde lebende Frau wieder zum Kopftuch. Einzelne demonstrieren damit ganz bewusst ihre Zugehörigkeit zur «grossartigsten Religion».

 

Dass die Frage, wie die Köpfe der Frauen in der Öffentlichkeit gezeigt werden, nicht nur eine islamische Frage ist, zeigt ein Blick in die verschiedenen Religionen und Kulturen. So zeigt eine verheiratete strenggläubige Jüdin nur ihrem Ehemann ihre Haare. Viele Hindu- und Sikhfrauen ziehen sich ein Tuch über den Kopf, wenn sie aus dem Haus gehen.

 

Im arabischen Raum hatten die meisten Frauen schon vor Mohammed den Kopf verhüllt. Wie ein Tuch getragen wurde, war im Verlauf der Zeit und je nach der Gegend verschieden. Die Ansichten, wie sich eine Frau in der Öffentlichkeit zeigen darf oder soll, sind oft genug Anlass zur Diskussion.

 

Weder kann generell gesagt werden, dass nur eine kopftuchtragende Frau eine gute Muslima sei, noch dass das Kopftuch überflüssig ist.

Dass der Islam über die halbe Welt verbreitet ist und über eine Milliarde Menschen sich dazu bekennen, wird gern vergessen. Dass es zwischen Indien und Algerien, zwischen der Türkei und Indonesien Unterschiede gibt, ist verständlich. Deshalb ist es gefährlich, von den Gegebenheiten in einem Land und gar nur in einer Gesellschaftsschicht auszugehen und zu verallgemeinern. Tatsache ist, dass das Kopftuch für eine Grosszahl von Türkinnen das Glaubensbekenntnis ist. Daneben gibt es Muslimas in moderner Kleidung, denen ihr Muslim-Sein nicht anzusehen ist.


Probleme mit dem Kopftuch

Auf der Strasse werden kopftuchtragende Frauen oft angepöbelt. Ausserdem wird ihnen vorgeworfen, dass sie immer ein abweisendes Gesicht zeigen.

Wie wenig braucht es, um einem die Laune gründlich zu verderben. Wie viel schlimmer ist, wenn ein Gang durch die Stadt zu einem Spiessrutenlauf wird.

 

Einer Muslima, die für ihre Familie eine Wohnung suchte, wurde gesagt, dass sie die Wohnung erhalte, wenn sie auf ihr Kopftuch verzichte.

 

Es gibt manche Arbeitgeber, die grundsätzlich kein Kopftuch dulden, sogar unabhängig davon, ob die Frauen im Publikumsverkehr stehen oder nur im Hintergrund arbeiten. Immerhin wurde in einem Streitfall vom Gericht entschieden, dass ein Arbeitgeber kein Recht hat, den Verzicht auf das religiös bedingte Kopftuch zu verlangen.

 


Ausweis mit Foto ohne Kopftuch

Mancherorts wird von Muslimas verlangt, dass sie für einen Ausweis eine Foto ohne Kopftuch bringen.

Eflan Okumus von der «Beratungsstelle für türkische und kurdische Frauen» nimmt dazu Stellung:

«Wir überzeugten Muslimfrauen sind zutiefst traurig, dass die Behörden uns zunehmend zwingen, unsere Kopftücher zum Fotografieren auszuziehen. Denn es ist unsere eigene, freiwillige und religiöse Überzeugung, dass wir uns ausser dem Gesicht, den Händen und den Füssen bedeckt zeigen sollen. Dies ist auch deutlich einer Koransure zu entnehmen und nicht etwa von irgend jemandem vorgeschrieben, wie häufig angenommen wird. Wir erleben es als eine psychische Vergewaltigung, uns kopftuchlos fotografieren zu müssen.

Erlauben Sie mir einen Vergleich mit dem Christentum:

Eine Nonne zeigt sich ohne Kopfbedeckung nur vor Gott, wir Muslimfrauen nur vor Gott, unserem Ehemann und den nächsten Angehörigen wie Söhne, Brüder usw. Dem Regierungsratsentscheid entnehmen wir, dass Nonnen Ausweise mit ihrer Kopfbedeckung haben können. Und wir?

Im Islam ist es eine grosse Sünde, als religiöse Frau sich vor anderen kopftuchlos zu zeigen, erst recht ein amtliches Dokument zu besitzen, welches diese Sünde so deutlich zeigt und in uns somit grosse Scham- und Schuldgefühle erweckt. Wir fühlen uns nicht gerecht behandelt und sind der Meinung, dass die Religionsfreiheit, welche in der Bundesverfassung garantiert ist, durch diesen Entscheid verletzt wird. Religionsfreiheit ist ein übergeordnetes Recht, das auch wir für uns beanspruchen.

Im Koran steht geschrieben: «Eure Religion euch, unsere Religion uns.» Bis anhin hatten wir Musliminnen keine nennenswerten Probleme mit unserer religiösen Überzeugung und dem entsprechenden Äusseren in einer nicht-islamischen Umgebung zu leben. Wir haben sehr grosses Interesse an einem guten Zusammenleben unter Menschen verschiedenster Religionen.

Wir denken, dass das behördliche Kopftuchverbot für Ausweise grosse Verunsicherung und Ängste unter den Musliminnen und Muslimen ausgelöst hat.

Entgegen den Äusserungen der Beamten tragen wir überzeugten Muslimfrauen unser Kopftuch in jeder Lebenssituation und bis an unser Lebensende. So wäre ein kopftuchloses Foto im Ausweis sowieso nie identisch mit unserem physischen Äusseren.

Dass wir Kopftücher tragen, bedeutet auch nicht, dass wir nicht bereit sind, uns an die hiesigen Lebensverhältnisse anzupassen. Wir respektieren die Gesinnungs- und Lebensweise anderer. Wir hoffen, dass auch Sie unsere religiöse Haltung tolerieren können.»

 


Weitere Texte und Links zum Kopftuch

- Pro Hijab

Informationsplattform über den islamischen Schleier

 

- Argumente. Thesen zum Kopftuch (Interkultureller Rat in Deutschland).

 

- Wien: Erste Straßenbahnfahrerin mit Kopftuch (18.12.2008)

Wiener Linien: Keine Kritik von Fahrgästen - FPÖ thematisiert Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst

 

- Dossier: Der Streit ums Kopftuch (Qantara .de - Dialog mit der islamischen Welt)

 

- «Kopftuchverbot gefährdet Integration der Muslime» Pressemitteilung der Christlich-Islamischen Gesellschaft e.V.

 

- Kopftuchstreit (Wikipedia)

 

- Porträt der Fußballerin Zenab El-Khatib. Die Kopftuch-Pionierin (5.8.2008)

Zenab El-Khatib ist überzeugte Muslima und spielt in der dänischen U-16 Nationalmannschaft. Dass sie als Stürmerin auf dem Feld ein Kopftuch trägt, ist ungewöhnlich, gehört Dänemark doch nicht gerade zu den liberalen Ländern im Umgang mit dem Kopftuch. Ein Porträt von André Tucic

 

- Aufhebung des Kopftuchverbots in der Türkei. Kommt jetzt die Freiheit oder die Religionspolizei? (15.2.2008) (Qantara; von Susanne Güsten)

 

- Koran-Auslegung. Warum ich als Muslima kein Kopftuch trage (Qantara; Lamya Kaddor) (2011)

Schreibt der Koran tatsächlich die Koptuchpflicht für Frauen vor? Oder maßen sich vor allem ältere Männer Bestimmungshoheit über das Aussehen einer Frau an – ohne jegliche theologische Grundlage? Für die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor ist das Kopftuch vor allem eines: obsolet.

 

- Kopftuch-Streit. Gebt endlich die Köpfe frei! (22.2.2008) (Qantara; von Emel Abidin-Algan)

 

- Kopftuchstreit in der Türkei. Emanzipation auf Islamisch (13.03.2008) (Qantara; von Nilüfer Göle)


Ehrbegriff

Das Verhalten vieler Menschen im islamischen Raum wird durch einen Ehrbegriff bestimmt, der über alle Religionsschranken hinweg wirksam ist. Die Ehre eines Mannes ist abhängig vom sexuellen Verhalten der Frauen, die zu ihm gehören: Ehefrau, Töchter, Schwestern...

Während oft genug die Männer ein ungezügeltes Sexualleben führen dürfen (das sich allerdings niemals durch den Islam rechtfertigen liesse!), ist für Mädchen die Jungfräulichkeit immer noch ihr höchstes Gut.

Eine Ehefrau darf nur mit ihrem eigenen Ehemann sexuell verkehren. Um den Möglichkeiten eines Ehrverlustes vorzubeugen, wird die Bewegungsfreiheit der Frauen stark eingeschränkt. Für Mädchen und Frauen der zweiten Generation im Westen entsteht daraus häufig ein Konflikt.

Wenn Eltern ihre Töchter - oft auch gegen deren Willen - verheiraten, verstehen sie diese Verhaltensweise als islamisch. Die treibende Kraft für dieses Verhalten ist die Angst vor einem Ehrverlust. Bei Diskussionen mit westlichen Leuten sehen sie kaum, dass die (Zwangs-)Verheiratung (6) eine Folge der Kultur und nicht unbedingt des Islams ist.

Die recht strenge Abschirmung der muslimischen Frauen hat zur Folge, dass es für westliche Männer schwierig ist, allfällige Vorurteile über die Stellung der Frau zu überprüfen.

 


Mann und Frau

Obwohl nach dem Koran der Mann das Oberhaupt der Familie ist, sind die muslimischen Eheverhältnisse sehr verschieden. Sie reichen vom herkömmlichen patriarchalischen Muster bis zur voll gelebten Partnerschaft. Sogar in Familien, in denen die Frau kaum oder nie in die Öffentlichkeit tritt, kann sie unter Umständen auf die ganze Familie einen starken Einfluss haben. Der Mann kündigt die Wohnung und meldet Reklamationen an. Können wir von aussen sehen, ob nicht seine Frau die treibende Kraft ist?

 

Nach alter Sitte besteht die Pflicht eines Mannes, seiner Frau bei der Heirat eine «Morgengabe» zu zahlen, die zum Teil erst bei einer allfälligen Scheidung fällig ist. Oft genug streicht der Vater der Tochter das Geld ein mit der Begründung, er habe grosse Auslagen gehabt, bis die Tochter zur Heirat herangewachsen ist.

Viele Frauen kennen aber die Morgengabe nur vom Hörensagen.

 

So meint eine Türkin:

 

«In der Türkei bleiben viele Frauen lieber bei einem prügelnden Mann, als arbeitslos zu sein und dann zu den Eltern zurückkehren zu müssen. Die Situation in der Schweiz ist für Türkinnen, die sich scheiden lassen wollen, viel besser.»

 

Auch hier wird wieder einmal mehr deutlich, dass die ökonomische, soziale und kulturelle Situation mindestens so wichtig ist wie die Religion.

 


Probleme in der Schule

Oft wird von Lehrerinnen und Lehrern darüber geklagt, dass Mädchen nicht turnen oder baden dürfen und sogar im Hochsommer Strümpfe und langärmlige Blusen tragen müssen.

Nicht das Turnen und Baden ist den Mädchen grundsätzlich verboten. Wenn die Turnstunden nach Geschlechtern getrennt und die Mädchen von einer Frau unterrichtet werden, dürfen muslimische Mädchen in der Regel auch mitturnen.

Unter Muslimen in Basel hat es sich noch nicht herumgesprochen, dass es im Gartenbad Eglise ein abgetrenntes Frauenbad hat. Dort dürften also auch Mädchen und Frauen diesem gesunden Sport obliegen.

 


Frau und Gesetz

Von westlicher Seite wird manchen islamischen Ländern vorgeworfen, dass die Frauen krass benachteiligt sind. Dies ist auch den jeweiligen Gesetzgebern bekannt. Viele Gesetze wurden den heutigen Gegebenheiten angepasst.

Entgegen dem traditionellen Recht soll bei der Eheschliessung der Wille des Mädchens berücksichtigt werden. So wird zum Beispiel in Somalia verlangt, dass ein Vertrag abgeschlossen wird, der vom Brautpaar unterschrieben werden muss. Manche Gesetze sind so weitgehend wie das neue Schweizer Eherecht.

Nach dem Koran ( sind einem Mann bis zu vier Frauen erlaubt. In Tunesien und in der Türkei ist die Polygamie ganz verboten. In Ägypten kann die erste Frau innerhalb eines Jahres nach der zweiten Eheschliessung ihres Mannes die Scheidung verlangen.

Nach islamischer Rechtsordnung ist die einseitige Verstossung der Frau durch die Pflicht einer angemessenen finanziellen Entschädigung uninteressant gemacht.

 


Gesetz und Gesellschaft

Was aber nützt das beste Gesetz, wenn zwischen Gesetz und gesellschaftlicher Realität eine derart grosse Diskrepanz herrscht? Das Gesetz ist genau so gut, wie die Nachachtung, die ihm verschafft wird. So ist in der Türkei schon seit Jahrzehnten die Polygamie verboten. Dies ist aber für manchen Mann kein Hinderungsgrund, mit zwei, drei oder sogar vier Frauen in einer so genannten Imamsehe zu leben.

Es genügt nicht, die rechtliche Stellung der Frau zu ändern, wenn damit nicht auch die entsprechenden ökonomischen und sozialen Veränderungen einhergehen. Das Misslingen von Emanzipation, die von oben verordnet wurde, erklärt die freiwillige Rückkehr mancher Frau unter patriarchalische Verhältnisse, weil diese mehr Sicherheit bieten.

In einzelnen Ländern wird anders gearbeitet. Die Frauen erhalten Hilfe zur Selbsthilfe. Über Entwicklungsprojekte, wie sie zum Beispiel in Bangla Desh laufen, ändert sich die Basis. Erfolg versprechend sind auch solche kleinere Initiativen wie das «Hope Project» in New Delhi.

 


Kultur und Frauenwürde

Dass es Männer gibt, die ihre Primitivität , Brutalität und Missachtung der Frauenwürde mit dem Hinweis auf ihre «andersartige Kultur» rechtfertigen wollen, belegt folgender Bericht:

 

«Der Türke und die Frauenwürde

Je länger ein Ausländer hier lebt, desto weniger können ihm die Sitten seiner Heimat zugute gehalten werden. So kann ein nach über vierjährigem Aufenthalt in der Schweiz wegen wiederholter Entführung und wiederholter Vergewaltigung verurteilter Türke die Strafe - fünf Jahre Zuchthaus, zehn Jahre Landesverweis - nicht mit der Behauptung reduzieren lassen, in seiner Heimat werde die Strafe für Übergriffe auf die geschlechtliche Unversehrtheit einer Frau bis zu zwei Drittel reduziert, wenn es sich um eine Dirne handle. Die Einwände sind um so weniger zu hören, als er die Dirneninterpretation auf sein Opfer anwenden wollte mit der Behauptung, auch nach schweizerischen Vorstellungen werde eine Autostopperin nach Mitternacht als nicht ehrbar betrachtet.» Bundesgericht (BGE 117 IV,S.7 ff.). (Beobachter 23/91)

 

Dass diese Haltung offensichtlich doch nicht Allgemeingut ist, zeigt folgendes skandalöse Urteil.

 

Von einer Frankfurter Richterin wurde eheliche Gewalt mit dem Koran gerechtfertigt.

Zwei ausführliche Würdigungen wurden von der «Islamischen Zeitung» veröffentlicht:

- «Koran in deutschen Gerichtssälen? In die Aufregung um das Gerichtsurteil der Frankfurter Familienrichterin mischt sich Heuchelei und Profilierung beim gewünschten Kulturkampf.» Von Peter Nowak

- Interview: Der Frankfurter Jurist Said El Atiaoui über den Fall der "Koran-Richterin"

 


LINKS

1. Links zu islamischen Frauengemeinschaften und Internetseiten:

 

Frauenforum Begegnung mit dem Islam

 

Forum und Informationen Board für Musliminnen in der Schweiz und Interessierte

 

HUDA - Netzwerk f. muslimische Frauen e.V.

«Wir sind ein politisch und national unabhängiger Zusammenschluss muslimischer Frauen in Deutschland und Herausgeberinnen der Zeitschrift HUDA.

HUDA ist ein Forum für den Dialog zwischen muslimischen Frauen in Deutschland, unabhängig von nationaler, sozialer oder kultureller Herkunft.»

 

Ohne Internet:

Dar an-Nur, Islamisches Frauenzentrum Bern, Sulgenrain 27, 3007 Bern. 031-371 10 02

 

2. Links zu Frauenfragen auf «Qantara.de - Dialog mit der islamischen Welt»:

 

Marokkanischer Feminismus. Emanzipation mit dem Koran? Von Wolf-Dieter Vogel (14.2.2011)

Das marokkanische Familienrecht gehört zu den fortschrittlicheren der arabischen Welt, doch konservative Juristen entscheiden oftmals weiterhin zu Ungunsten der Frauen. Derweil kämpfen islamische Feministinnen mit dem Koran gegen patriarchalische Auslegungen des islamischen Rechts – ihre säkularen Kolleginnen sehen dies aber skeptisch.

 

Kommentar Hilal Sezgin. Lila Latzhose contra Burka (Qantara; Hilal Sezgin) (1.2.2010)

In ihrem Kommentar äußert sich die türkischstämmige Journalistin und Schriftstellerin Hilal Sezgin zum Stellenwert von Islam und Feminismus sowie zur gegenwärtigen Kopftuch- und Burka-Debatte in Europa.

 

Weibliche Imame in Deutschland. Der Ruf der Muezzinin (Qantara; Ulrike Hummel) (13.11.2008)

Sie leiten Gebete, geben Koranstunden und leisten viel im seelsorgerischen Bereich: Weibliche Imame sind derzeit sehr gefragt – ob in New York, Kairo oder Istanbul. Auch in Deutschland kommen diese Predigerinnen zum Einsatz – wenn auch in geringer Zahl. Ulrike Hummel informiert.

 

Koranschule für Frauen im Jemen. Bei den Töchtern des Propheten (21.8.2009)

In ihrer Reportage berichtet Rosa Gosch über ihre Erfahrungen in "Dar az-Zahra", einer Koranschule für Frauen im Jemen, in der das öffentliche Rezitieren und Predigen wichtiger Bestandteil der Ausbildung von Musliminnen ist. (Qantara)

 

Essay: Das Frauenbild der Islamisten. Alles nur schöner Schein (Qantara; Ahmad Chehab) (5.9.2008)

Islamistische Bewegungen unterschiedlichster Couleur treten gerne für eine stärke Beteiligung von Frauen in Beruf und Politik ein. Doch Frauen bleiben marginalisiert. Ahmad Chehab zum Frauenbild heutiger Islamisten: der kuwaitische Autor will endlich eine Veränderung sehen.

 

Dossier: Feministischer Islam (Qantara .de - Dialog mit der islamischen Welt)

 

Eine Neubewertung der Stellung der Frau im Islam (Qantara; Interview von Susan Javad mit Luise Becker)

Sowohl Muslime als auch Nicht-Muslime verweisen oft auf Koransure 4,34, wenn es darum geht, die Vormachtstellung des Mannes gegenüber der Frau im Islam zu belegen. Das Kölner "Zentrum für Islamische Frauenforschung" (ZIF) hat sich nun an eine Hinterfragung der traditionellen Lesart der Sure gewagt und die Ergebnisse in einem Heft herausgegeben. Im Interview äußert sich Luise Becker vom ZIF zu den Hintergründen. (14.6.2006)

 

3. Links zu verschiedenen Seiten mit Frauenfragen:

Zwangsheirat wird auch in Europa zum Problem (Idea) (26.7.2008)

 

Die Rolle der Frau im Islam (Christine Schirrmacher; PDF, Vortrag)

 

Frauen und Islam 11./12. Januar 2003 Im evangelischen Tagungs- und Studienzentrum Boldern, Männedorf. (Zusammengetragen von Tülin Özgür, Januar 2003)

 

Die Frau im Islam Häufig gestellte Fragen zu Themen des Islam

 

Was ist die Ehe im Islam in Wirklichkeit? Essay: Gedanken einer muslimischen Frau. Von Raida Chbib, Bonn

 

Beat Stauffer: «Vom heissen Eisen Zwangsheirat lassen viele gern die Finger.»

Bei Beratungs- und Integrationsstellen herrscht ein erstaunliches Informations-Vakuum.


Anmerkungen

(1) Monika Tworuschka: Allah ist gross, Religion, Politik und Gesellschaft im Islam. Gütersloh 1983. S.87

(2) zitiert von Tworuschka,S.88

(3) Fatema Mernissi: Der politische Harem. Mohammed und die Frauen. Frankfurt/M 1989. S.209 f.

(4) Es sei hier auch darauf hingewiesen, dass Mohammed ein erklärter Gegner der Sklaverei war und sich für die Freilassung der Sklaven einsetzte.

(5) So sprach der Prophet. Worte aus der islamischen Überlieferung. Ausgewählt und übersetzt von Adel Theodor Khoury. Gütersloh 1988. S.245

(6) Beat Stauffer: «Vom heissen Eisen Zwangsheirat lassen viele gern die Finger. Bei Beratungs- und Integrationsstellen herrscht ein erstaunliches Informations-Vakuum»


 

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Aktualisiert: 13.2.2013

 

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