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Fasten im Monat Ramadan [SIYÂM]

 

Auf dem Koran und den Hadithen basieren die «Die fünf Säulen», die den Islam tragen und die für jeden Muslim verbindlich sind. Die 3. Säule ist «siyâm», das Fasten im Monat Ramadan.

 

«Der Monat Ramadan ist es, in dem der Koran herabgesandt wurde als Rechtleitung für die Menschen und als deutliches Zeichen der Rechtleitung und der Unterscheidungsnorm.»

(Koran: Sure 2, 185)

 

Wann beginnt der Ramadan?

Es gibt verschiedene Zählweisen. Die traditionelle Zählweise richtet sich nach dem Mond. Wenn nach dem abgelaufenen Monat Shabaan zum ersten Mal die Mondsichel gesehen wird, beginnt am nächsten Morgen Ramadan. Ebenso wird das Ende des Monats Ramadan bestimmt. Wenn der Mond hinter Wolken nicht gesehen werden kann, verschiebt sich das Ganze um einen Tag. Egal, ob dann der Mond gesehen wird oder nicht, beginnt oder endet der Ramadan. In manchen Mescid warten die Gläubigen auf ein Telefon aus ihrer (östlichen) Heimat, mit dem ihnen mitgeteilt wird, dass der Mond gesichtet wurde.

Heute richten sich viele nach dem astronomischen Kalender, nach dem der Ramadan auf die Minute genau für die nächsten Jahrzehnte bekannt ist.

 

Siehe dazu unten die weiterführenden Links!

 

Das Fasten

Das Fasten im Monat Ramadan ist für alle, die gesund sind und über die nötige Einsicht verfügen, obligatorisch. Wenn die Dämmerung anbricht, beginnt der Fastentag. Er endet mit dem Sonnenuntergang.

Auf alles, das dem Körper zugeführt wird, muss verzichtet werden: Speisen, Getränk, Rauchen. Sogar Medikamente sind nicht erlaubt, das heisst, wer Medikamente nehmen muss, bricht damit das Fasten und sollte die versäumten Fastentage wenn irgend möglich später nachholen.

 

Nach Sonnenuntergang wird gemeinsam das Fasten gebrochen (Iftar) und gemeinsam gegessen. Vor Fastenbeginn wird aufgestanden und nochmals gegessen.

 

Im Fastenmonat Ramadan fallen für eine menstruierende Frau die Fastentage aus. Das heißt, sie darf das Fasten nicht halten und muss die versäumten Tage später nachholen. Die versäumten Gebete sind ihr erlassen. Nach der Menstruation reinigt sich die Frau durch ghusl, die große Reinigung.

 

Jugendliche beginnen zwischen 11 und 15 Jahren mit Fasten. Oft sind es gerade Jugendliche, die nicht fasten, die Probleme vorschützen, um sich vor dem Turnen oder anderen ungeliebten Fächern zu drücken.

 

Eine Minderheit von etwa 20 % der bei uns lebenden Muslime halten das Fasten tatsächlich ein. Die wenigsten von ihnen würden dies an die grosse Glocke hängen und für sich Vorteile abzuleiten versuchen.

 

Manche Muslime gehen am Abend in eine Moschee, um gemeinsam das Fasten zu brechen und das Abendgebet zu verrichten.

In einzelnen Moscheen bringt jeden Abend eine andere Familie das Essen mit, so dass alle miteinander essen können.

 

Jeden Abend hält ein Imam eine Ansprache, die darauf zielt, das Wissen zu vermehren. Anschliessend beten alle zusammen das spezielle Ramadangebet taravih.

 

Fasten in einem nichtislamischen Land

Das Fasten in einer Umgebung, wo normal gegessen wird, ist schwierig, deshalb suchen viele Muslime noch mehr als in der übrigen Zeit das Zusammensein mit Glaubensangehörigen. Vor allem Türken versuchen, ihre Ferien auf den Ramadan zu legen, um in ihrer Heimat das Fasten mit ihren Angehörigen und Freunden zusammen halten zu können. Arbeitende können unter Umständen in ihrer Arbeitsleistung leicht reduziert sein.

Aber, so meinte ein Personalchef eines grossen Restaurants, sind fastende Muslime meist solche, die sich nicht nur gewissenhaft in Religionsfragen verhalten, sondern auch bei der Arbeit. Blau feiern wegen übermässigem Alkoholkonsum gibt es bei diesen Muslimen auch nicht.

 

Viele Fragen zum Ramadan wie zum Beispiel «Warum fasten die Muslime?», «Wie wirkt sich das Fasten auf den Fastenden aus?», «Ist es nicht ungesund beim Fasten auch nichts trinken?» und weitere 22 Fragen beantworten Muslime in 25 Fragen zum Fasten im Ramadan.

 

Links zum Ramadan:

Wann beginnt der Ramadan?

- Entscheidungskriterien für die Bestimmung des Datums islamischer Feiertage in Europa (PDF) (Muhammad M. HANEL für VIOZ (Vereinigung der Islamischen Organisationen in Zürich)

Rund um das Thema Ramadan und die „muslimische Kalenderproblematik“ mit vielen interessanten Texten und weiterführenden Links.

 

- Mondsichtung

Informationen über den voraussichtlichen Beginn des diesjährigen Ramadâns.

 

- ZMD gibt Ramadan zum 28.06.2014 bekannt (23.6.2014)

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) gibt bekannt, dass der Fastenmonat Ramadan am Samstag 28. Juni 2014 beginnt und am Sonntag 27. Juli 2014 endet. Der erste Tag des Festes des Fastenbrechens (Id Ul-Fitr) ist somit Montag der 28. Juli 2014.

 

Grundsätzliches zum Ramadan

- Ramadhan

(aus Islam-Pedia, der Enzyklopädie des Islam)

 

- Gute Ramadan-Frage: Wann essen, wenn die Sonne nie untergeht? (ef.ch News/sda/dpa Julia Wäschenbach) (25.6.2014)

Im Ramadan fasten Muslime, bis die Sonne untergegangen ist. Was nur, wenn sie das nie tut? Hoch oben im Norden Europas ist es im Sommer immer hell. Und genau in diese Zeit fällt der Fastenmonat.

 

- Islamischer Fastenmonat. Ramadan ohne Ramadan (Qantara; Von Stephanie Doetzer) (3.8.2012)

Kein anderes religiöses Ritual wird von so vielen Muslimen praktiziert wie das Fasten im Ramadan. Oftmals fasten auch jene mit, die sich sonst an keine religiösen Regeln halten. ššUnd einige wenige wiederum fasten bewußt gar nicht.

 

- Fasten im Ramadan. Alltag gegen Willenskraft (Qantara; Von Ulrike Hummel) (11.8.2010)

In dieser Woche beginnt der islamische Fastenmonat Ramadan. Durch das Fasten, dem Verzicht auf Speisen und Getränke, soll die Situation der Armen nachempfunden werden. Für praktizierende Muslime in westlichen Ländern ist das eine besondere Herausforderung.

 

- Fasten in der sonnigen Jahreszeit (Islamische Zeitung. Von Sulaiman Wilms) (28.7.2010)

Der Ramadan bringt den Menschen in Verbindung zur kosmischen Wirklichkeit.

 

- Fasten in der Schule (10.8.2010)

Stellungnahme des Islamrats zur Frage des Fastens in der Schule

 

- Ramadan in Deutschland: Zwei Drittel der Türken wollen fasten (APD) (11.9.2007)

 

- Islam: Fastenmonat Ramadan für viele Muslime zu teuer (Die Welt; Alfred Hackensberger) (31.08.2008)

Der Fastenmonat Ramadan ist mitnichten ein Monat des Fastens. Zwar dürfen Muslime dann tagsüber nichts essen, trinken, nicht rauchen und keine sexuellen Beziehungen haben, doch nach Sonnenuntergang sieht das anders aus. Wegen gestiegener Lebensmittelpreise fallen die Feste jetzt kleiner aus.

 

Fasten und Spenden

- muslimehelfen im Ramadan 2013

«Muslime helfen» ist ein islamisches Hilfswerk.

 

- Ramadan 2013

- «Islamic Relief» ist ein weiteres in der Schweiz tätiges islamisches Hilfswerk.


[int.Nr.:i21e121]

Aktualisiert: 17.10.2014

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