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Fasten im Monat Ramadan [SIYÂM]

 

Auf dem Koran und den Hadithen basieren die «Fünf Säulen», die den Islam tragen und die für jeden Muslim verbindlich sind. Die 3. Säule ist «siyâm», das Fasten im Monat Ramadan.

 

«Der Monat Ramadan ist es, in dem der Koran herabgesandt wurde als Rechtleitung für die Menschen und als deutliches Zeichen der Rechtleitung und der Unterscheidungsnorm.»

(Koran: Sure 2, 185)

 

Wann beginnt der Ramadan?

Es gibt verschiedene Zählweisen. Die traditionelle Zählweise richtet sich nach dem Mond. Wenn nach dem abgelaufenen Monat Shabaan zum ersten Mal die Mondsichel gesehen wird, beginnt am nächsten Morgen Ramadan. Ebenso wird das Ende des Monats Ramadan bestimmt. Wenn der Mond hinter Wolken nicht gesehen werden kann, verschiebt sich das Ganze um einen Tag. Egal, ob dann der Mond gesehen wird oder nicht, beginnt oder endet der Ramadan. In manchen Mescid warten die Gläubigen auf ein Telefon aus ihrer (östlichen) Heimat, mit dem ihnen mitgeteilt wird, dass der Mond gesichtet wurde.

Heute richten sich viele nach dem astronomischen Kalender, nach dem der Ramadan auf die Minute genau für die nächsten Jahrzehnte bekannt ist.

 

Siehe dazu die weiterführenden Links:

- Newsletter - Ramadan Spezial der «Gesellschaft Schweiz - Islamische Welt GSIW» (1.9.2008)

Rund um das Thema Ramadan und die „muslimische Kalenderproblematik“ mit vielen interessanten Texten und weiterführenden Links (PDF)

 

- Mondsichtung (1.9.2008)

Informationen über den voraussichtlichen Beginn des diesjährigen Ramadâns.

 

- Muslime in Deutschland einigen sich erstmalig auf einen einheitlichen Ramadankalender (1.9.2008)

Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM): Ramadan beginnt am 1.September 2008 - "Einheit hat fundamentale muslimische Priorität". Knapp 2000 Moscheen sind durch den KRM vertreten.

 

- Debatte: Während die einen noch fasten, begehen die Nachbarn schon das Fest. (24.1.2007)

Die Unterschiede bei der Datierung der islamischen Feste und des Ramadans in Deutschland sind ein anhaltendes Ärgernis. Von Yasin Alder, Bonn

 

Das Fasten

Das Fasten im Monat Ramadan ist für alle, die gesund sind und über die nötige Einsicht verfügen, obligatorisch. Wenn die Dämmerung anbricht, beginnt der Fastentag. Er endet mit dem Sonnenuntergang.

Auf alles, das dem Körper zugeführt wird, muss verzichtet werden: Speisen, Getränk, Rauchen. Sogar Medikamente sind nicht erlaubt, das heisst, wer Medikamente nehmen muss, bricht damit das Fasten und sollte die versäumten Fastentage wenn irgend möglich später nachholen.

 

Nach Sonnenuntergang wird gemeinsam das Fasten gebrochen (Iftar) und gemeinsam gegessen. Vor Fastenbeginn wird aufgestanden und nochmals gegessen.

 

Im Fastenmonat Ramadan fallen für eine menstruierende Frau die Fastentage aus. Das heißt, sie darf das Fasten nicht halten und muss die versäumten Tage später nachholen. Die versäumten Gebete sind ihr erlassen. Nach der Menstruation reinigt sich die Frau durch ghusl, die große Reinigung.

 

Jugendliche beginnen zwischen 11 und 15 Jahren mit Fasten. Menstruierende fasten nicht und holen die versäumten Fastentage später nach.

Oft sind es gerade Jugendliche, die nicht fasten, die Probleme vorschützen, um sich vor dem Turnen oder anderen ungeliebten Fächern zu drücken.

 

Eine Minderheit von etwa 20 % der bei uns lebenden Muslime halten das Fasten tatsächlich ein. Die wenigsten von ihnen würden dies an die grosse Glocke hängen und für sich Vorteile abzuleiten versuchen.

 

Manche Muslime gehen am Abend in eine Moschee, um gemeinsma das Fasten zu brechen und das Abendgebet zu verrichten.

In einzelnen Moscheen bringt jeden Abend eine andere Familie das Essen mit, so dass alle miteinander essen können.

 

Jeden Abend hält ein Imam eine Ansprache, die darauf zielt, das Wissen zu vermehren. Anschliessend beten alle zusammen das spezielle Ramadangebet taravih.

 

Fasten in einem nichtislamischen Land

Das Fasten in einer Umgebung, wo normal gegessen wird, ist schwierig, deshalb suchen viele Muslime noch mehr als in der übrigen Zeit das Zusammensein mit Glaubensangehörigen. Vor allem Türken versuchen, ihre Ferien auf den Ramadan zu legen, um in ihrer Heimat das Fasten mit ihren Angehörigen und Freunden zusammen halten zu können. Arbeitende können unter Umständen in ihrer Arbeitsleistung leicht reduziert sein.

Aber, so meinte ein Personalchef eines grossen Restaurants, sind fastende Muslime meist solche, die sich nicht nur gewissenhaft in Religionsfragen verhalten, sondern auch bei der Arbeit. Blau feiern wegen übermässigem Alkoholkonsum gibt es bei diesen Muslimen auch nicht.

 

Viele Fragen zum Ramadan wie zum Beispiel «Warum fasten die Muslime?», «Wie wirkt sich das Fasten auf den Fastenden aus?», «Ist es nicht ungesund beim Fasten auch nichts trinken?» und weitere 22 Fragen beantworten Muslime in «25 Fragen zum Fasten im Ramadan».

 

 

Links zum Ramadan:

Grundsätzliches zum Ramadan

- Einführung in das Fasten im Ramadan (von Hamit Duran,Turgi, im Ramadan 1420/Dezember 1999)

 

- Ramadan: Muslime freuen sich auf die schönste Zeit des Jahres

 

Fasten und Spenden

- Ramadan 2006: Fasten - spenden - helfen

(Leider nur zum Ramadan 2006. Ausser dem Datum ändert sich aber nichts.)

 

- RAMADAN: Fasten und Spenden

 

- Ihr Iftarpaket speist die Armen!

 

Varia zum Ramadan

- Islam: Fastenmonat Ramadan für viele Muslime zu teuer (Die Welt; Alfred Hackensberger) (31.08.2008)

 

- Ramadan in Deutschland: Zwei Drittel der Türken wollen fasten (APD) (11.9.2007)

 

[int.Nr.:i21e121]

 

Aktualisiert: 25.11.2008

 

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