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Schweizerische Islamische Glaubensgemeinschaft SIG

 

Kontakt

Hofstrasse 98, 8620 Wetzikon. Telefon 044 932 15 69

SIG Vorstandsmitglied: Ahmet Emin Büyükkaraca

Kontakt

www.sig-net.ch

 

Geschichte

Die Schweizerische Islamische Glaubensgemeinschaft wurde am 10.1.1999 von in der Schweiz lebenden Muslimen gegründet (S.5) und am 27.9.1999 im Handelsregister des Kantons Zürich als Verein eingetragen. (Alle Seitenangaben beziehen sich auf die unten aufgefführte Broschüre!)

 

Die SIG ist die Nachfolgeorganisation von «I.C.V., Islam Cemaati Vakfi; Stiftung Islamische Glaubensgemeinschaft».

 

Obwohl der Name ähnlich ist und die angeschlossenen Mitgliedsorganisationen zu einem grossen Teil dieselben sind, handelt es sich doch um eine neue Organisation mit anderen Strukturen und manchen neuen Zielen.

Der wichtigste Unterschied ist im Namen ersichtlich. Das „Schweizerische“ soll betonen, dass es sich nicht um eine internationale oder ausländische/türkische Glaubensgemeinschaft handelt.

Als wichtige Folge wurde auch die Zusammenarbeit mit der IGMG Islam Toplume Milli Görus / Islamische Gemeinschaft Milli Görus gelockert. Allerdings ist auf der Startseite der SIG-Homepage an dominierender Stelle der Link zu IGMG.

Die SIG ist die Dachorganisation mit 19 Vereinen in der deutschen Schweiz und in Liechtenstein:

- Aarau

- Basel

- Bellach

- Bürglen

- Cham

- Chur

- Dietikon

- Emmenbrücke

- Glarus

- Herzogenbuchsee

- Liestal

- Möhlin

- Olten

- Sevelen (Liechtenstein)

- Uzwil

- Wetzikon

- Winterthur

- Wohlen

- Zürich

 

Lehre und Ziele

Die SIG versteht sich als dem sunnitischen Islam zugehörig.

Aussenkontakte:

Die SIG verhält sich gegenüber anderen türkisch-muslimischen Organisationen neutral. Eine eigentliche Zusammenarbeit schweizweit gibt es bis jetzt nicht.

Die Mitgliedsorganisationen sind frei resp., sie werden ermuntert, bei regionalen Zusammenschlüssen oder Dachorganisationen mitzumachen. So sind zum Beispiel SIG-Mitgliedsorganisationen bei folgenden Zusammenschlüssen vertreten:

- Verband Aargauer Muslime, VAM

- Vereinigung der islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ)

- Basler Muslim Kommission.

 

Der SIG sind gute Beziehungen zu anderen Religionen, resp. zu Andersgläubigen sehr wichtig.

So schreibt Kasapoglu:

«Wir Muslime, haben keine Probleme, mit Andersgläubigen hier in der Schweiz zusammen zu leben. Im Gegenteil, wir beachten viele Prinzipien und Werte, welche der Integration dienen. Mit dem schweizerischen Volk verbinden uns Werte wie das Hochhalten des Rechts, Freiheit, moralische und ethische Vorstellungen.

Jeder Mensch ist ein Individuum, der respektiert werden soll. Mit allen Menschen gut zusammen zu leben und sich gegenseitig zu respektieren, ist der beste Weg.» (S.4)

Dies wird auch in den Zielen der SIG beschrieben:

- Lösungen für das bessere Zusammenleben finden

- Bestehende Vorurteile abbauen (S.4)

Als ein Mittel, um diese Ziele zu verwirklichen dient zum Beispiel der “Tag der Offenen Tür”:

«Wir wollen uns nicht falsch vorstellen oder vorgestellt werden. Deshalb öffnen wir unsere Tür. Man soll sich vorher kennen lernen, bevor man sich ein Bild macht. Einmal im Jahr findet ein Tag der offenen Tür in jeder Gemeinde statt. An diesem Tag versuchen wir allen Beteiligten sowie Nachbarn, Presse und Journalisten unsere Moscheen zu zeigen und unsere Aktivitäten darzustellen.

In den persönlichen Gesprächen kommt es zu wertvollen Dialogen zwischen Gastgeber und Besucher.» (S.17)

 

Staat:

Die SIG versteht sich als politisch neutral. Das Verhältnis zum türkischen Staat ist ein Mittelweg. Die absolute Mehrheit der Mitglieder ist türkischer Abstammung. Viele Mitglieder sind in der Schweiz eingebürgert. Die Gegenwart und die Zukunft ist die Schweiz.

So schreibt Abdullah Kasapoglu, der Präsident der SIG, im Vorwort der Broschüre:

«Unsere Kinder gehen hier zur Schule und arbeiten auch hier. Wir feiern unsere Feiertage und Hochzeiten. Wir sind Teil der schweizerischen Gesellschaft geworden, obgleich man dies akzeptieren mag oder nicht. Deshalb müssen wir uns engagieren, um mit allen Menschen hier problemlos zusammen leben zu können. Wir sind offen für eine gegenseitige Integration. Aber wir sind gegen eine Assimilation unter dem Decknamen der Integration.» (S.4)

Wie der Präsident im persönlichen Gespräch betonte, steht “islamisch” und “schweizerisch” und nicht “türkisch” im Vordergrund.

Die Herkunft aus der Türkei wird nicht verleugnet:

«Es ist unmöglich die Zukunft vorzubereiten, ohne die Vergangenheit zu kennen. Es ist uns eine Ehre und Kulturaufgabe, das Osmanische Reich zu repräsentieren und bekannt zu machen, welches der Menschheit eine unvergessene bunte Geschichte hinterlassen hat.» (S.15)

 

Dies meint der Präsident zu folgenden Themen:

Aleviten:

«Mensch ist Mensch!» Alle sind bei uns willkommen. Es besteht keine Feindschaft gegen Aleviten.

Israel:

«Keine Waffen gegen zivile Personen! Töten ist nach dem Islam verboten.»

Was wird gemacht gegen Terrorismus?

«Gegen Terrorismus und für Menschenrechte wird gepredigt.»

 

Mehrere Organisationen und Vertreter der SIG waren an der Friedenskundgebung der Aargauer Muslime am 12. März 2005 in Baden.

 

Milli Görus:

»Die SIG ist nicht Mitglied bei Milli Görüs, arbeitet aber punktuell mit ihr zusammen, da sie eine gute, leistungsfähige Organisation hat:

- islamischer Taschenkalender (dort ist die SIG auch unter “Isvicre” (Schweiz) aufgeführt.

- Hadsch

- Zekât Fitre (Almosensammlung während des Fastenmonats Ramadan

- Kurban (Spende für das Opferfest anstelle eines Tieropfers»

 

Organisation, Finanzen

Die SIG ist als Verein nach ZGB organisiert. Die Statuten waren bis heute nicht erhältlich.

Die SIG ist seit dem 27.9.1999 im Handelsregister des Kantons Zürich eingetragen.

Der Sitz ist in Wetzikon.

Der Mitgliederbeitrag beträgt Fr.20.-pro Monat.

 

Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit

Die SIG hat ihr Domizil in Wetzikon.

Die angeschlossenen Organisationen haben je eigene Räumlichkeiten.

Es gibt zweierlei Angebote:

1. Diejenigen, die von den angeschlossenen Organisationen.

2. Angebote der SIG, zentral für die ganze Schweiz. Sie sollen hier dargestellt werden.

 

Die SIG organisiert Hadsch, die Pilgerfahrt nach Mekka:

Selbstdarstellung:

«Unsere Glaubensgemeinschaft organisiert die Pilgerfahrt jedes Jahr im Rahmen unserer Möglichkeiten.

Unsere Dienstleistungen für die Pilgerfahrten:

- Visum und offizielle Angelegenheiten

- Informationsseminare über Pilgerfahrt

- Hotelorganisation in Mekka und Medina

- Reiseführung in Mekka, Medina, usw...» (S.19)

 

Die SIG nimmt dafür die Infrastruktur der IGMG (Milli Görus) in Anspruch, resp. arbeitet mit ihr zusammmen.

 

Neben den örtlichen Bildungsangeboten bietet die SIG folgende Kurse und Seminare an:

 

Kurse für Kinder und Jugendliche:

- Koranschule und Religionsfächer (Wochenenden, Ferien)

- Integration der Kinder in der Schule und der Umwelt (Ferien)

- Prophylaxe gegen Alkohol, Drogen, usw. (Wochenenden)

 

Seminare für Erwachsene an Wochenenden:

- Integration der Kinder in der Schule und der Umwelt (S. 5 + 11)

- Erziehungsprobleme und Probleme der Jugendlichen (S.11)

 

Sektionen:

- Frauensektion der SIG

- Die Jugendsektion

 

Die SIG vergibt Stipendien für Schüler und Studenten und ist um Hilfe für Bedürftige besorgt (S.9).

 

Ein wichtiges Anliegen ist die islamische Bestattung. Es gibt in der Schweiz bis jetzt nur wenige Möglichkeiten, die Toten auf einem speziellen islamischen Grabfeld zu bestatten, deshalb werden die meisten Leichen in die (ehemalige) Heimat transportiert.

 

Die SIG setzt sich ein:

«Wie allen bekannt ist, sind die Formalitäten in einem Todesfall sehr schwierig. Viele von uns werden in unserem Land begraben. Dank unserer Bestattungskasse können wir Dienstleistungen in einem Todesfall anbieten (Transport ins Heimatland, rituelle Formen, usw.). Der Jahresbeitrag beträgt Fr. 100.-. Das Anmeldeformular und die Informationsblätter kann man in all unseren Abteilungen erhalten.» (S.23)

 

Die SIG fördert die Organisation von Feierlichkeiten an Festtagen (S.14 + 16), die aber in den einzelnen Mitgliedsorganisationen durchgeführt werden.

 

Literatur, Zeitschrift

Broschüre: «Schweizerische Islamische Glaubensgemeinschaft», Wetzikon. 1. Aufl. 10.2003 (24 Seiten).

Die Broschüre ist bei INFOREL als PDF-File vorhanden. Mitglieder von INFOREL können sie gratis beziehen per Mail. (Achtung: Das File ist 4.2 MB gross!)

 

[int.Nr.: i3461]

 

Aktualisiert: 21.1.2012

 

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