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Freidenkende Nordwestschweiz

 

Kontakt

Freidenkende Nordwestschweiz

4000 Basel

Telefon 061 599 38 00 (Präsident Felix Dürler)

Mail: nws@frei-denken.ch

 

www.frei-denken.ch/de/sektionen/basel/

 

Geschichte

Der Ursprung der Freidenker geht auf die Philosophen der Antike zurück, welche als erste die Wirklichkeit ohne Zuhilfenahme von Göttern erklärten. Bereits damals führte das Infragestellen von von Gott und Göttlichkeit zu drastischen Strafen. Im Zuge der Aufklärung, war Gottfried W. Leibniz 1715 einer der ersten der den Begriff «Freidenker» verwendete. In der für seine erste Universität (1460), die Gutenbergsche Buchdruckkunst (1464) und den Philosophen Nietzsche (1882: „Gott ist tot“) bekannte Stadt Basel wurde 1902 die «Freigeistige Vereinigung Basel» und 1909 der Schweizerische Monistenbund Basel um August Forel gegründet. Dieser übernahm 1915 die Zeitschrift „Der Schweizer Freidenker“ als Mitgliederorgan und schloss sich 1920 mit dem „Deutsch-Schweizer Freidenkerbund“ zusammen. Der Basler Präsident Carl Flubacher wurde 1923 auch Präsident der gesamtschweizerischen Organisation.

1930 kam es aus Kreisen der Arbeiterschaft zur Gründung des „Proletarischen Freidenker-Verbandes Schweiz“ in Basel. 1933 wird in Basel-Stadt gegen heftigen Widerstand das obligatorische Schulgebet abgeschafft. Nach der Machteroberung der Nationalsozialisten, welche die deutschen und österreichischen Freidenker-Organisationen zerschlagen, publizieren viele betroffene ausländische Freidenker ihre Artikel nun im Schweizer „Freidenker“.

Mit dem Kalten Krieg (ab 1947 bis 1989) führten unterschiedliche gesellschafts-politische Ansichten zur Spaltung in 2 Vereine: „Union Schweizer Freidenker“ (USF) und Freidenker-Vereinigung Schweiz (FVS).

1980 schliessen sich diese gesamtschweizerisch zusammen. 1983 streicht die Union Schweizerischer Freidenker (USF) in ihrem Namen den gesamtschweizerischen Anspruch und nennt sich neu „Freidenker-Union Region Basel“ (FU). Zu diesem Zeitpunkt hat die Sektion rund 500 Mitglieder. 2014 entstehen durch die Fusion der beiden regionalen Sektionen die «Freidenkenden Nordwestschweiz.»

 

Die Freidenkenden Nordwestschweiz haben 226 Mitglieder und ein gutes Dutzend "Sympathisanten". (Stand 2017)

 

Lehre und Ziele

Selbstdarstellung:

« Freidenker ist eine Bezeichnung für Menschen, die für eine selbstständige und selbstverantwortliche Lebensgestaltung im Sinne der Aufklärung eintreten und jeden religiösen oder mystischen Glauben, Gottesglauben, kirchliche Lehren und Dogmen ablehnen oder allgemeiner sich meist als Atheisten und säkulare Humanisten, zum Teil aber auch als Agnostiker oder Skeptiker verstehen. In diesem Sinne sind sie die natürliche Vertretung der Konfessionslosen.

Die Freidenkenden Nordwestschweiz setzen sich - unabhängig von der Weltanschauung der Betroffenen - ein für Humanismus, Verteidigung der menschlichen Würde, Respekt von Mitmensch und Umwelt. Eine Grundlage für das Handeln der Freidenkenden ist die UN-Menschenrechtscharta. Die Freidenkenden wollen in einer säkularen Gesellschaft leben, wo religiöse Bekennung diskret erfolgt, wo Kirche und Staat getrennt sind und Religionskritik weder tabu noch verboten ist. Sie verteidigen die Konfessionsfreien und Humanisten gegen Machtansprüche von religiösen und politischen Extremisten.

Freidenkende vertreten also eine diesseitige, dialektische, erkenntnisorientierte, religionsskeptische und atheistischen Philosophie und Weltanschauung.»

 

Zusammenarbeit

Selbstdarstellung:

«Die Freidenkenden arbeiten unabhängig von der Weltanschauung und Konfession ohne Berührungsängste mit allen zusammen, welche eine offene pluralistische Gesellschaft anerkennen, für Humanismus, Solidarität, Respekt von Mitmensch und Umwelt, für eine säkulare Gesellschaft und für die Trennung von Kirche und Staat eintreten.»

 

Diverse Organisationen, die sich für Menschenrechte einsetzen, zb Schutzfaktor M, werden themenspezifisch unterstützt.

Die Vereinigung ist Mitglied bei der International Humanist and Ethical Union (IHEU) (Dachverband der internationalen Nichtregierungsorganisationen).

 

Organisation, Finanzen

Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist die Vollendung des 16. Lebensjahres und die Anerkennung der Statuten. Der Vorstand trifft sich zweimal monatlich. Frauen und Männer sind gleichgestellt.

Die Finanzierung der Freidenkenden erfolgt ausschliesslich über Mitgliederbeiträge und Spenden von SympatisantInnen.

Der Mitgliederbeitrag beträgt für eine Einzelperson: CHF 85.-; Anschlussmitglieder (im gleichen Haushalt) bezahlen: CHF 25.-; SympathisantInnen leisten freiwillige Spendenbeiträge.

Mit dem Geld werden die eigenen Aktivitäten finanziert. Im Mitgliederbeitrag ist auch das Abo des gesamtschweizerischen Magazins „freidenken“ und ein Beitrag an die gesamtschweizerische Organisation inbegriffen.

Die Freidenkenden Nordwestschweiz verfügen zudem über 3 Fonds (Ritual- und Abdankungsfonds, Kultur- und Bildungsfonds, Fürsorge- und Solidaritätsfonds), mit welchen unabhängig von einer Mitgliedschaft Betroffene unterstützt werden.

 

Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit

Für die unregelmässig stattfindenden Veranstaltungen werden jeweils öffentliche Säle gemietet.

Die Zusammenkünfte der Mitglieder finden in Restaurants statt.

 

- Aktivitäten und Angebote

- Monatlich findet ein Mitgliederhock in einem Restaurant mit freier Diskussion statt.

- grössere Referat-Veranstaltungen zu aktuellen Themen aus Philosophie,

Wissenschaft, Gesellschaft werden 1-3 mal jährlich organisiert

- Teilnahme und Unterstützung von Veranstaltungen (Friedenskundgebungen, Märsche, Demonstrationen) denen gesellschaftliche und weltanschauliche Fragen zu Grunde liegen (zum Beispiel Humanismus, Gleichberechtigung, Laizismus) werden (zum Teil auch finanziell) unterstützt.

- Das Jugendlager Camp Quest wird einmal jährlich organisiert.

 

Für Mitglieder werden Sozial– und Mitgliederdienste angeboten: Krankenbesuche im Spital, und Unterstützung für Hilfsbedürftige.

Auch unabhängig von der Mitgliedschaft unterstützt der Verein Bedürftige durch Tätigkeiten in den Bereichen Bildung, Hilfe, Solidarität, Ritualbegleitung und Kultur.

 

- Seelsorge

RitualbegleiterInnen gestalten weltliche Abdankungsreden, Namensgebungsreden und Hochzeitsfeiern.

 

Literatur, Zeitschrift

- «freidenken.» Zeitschrift der Freidenker-Vereinigung der Schweiz, quartalsmässige Erscheinung. Die Zeitschrift kann auch unabhängig von einer Mitgliedschaft für CHF 30.-/ Jahr abonniert werden. Ein gratis-Probeabo kann beantragt werden.

- Über den Newsletter wird rund 4mal jährlich zu Veranstaltungen eingeladen.

 


[int.Nr.:i4144]

Aktualisiert: 10.04.2017

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