inforel

Hindu: Raksha Bandhan

 

Raksha Bandhan ist ein wichtiger Feiertag im nordindischen Hinduismus. Es ist zuerst das Fest der geschwisterlichen Verbindung. So knüpfen Frauen und Mädchen ihrem Bruder rituell ein gesegnetes Band, ein Rakhi, um das Handgelenk.

 

Raksha Bandhan findet am Tag des Vollmonds im indischen Monat Sravan statt. Nach dem westlichen Kalender ist das im August oder Anfang September.

Dies ist eines der wenigen Feste hinduistischer Tradition, die von Indern in der Schweiz gemeinsam gefeiert werden. Bei tamilischen Hindus hat Raksha Bandhan keine besondere Bedeutung. Der folgende Text ist eine Selbstdarstellung von Ram Mitra, der seit vielen Jahren in der Schweiz lebt und schon einige Male Raksha Bandhan organisiert hat. Er versteht die Feier als interkulturelle und interreligiöse Feier.

 

RAKSHA BANDHAN

Die Einheit in der Vielfalt: Toleranz, Humanität und gemeinsam das Leben zu geniessen

 

Autor: Ram Mitra

 

Geschichte / Ursprung

Die Tradition von Raksha Bandhan geht auf verschiedene Geschichten und Legenden zurück. Zum Teil sind diese mystischen, zum Teil geschichtlichen Ursprungs.

 

Lord Indra bekam von seiner Frau ein silbernes Amulett. Dieses band sie ihm um das Handgelenk, als er in den Kampf gegen Dämonen zog. Das Amulett brachte ihm Glück, und er besiegte die Dämonen.

 

Yudhishtira, der älteste der Pandavas (das sind fünf Brüder aus der Familie der Pandu), fragte Gott Krishna, wie er sich im Kampf der Mahabharata schützen könne. Krishna sagte ihm, die guten Kräfte des Rakhi (Armband) würden ihn beschützen.

 

Während der Mogulherrschaft in Indien verbanden die Rakhi die Rajputen (Krieger der Hindus) und die Mogulherrscher. Als Bahandur, Schah von Gujarat die Fürstin (Rani) Karnavati von Chittor angriff, sandte diese ein Rakhi an den Herrscher Humayun und bat ihn um Hilfe. Humayun kam allerdings zu spät, Chittor war bereits gefallen und Karnavati hatte sich nach alter Rajputen-Tradition selbst das Leben genommen (Jauhar).

 

Alexander der Große marschierte im Jahr 326 v. Chr. im indischen Subkontinent ein. Er kämpfte hart gegen die Herrscher besonders im nordwestlichen Teil Indiens. Alexanders Frau soll ein Rakhi an den König Porus geschickt haben. Dafür versprach dieser, Alexander und seine Frau zu beschützen und ihnen zu helfen. Als er in einer Schlacht die Gelegenheit hatte, Alexander zu töten, ließ er ihn am Leben.

 

Bedeutung von Raksha Bandhan

Der Feiertag erinnert an das Band, das Bruder und Schwester verbindet und zusammenhält (Raksha = Schutz, Bandhan = binden, verbinden).

Das Fest erinnert daran, dass man sich nicht für sich selbst, sondern vor allem für seine Familie Glück und Schutz wünschen sollte.

 

Armbänder

Traditionell knüpfen Mädchen bunte Armbänder aus Seidenfäden (Rakhi) für ihre Brüder und binden sie ihnen um das rechte Handgelenk. Dabei sprechen sie bestimmte Gebete (Mantras), die vor Bösem schützen sollen.

Heutzutage werden Rakhi auch an den Handgelenken von engen Freunden und Nachbarn gebunden. Dies fördert das geschwisterliche Leben miteinander und unterstreicht die Wichtigkeit des friedlichen liebevollen Umgangs mit seinen Mitmenschen.

 

Freundschaftsbänder

Die heute in Indien sowie in Europa populären Freundschaftsbänder sind eine Erweiterung der Rakhi-Tradition. Wenn ein indisches Mädchen das Gefühl hat, dass ein Freund ihr gegenüber zu leidenschaftliche Gefühle entwickelt, sendet sie ihm einfach einen Rakhi und leitet somit die Freundschaft in geschwisterliche Bahnen. Dies ist eine diplomatische Art zu sagen «Lass uns nur Freunde sein».

 

Rituale wie Rakhi tragen sicherlich dazu bei, gesellschaftliche Schwierigkeiten zu erleichtern, Kommunikation unter Mitmenschen zu fördern und, vor allem, Freude in unser Leben zu bringen.

 

Links:

Raksha Bandhan (aus Wikipedia)

 

Rakhi:The Thread of Love

 

«Fotos von Raksha Bandhan 2006»


[int.Nr.:i22e123]

Aktualisiert: 03.02.2017

Für einen direkten Link auf diese Seite genügen diese Angaben:
www.inforel.ch/i22e123

© INFOREL, Information Religion. Veröffentlichung nur mit schriftlicher Erlaubnis!