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Schenkkreise

 

«Wir sind eine Gruppe, die einen Weg gefunden hat, sich gegenseitig zu unterstützen und unsere Träume zu erfüllen. Du bist eingeladen, Dich einem der Schenkkreise anzuschließen und an unseren Erfahrungen teilzuhaben.»

 

Mit diesen Worten wirbt eine Organisation dafür, dass Personen bei einer verbotenen Aktion teilnehmen und mithelfen, dass einzelne Schlitzohren auf Kosten von mehreren Dummen Geld kassieren.

Hierbei wird in lustigen Kaffeerunden ein System vorgestellt, bei dem ein neuer Gast den bereits Angehörigen des Schenkkreises einen Betrag „schenken" soll. Ein solcher Schenkkreis ist wie eine Pyramide aufgebaut und besteht aus 4 einzelnen Kreisen.

Wer alleine in der Mitte steht, muss sich Mitspieler suchen und wird danach von den Mitgliedern des äussersten Kreises beschenkt. Anschliessend teilt sich der Schenkkreis in zwei Kreise und wird durch neue Personen, die zum Schenken bereit sind, ergänzt. So entstehen immer mehr Kreise. Das Spiel geht aber nicht auf, denn bereits in der 15. Runde müsste eine halbe Million Menschen mitmachen, um die Gewinne zu garantieren. Die Beträge, die "geschenkt" werden, sind heute Fr. 15'000.-. Das heisst, so viel Geld müssen neue Teilnehmende einschiessen.

 

Gelegentlich gelangen Anfragen zu Inforel bezüglich der Schenkkreise, obwohl wir keine Konsumentenschutzorganisation sind.

 

Der Grund ist der esoterische Firnis, den sich die Schenkkreise übergiessen:

«Alle Licht Wesen-Essenzen dienen dazu, die Fülle der eigenen Fähigkeiten und die Spiritualität im Alltag zu leben. Die Sterntaler-Essenz löst energetische Blockaden, die bisher Wohlstand und Reichtum erschwert haben. Sie stärkt die Bereitschaft, Geschenke und Chancen zu erkennen und anzunehmen. …

Annehmen und sich für Möglichkeiten öffnen. …

Liebe zur Erde und zur Materie …

Die Geschenke der Erde annehmen und Freundschaft mit dem Materiellen schließen …

Einklang mit dem Seelenplan und dem kosmischen Plan. …»

 

Diese Auszüge von der (unterdessen nicht mehr aktiven) Homepage der Schenkkreise tönen sicher nett, aber sie verbergen, dass es nur darum geht, dass einzelne wenige mit illegalen Methoden viel Geld kassieren von Naiven. Obwohl sich viele Frauen aus esoterischen Zirkeln in diesen Schenkkreisen zusammenschliessen, kann auf keinen Fall von einer esoterischen oder gar religiösen Gemeinschaft gesprochen werden.

Nach dem Lotteriegesetz macht sich strafbar, wer an einer solchen Aktion teilnimmt! Wer mit Schenkkreisen in Berührung gekommen ist, tut gut daran, sich mit der Kantons- oder Ortspolizei in Verbindung zu setzen. In Basel ist dafür der Erhebungsdienst im Administrativen Dienst zuständig. Übrigens müssen allfällige Gewinnerinnen ihren Gewinn vollumfänglich abliefern, wenn ein Kreis auffliegt.

 

Eine Kontaktadresse gibt es logischerweise nicht. Die Teilnehmerinnen suchen sich neue Opfer im Bekanntenkreis.

 

Weitere Informationen

In der Zeitschrift «Beobachter» erschienen mehrere lesenswerte Artikel zu den Schenkkreisen.

 

- Schenkkreis. Die Geldvernichter. (von Andrea Haefely; Beobachter 20/07)

«Mit 15’000 Franken sind Sie dabei: Der Schenkkreis «Spirit of Independence» ist froh um jeden, der ihm auf den Leim geht und Geld einschiesst. Neue Mitglieder werden in verschwörerischen Treffen jenseits der Landesgrenze geworben. Der Beobachter war inkognito dabei.»

 

- Das neue Urteil: Illegale Schenkkreise (Beobachter 10/06)

- Schenkkreis: In schlechte Kreise geraten (Beobachter 16/05)

- Schneeballsystem: Das kann man sich schenken (Beobachter 19/04)

- Schneeballsystem: Geldgier zieht weite Kreise (Beobachter 4/03)

 

Einzahlungen an «Schenkkreise» nicht strafbar. Gründung und Werbung sind illegal. (Kommentar zum Bundesgerichtsurteil in der NZZ) (13.4.2006)

 

Links

Interessengemeinschaft der Schenkkreisgeschädigten (I.G.S.G.)

 

I.G.S.G. - Forum

 

Schenkkreis, aus Wikipedia (10.10.2007)

 

[int.Nr.: i3014]

 

Aktualisiert: 19.10.2007

 

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Aktualisiert: 19.10.2007

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