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Was ist der Buddhismus?

 

Wie das Christentum hat der Buddhismus einen Gründer, der unter seinem Ehrentitel Buddha, der Erwachte, in die Weltgeschichte eingegangen ist. Der um 560 v. Chr. geborene Buddha (bürgerlicher Name Siddharta) lehrte die

 

«Vier Edlen Wahrheiten»:

 

* Die Edle Wahrheit vom Leiden

* Die Edle Wahrheit von der Entstehung des Leidens

* Die Edle Wahrheit von der Aufhebung des Leidens

* Die Edle Wahrheit von dem zur Aufhebung des Leidens führenden Weg

 

Der Weg, der zur Aufhebung des Leidens führt, wurde vom Buddha systematisch dargestellt als der

 

«Edle Achtgliedrige Pfad»:

 

1. Rechte Erkenntnis

2. Rechte Gesinnung

3. Rechte Rede (nicht lügen, andere nicht verleumden)

4. Rechte Tat

5. Rechter Lebenswandel

6. Rechte Anstrengung

7. Rechte Achtsamkeit

8. Rechte Sammlung

 

Der Buddha starb im hohen Alter und ging ins Nirvana ein, das heisst, er wurde nicht mehr wiedergeboren. Wie im Hinduismus gilt auch im Buddhismus der Glaube, dass jedes unerlöste Lebewesen nach dem Tod immer wieder einen neuen Körper annimmt. Die im jetzigen Leben vollbrachten Taten bestimmen das nächste Leben.

 

Es gibt keine Taufe oder sonstige Aufnahme in den Buddhismus. Jeder Mensch kann sich durch das Zufluchtnehmen, das dreimalige Aussprechen der dreifachen Zufluchtformel in der altindischen Sprache Pali zum Buddhismus bekennen:

 

– Ich nehme meine Zuflucht zum Buddha

– Ich nehme meine Zuflucht zum Dhamma (Pali; Sanskrit: Dharma, Lehre)

– Ich nehme meine Zuflucht zum Sangha (Mönchsgemeinde)

 

Dieses Zufluchtnehmen wird bei jeder Zusammenkunft erneuert. Es kann für das ganze Leben oder aber auch nur für einen Tag gelten. Wichtiger aber als jede Gesetzlichkeit ist das Leben. Im Gegensatz zum Hinduismus wird niemand als Buddhistin oder Buddhist geboren. Das Zufluchtnehmen beruht auf eigener Einsicht. Deshalb kann jeder Mensch in jedem Alter Eingang in die buddhistische Gemeinschaft finden und braucht – aus buddhistischer Sicht – nicht einmal aus der bisherigen Religionsgemeinschaft oder Kirche auszutreten.

 

Weil der Buddhismus keinen Absolutheitsanspruch kennt, gibt es kein Entweder-Oder. Die Grenze zwischen solchen, die buddhistische Meditation üben oder sich sonstwie ernsthaft mit der buddhistischen Lehre beschäftigen, und Buddhistinnen und Buddhisten ist fliessend.

 

Richtungen

 

Der Buddhismus breitete sich sehr schnell aus. Es bestand nie eine einheitliche Organisation. Um Schüler des Buddha sammelten sich Gruppen, die sich verschieden entwickelten. Wegen Fragen der Auslegung und Anwendung der Regeln spaltete sich die buddhistische Bewegung in Theravada («Lehre der Älteren», abschätzig auch Hinayana, «Kleines Fahrzeug» genannt) und Mahasanghika («Mitglieder des grossen Ordens»), später in Mahayana («Grosses Fahrzeug») umbenannt.

 

In den 2500 Jahren des Bestehens verbreitete sich diese Weltreligion nicht nur sehr stark, sondern übernahm auch manches von der jeweilig vorgefundenen Religion und Kultur. So entstanden verschiedene Formen des Buddhismus.

 

Mönchtum

 

Gemeinsam ist allen Richtungen die starke Betonung des Mönchtums. Die Aussage von manchen Buddhistinnen und Buddhisten, dass es ohne Mönchtum keinen Buddhismus gibt, mag vielleicht übertrieben erscheinen, hat aber sicher einen wahren Kern. «Dana», die Gaben für die Mönche, sind für viele Laien, speziell des Theravada, wichtiger als Meditation und Belehrungen.

 

[int.Nr.:i23e01]

 

Aktualisiert: 9.9.2008

 

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