inforel
Differenzierte und unabhängige Information über Religionen und Weltanschauungen in der Region Basel

Was niemand erwartet hatte, ist eingetreten: Die «Initiative gegen den Bau von Minaretten» ist mit hohem Ja-Stimmenanteil angenommen worden. Dass es dabei weniger um bauliche Fragen, als vielmehr um eine Anti-Islam-Initiative ging, ist klar zum Vorschein gekommen.

Stellungnahmen VOR der Abstimmung

Cartoons zur Anti-Minarettinitiative

Aktuell!

Minarett-Verbot: Schweiz legt Veto in Strassburg ein (2.3.2011)

Das Bundesamt für Justiz hat mit einem Veto die Behandlung der Einsprachen muslimischer Organisationen gegen das Minarett-Verbot in der grossen Kammer des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs (EGMR) blockiert. Das Dossier bleibt nun bei der kleinen Kammer.

 

Ehemaliger Bundesgerichts-Präsident. Minarettverbot könnte rechtens sein (5.1.2011)

Das Schweizer Minarettverbot verstösst eventuelle nicht gegen die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK). Diese Ansicht vertritt der ehemalige Präsident des Schweizer Bundesgerichts, Martin Schubarth.

 

Kanton Bern gibt grünes Licht für Minarett in Langenthal (21.9.2010)

Etappensieg für die Islamische Glaubensgemeinschaft Langenthal: Der Kanton Bern hat die Baubewilligung für das geplante Minarett bestätigt. Schliesslich habe die Stadt Langenthal das Projekt mehrere Monate vor dem Volks-Ja zum Minarettverbot bewilligt.

 

Aktionen und Kundgebungen

«tuos - für eine tolerante und offene schweiz»

Der Verein «tuos - für eine tolerante und offene schweiz» wurde am Tag nach der Abstimmung gegründet und lanciert eine Unterschriftensammlung.

 

Im Tessin kommt Jesus zwischen Minaretten auf die Welt (23.12.2009)

Krippenbauer im Tessin haben dem Minarett-Verbot getrotzt: In der Kirche Sacro Cuore im Tessiner Hauptort Bellinzona errichteten sie eine Krippe mit sechs rund zwei Meter hohen Minaretten.

 

Muslime: «STOLZ AUF BASEL»

Mehrere Hundert Muslime leisteten der Einladung der «Schweizerischen Islamischen Jugendvereinigung Basel» Folge und versammelten sich am Freitag, 4. Dezember 2009 auf dem Marktplatz in Basel, um mit einer bewilligten Kundgebung ihrer Enttäuschung über den Ausgang der Minarettinitiative Ausdruck zu verleihen und der Basler Bevölkerung für die Ablehnung zu danken.

Fotos vom Schweigemarsch zur Minarettinitiative

 

Tausende demonstrieren gegen Minarett-Verbot (Tagesanzeiger) (1.12.2009) Mehrere Tausend Personen sind am Dienstagabend in den Westschweizer Städten Lausanne, Genf, Freiburg und Biel gegen den Volksentscheid über ein Minarett-Verbot auf die Strasse gegangen.

Politische Vorstösse

Lancierung der Initiative gegen Minarettverbot verschoben (4.1.2011)

Der Islamische Zentralrat Schweiz (IZRS) hätte gern bis Ende Dezember 2010 das Initiativkomitee für die Lancierung einer Initiative zur Abschaffung des Minarettverbotes gegründet. Doch die Zusammenstellung des möglichst breit und prominent abgestützten Komitees verzögert sich. Beim Islamrat macht man die Feiertagspause dafür verantwortlich.

 

Aufruf - Appeal - "I said NO!" tuos – für eine tolerante und offene Schweiz! (17.12.2009)

«"I said NO!" ist ein Aufruf von tuos, welchen du hier online unterzeichnen kannst. Mehr Informationen zur Absicht hinter "I said NO!" findest du hier. Gib noch einmal deine Stimme ab und stehe somit ein für eine tolerante und offene Schweiz!»

 

Volksinitiative (Auf Augenhöhe – Bewegung zur Begegnung) (8.12.2009)

Initiative zur Beseitigung religiöser Ausnahmeartikel in der Bundesverfassung

 

MINARETT-VERBOT: NICHT IN MEINEM NAMEN

«Wir, Bürger der Schweiz verurteilen das Verbot neuer Minarette und drücken hiermit unsere Sympathie für alle Angehörigen des muslimischen Glaubens aus, denen damit Unrecht getan wurde. Wir sprechen uns für gegenseitigen Respekt, Religionsfreiheit und die Wahrung der Rechte aller Menschen aus – diese sind sowohl Schweizer als auch universelle Werte und wir streben danach, diese unter allen Umständen zu wahren.»

 

Neue Abstimmung. Minarettverbot soll wieder fallen (20Min; «Club Helvétique») (6.12.2009)

Der «Club Helvétique», eine Vereinigung von 26 Intellektuellen, macht mobil gegen das Minarettverbot. Führende Mitglieder fordern, die neue Verfassungsbestimmung auf politischem Weg wieder abzuschaffen. Geprüft wird eine Volksinititiative.

 

Ich möchte Sie informieren, dass ich für die Fragestunde der kommenden Woche im Nationalrat folgenden Vorstoss eingereicht habe:

Titel: Verdikt des Souveräns zur Minarett-Initiative und Religionsfriede in der Schweiz

<Ist der Bundesrat auch der Meinung, dass der Religionsfriede in der Schweiz ein hohe Gut ist und unbedingt gewahrt werden muss? Ein möglicher Schritt dazu wäre ein vermehrter Dialog zwischen Regierung und Vertretungen der Religionsgemeinschaften in der Schweiz. Wie gedenkt der Bundesrat diesen Dialog in Zukunft zu pflegen?>

Marie-Thérèse Weber-Gobet, Nationalrätin CSP

Antwort des Bundesrates (7.12.2009)

Stellungnahmen von Muslimen

Muslimischer Dachverband in der Schweiz gewünscht (13.12.2009)

Nach der friedlichen Demonstration von 500 bis 800 Muslimen vom Samstag in Bern ist am Sonntag der Ruf nach einer einheitlichen Islam-Dachorganisation laut geworden. So hätten die Behörden einen Ansprechpartner und die Imame wären leichter zu kontrollieren.

 

Die Volksabstimmung vom 29. November 2009 (islam.ch) (7.12.2009)

Reaktionen auf die Abstimmung

 

«Es geht um Kultur, nicht um den Islam» (Aargauer Zeitung; von Sabine Kuster) (2.12.2009)

Der Präsident der Aargauer Muslime äussert sich zur ablehnenden Haltung der Aargauer gegenüber Muslimen

 

«Die Muslime in der Schweiz haben zu wenig getan!» (Tagesanzeiger) (30.11.2009) Die Ahmadiyya-Bewegung mit Sitz in Zürich nimmt das Minarett-Verbot nicht schweigend an. Trotzdem hätten die Muslime zu wenig mobilisiert, sagt der Zürcher Imam Sadaqat Ahmed im Interview. (Mit 80 Kommentaren)

 

"Anti-muslimischer Rassismus" (Islamische Zeitung) (30.11.2009)

Berlin: Minarett-Entscheid löst Besorgnis in Deutschland aus

 

Stellungnahme zur Annahme der Minarettverbotsinitiative (29.11.2009)

Die islamischen Nationalverbände in der Schweiz bedauern die Annahme der Minarettverbotsinitiative zutiefst. Den Initianten ist leider gelungen mit ihrer verzerrenden Propaganda, Ängste bei einer Mehrheit der Stimmenden zu mobilisieren, welche nichts mit dem Islam in der Schweiz zu tun haben.

 

Stellungnahme Zur Volksabstimmung «Gegen den Bau von Minaretten» vom 29. November 2009 (Verband Aargauer Muslime)

 

Minarettverbot: Schweiz im Empörungssturm ratlos. Viele Frauen stimmen mit "ja" (Islamische Zeitung) (1.12.2009)

Erst waren die Schweizer überrascht vom klaren Votum gegen die Minarette - und dann von der weltweiten Empörung, die sie mit ihrer Volksbefragung ausgelöst haben. Jetzt herrscht überwiegend Ratlosigkeit. Schon lange vorher hatte das Schweizer Außenministerium die arabischen Länder über diese Abstimmung unterrichtet - mit dem Hinweis, dass das Minarett-Verbot wohl wohl keine Chance hat. So hätte man es gerne gehabt. Nachdem die Schweiz nun als einziges Land in Europa neue Minarette verbietet, ist die Politik in Erklärungsnot. Jetzt soll zumindest verhindert werden, dass das Bauverbot als Angriff auf den Islam und die Muslime insgesamt wahrgenommen wird.

 

Interview: Dr. Hisham Maizar (FIDS) über das Minarettverbot und dessen Folgen - "Sie haben auch gegen das eigene Land gestimmt" (Islamische Zeitung) (1.12.2009)

Dr. Hisham Maizar ist Präsident der Föderation Islamischer Dachorganisationen in der Schweiz (FIDS), einem der beiden großen muslimischen Dachverbände des Alpenlandes. Die FIDS repräsentiert 10 wichtige Dachorganisationen, in denen insgesamt mehr als 130 multiethnische islamische Vereine und Zentren vertreten sind. Die IZ sprach mit ihm über seine Einschätzung des Minarettverbots und dessen Folgen für die Muslime in der Schweiz.

 

Schweizer Muslime (20min; von Katharina Bracher / Mathieu Gilliand) (30.11.2009)

«Alle reden von Integration - wir sind integriert»

Die ganze Schweiz spricht vom Minarett-Bauverbot. Doch was denken jene, die vom Abstimmungsresultat direkt betroffen sind? 20 Minuten Online besuchte Schweizer Muslime. Dort hat niemand mit der Annahme der Initiative gerechnet, doch nicht alle sind enttäuscht darüber.

Stellungnahmen von Kirchen, Religionen und interreligiösen Gruppierungen

Wenn Christen und Muslime Freundschaft schliessen (7.6.2010)

Die Minarett-Abstimmung vom letzten November hat freikirchliche Gemeinden stark bewegt. Dies gilt besonders für Gemeinden in Quartieren mit grosser muslimischer Präsenz. So grenzt die Winterthurer «Chile Grüze» an eine Moschee mit Minarett an. Pastor Christoph Candrian berichtet, wie seine zu Chrischona gehörende Gemeinde mit dieser Situation umgeht.

 

Integration: Muslime, reformierte Kirchen und die Gesellschaft (Livenet.ch; Peter Schmid) (1.1.2010)

Woher stammt der Graben zwischen den protestantischen Kirchenvertretern, die gegen ein Minarettverbot auftraten, und dem Kirchenvolk? Hat das Verwischen der Unterschiede zwischen Christentum und Islam, dem manche Reformierte Vorschub leisteten, dazu beigetragen? Was ist für die Integrationsdebatte daraus zu lernen?

 

Minarett-Nein: Trojanisches Pferd gegen System der Volkskirche (Georges Scherrer) (23.12.2009)

Der Bischof von Basel, Kurt Koch, warnt nach der Abstimmung zur Anti-Minarett-Initiative davor, die Religionen ins gesellschaftliche Abseits abzudrängen. Viele Christen hätten mit ihrem Ja zur Vorlage dem Zusammenleben von Religion und Staat in der Schweiz einen Bärendienst geleistet und ein trojanisches Pferd für jene politischen Kräfte gesetzt, die eine Trennung von Kirche und Staat anstreben.

 

Bischöfin: Muezzin-Ruf würde in Hamburg nicht stören (idea) (21.12.2009)

Dass der Muezzin eines Tages in Hamburg öffentlich zum islamischen Freitagsgebet ruft, kann sich Bischöfin Maria Jepsen (Hamburg) durchaus vorstellen.

 

«Wirklich?» – Christen und islamische Schutzbehauptungen (16.12.2009)

Auch in den reformierten Kirchen gibt der Ausgang der Minarett-Abstimmung am 29. November weiter zu reden. Der Religionswissenschaftler Georg Schmid, der Verantwortliche kritisiert hat, nimmt im Folgenden dazu Stellung.

 

Adventistischer Religionsfreiheit-Experte enttäuscht über Schweizer Minarett-Verbot (16.12.2009)

"Das Schweizer Verbot zum Bau neuer Minarette zeigt, wie viel Bemühungen noch notwendig sind, um verständlich zu machen, was Religionsfreiheit wirklich bedeutet", äusserte Dr. John Graz (Silver Spring, Maryland/USA), Direktor für Öffentliche Angelegenheiten und Religionsfreiheit der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten, enttäuscht.

 

Adventist religious leaders disappointed with Swiss ban on new Islamic minarets (Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten Schweiz und USA) (9.12.2009)

Construction of Mosque prayer towers restricted after national vote

 

International Religious Liberty Association (IRLA) Answers the Swiss Ban on Minarets (30.11.2009)

«Swiss voters overwhelmingly approved a constitutional ban on minarets on Sunday, November 29, barring construction of the iconic mosque towers. The initiative was approved by 57% of the 2.67 million voters. Like many Swiss citizens living outside the country, I was surprised by the results of the recent referendum. But is this a religious freedom issue or a simple question of zoning standards?»

 

Basel: «Der Kirchturm der Offenen Kirche Elisabethen ist auch ein Minarett» (7.12.2009)

Nach der Abstimmung hat die Offene Kirche Elisabethen mit einem Schild erklärt: Der Kirchturm der Offenen Kirche Elisabethen ist auch ein Minarett.

 

Symbolic minaret declared in Switzerland (ISTANBUL - Hürriyet Daily News) (4.12.2009)

In reaction to the Swiss referendum on the prohibition of minarets, the Church of Elizabeth in Basel has declared its bell tower to be a symbolic minaret.

 

Cartoon des Elisabethen-Minaretts (9.12.2009)

 

Schweizer Bischöfe: Initiative gegen den Bau von Minaretten ist Herausforderung (30.11.2009)

Integration in Dialog und gegenseitigem Respekt ist in Gefahr

 

Rat der Religionen: Bemühungen um Integration verstärken! (29.11.2009)

Die Annahme der Minarettinitiative zeigt nach Auffassung des Schweizerischen Rats der Religionen eine verbreitete Verunsicherung in der Bevölkerung. Die Bemühungen im Bereich der Integration müssen auf allen Seiten verstärkt werden. Der SCR setzt sich für konkrete Massnahmen ein.

 

Presseerklärung der Förderation der Alevitischen Gemeinden in der Schweiz zur Abstimmung über das Minarettverbot (5.12.2009)

«Der Alevitische Dachverband der Schweiz schliesst sich dem Aufruf der Alevitischen Gemeinde in Deutschland an. Wir rufen zur Besonnenheit und Zurückhaltung in der Kritik mit dem Abstimmungsresultat zum Minarettverbot in der Schweiz auf. …»

 

Minarett-Verbot belastet den gesellschaftlichen Zusammenhalt (Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund SEK) (29.11.2009)

Das Minarett-Verbot löst keine Probleme, sondern wird neue schaffen. Gegenseitiger Respekt ist Voraussetzung für gelingende Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

 

Stellungnahme zur Annahme der Minarettverbots-Initiative (Interreligiöser Think-Tank) (29.11.2009)

 

Presseerklärung der Alevitischen Gemeinde Deutschlands zur Abstimmung über das Minarettverbot in der Schweiz (2.12.2009)

Die Alevitische Gemeinde Deutschlands ruft zur Besonnenheit und Zurückhaltung in der Kritik mit der Schweiz und Ihren Bürgern auf.

 

Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund SIG und die Plattform der Liberalen Juden der Schweiz PLJS bedauern den Ausgang der Abstimmung über die Anti-Minarett-Initiative. (1.12.2009)

«Der SIG und die PLJS respektieren den Ausgang der Abstimmung über die Anti-Minarett-Initiative. Gleichzeitig drücken die beiden Dachverbände ihre Enttäuschung über die Annahme der Initiative aus und befürchten, dass diese zu einer Polarisierung in unserer Gesellschaft und zu einer Gefährdung des Religionsfriedens führen könnte.

Mit der Annahme der Initiative wird die Religionsfreiheit verletzt. Die Initianten und ihnen nahe stehende Kreise nehmen den Ausgang der Abstimmung möglicherweise zum Anlass, weitere Vorstösse zu unternehmen, welche zu Einschränkungen der Religionsfreiheit führen können.

Gegen solche Bestrebungen gilt es, Widerstand zu leisten. Die nun angenommene Verfassungsänderung löst keine Probleme, schon gar nicht jene, die zu den in der Bevölkerung bestehenden Ängste und Verunsicherungen Anlass geben. Diese Probleme müssen im ernsthaften politischen und interreligiösen Dialog angegangen werden auf der Grundlage der Werteordnung unseres Rechtsstaates.»

 

Reaktionen auf reaktionäre Schweiz (Mehrere Artikel!) (2.12.2009)

Brüssel will sich nicht äußern, die islamische Welt reagiert eher gelassen. Rechtspopulisten wie die rassistische "Lega Nord" hingegen feierten den Ausgang der Schweizer Minarett-Abstimmung.

 

Stellungnahme zum Beschluss des Schweizer Souveräns, ein Minarettverbot in die Bundesverfassung einzufügen (Pfarrer Dr. Georg Vischer

Vorstandspräsident IRAS COTIS) (1.12.2009)

«Das Resultat der Abstimmung von Ende November hat deutlich gezeigt, wie wichtig und dringlich unsere Arbeit ist, wie wenig wir aber bisher damit erreicht haben. …»

 

mission 21 bedauert Annahme der Minarettverbots-Initiative (1.12.2009)

In der Schweiz wird der Bau von Minaretten verboten.

mission 21, die im Vorfeld zusammen mit neun Schweizer Missions- und Hilfswerken, Entwicklungs- sowie interreligiösen Organisationen entschieden gegen die Minarettverbots-Initiative eintrat, ist überrascht und gleichzeitig bestürzt über diesen Entscheid des Souveräns.

Stellungnahmen von politischen und humanitären Organisationen

 

IG Stiller Pressemitteilung - Minarett Initiative (30.11.2009)

Offener Brief an die Kirchgemeinden der Schweiz

Aus Rücksicht auf unsere geschockten muslimischen Mitbürger sollten wir ab sofort auf akustische christliche Machtdemonstrationen verzichten.

Auch christliche Mitbürger wären Ihnen dankbar.

Die Augen kann man schliessen, die Ohren nicht.

Mit stillen Grüssen

IG Stiller

Wissenschaftliche Darstellungen

Interview mit Jonathan Bloom. "Ein Schlag ins Gesicht für die Schweizer Muslime" (Qantara; Interview: Eren Güvercin) (7.3.2010)

Der Bostoner Islamwissenschaftler Jonathan Bloom äußert sich im Gespräch mit Eren Güvercin über die Geschichte des Minaretts und seine kulturhistorische Bedeutung sowie über die Folgen des jüngsten Minarett-Verbots in der Schweiz.

 

Debatte über das Schweizer Minarett-Verbot. Empörung der Scheinheiligen (Qantara.de; Khaled Hroub) (18.12.2009)

Die Aufregung in vielen islamischen Staaten über den Schweizer Volksentscheid gegen den Bau von Minaretten ist - angesichts der prekären Situation religiöser Minderheiten in diesen Ländern - äußerst fragwürdig und überzogen, meint der Publizist und Medienwissenschaftler Khaled Hroub.

 

Analysis: a majority of Swiss voters decide to ban the building of new minarets (Dr.Jean-François Mayer( (1.12.2009)

On Sunday, 29 November 2009, 57.5 per cent of Swiss voters (participation rate 53.4 per cent) voted to ban the building of new minarets in the country. Religioscope offers an analysis of this unexpected result and attempts to put it into perspective.

 

Anxieties, banning minarets and populist politics in Switzerland – a preliminary analysis (Prof. Dr. Martin Baumann) (1.12.2009)

By Martin Baumann, research affiliate of the Pluralism Project

«The majority vote to ban the building of minarets is not a single and exceptional result. Rather, it is a dramatized culmination of Swiss politics shifting from long practised equilibrium to populist polarization and aggressive exclusion of minorities.»

 

The people can do no wrong?

(Prof.Dr.theol.Wolfgang Lienemann) (30.11.2009)

«„Der Bau von Minaretten wird verboten, das Waffenexport-Verbot abgelehnt“ – eine denkwürdige Volksabstimmung in der Schweiz am 29.11.2009! »

 

20 Jahre Mauerfall und die Anti-Minarett-Initiative. Demokratie auf dem Prüfstand Kommentar von Michael A. Schmiedel (1.12.2009)

«Die Feierlichkeiten zum 20-jährigen Jubiläum des Falls der Berliner Mauer in Deutschland und die Volksabstimmung zur Anti-Minarett-Initiative in der Schweiz haben auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun, außer dass sie beide im Herbst 2009 stattfanden. Mir aber drängt sich eine Perspektive auf, aus der diese beiden Ereignisse sehr viel miteinander zu tun haben.»

Rechtliche Fragen

Ehemaliger Bundesgerichts-Präsident. Minarettverbot könnte rechtens sein (5.1.2011)

Das Schweizer Minarettverbot verstösst eventuelle nicht gegen die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK). Diese Ansicht vertritt der ehemalige Präsident des Schweizer Bundesgerichts, Martin Schubarth.

 

Klage wegen Minarettverbot in Strassburg (16.12.2009)

Hafid Ouardiri, früherer Sprecher der Moschee in Genf, hat am Dienstag beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg eine Beschwerde gegen das Schweizer Minarett-Verbot eingereicht. Es sei unvereinbar mit der Europäischen Menschenrechtskonvention.

 

Beschwerde gegen Minarett-Verbot in Strassburg deponiert. Gerichtshof für Menschenrechte soll Verstoss gegen Religionsfreiheit prüfen (15.12.2009)

Das Bauverbot für Minarette kommt vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg. Eine Beschwerde gegen den Volksentscheid ist in Strassburg deponiert worden. Das Gericht soll feststellen, ob das Verbot gegen die Religionsfreiheit und das Diskriminierungsverbot verstösst.

 

Wie weit geht religiöse Freiheit? (Beobachter; Dominique Strebel) (9.12.2009)

«Minarettähnlicher Turmaufbau», Menschenrechte, Burka, Kopftuch, Kreuze in Schweizer Schulen, Schwimmunterricht: Antworten auf zwölf Fragen, die sich nach der Annahme der Minarett-Initiative stellen.

 

Warum es doch neue Minarette in der Schweiz geben könnte (Tagesanzeiger; Rainer Schweizer) (30.11.2009) Der St. Galler Staatsrechtsprofessor Rainer Schweizer erklärt, welche Möglichkeiten die Muslime haben, um trotz Verbot Minarette zu bauen.

 

SVP will notfalls Menschenrechts-Konvention kündigen (Tagesanzeiger. Von Markus Brotschi, Bern) (1.12.2009) Das Minarettverbot dürfte bei einer Klage vom Menschenrechts-Gerichtshof in Strassburg annulliert werden. Darum will die SVP bei Bedarf handeln.

 

Uno prüft das Minarett-Verbot (30.11.2009) Die Vereinten Nationen untersuchen, ob das vom Schweizer Stimmvolk verabschiedete Minarett-Verbot mit internationalem Recht vereinbar ist. Experten seien daran, den Fall zu prüfen.

Analysen und Auswertung

Schweizer Minarettverbot: Ja war kein Ausrutscher (2010)

Ein Jahr nach der Abstimmung würde das Minarettverbot vom Schweizer Stimmvolk wohl erneut knapp gutgeheissen, obwohl sich die Annahme der Initiative in den Augen der Mehrheit wenig positiv auf die Gesellschaft ausgewirkt hat: Das zeigt eine repräsentative Umfrage von «reformiert.».

 

Anti-Minarett-Initiative holte im Unterland viele Stimmen (Tagesanzeiger) (30.11.2009)

Von allen Zürcher Bezirken hat Dielsdorf das Minarettverbot am deutlichsten angenommen. Regensberg hat die Initiative verworfen.

 

Land sagte Ja, Städte Nein (Tagesanzeiger) (30.11.2009) Zweidrittel der ländlichen Bevölkerung stimmten am Wochenende einem Minarett-Verbot zu und die meisten Grossstädte lehnten die Initiative ab.

Weitere Artikel

Schiri-Pfiffe wegen Minarett-Verbot? (12.7.2010)

Das WM-Spiel der Schweiz gegen Chile vom 21. Juni leitete der saudische Schiedsrichter Khalil al-Ghamdi - zuungunsten der Schweizer Mannschaft. Nahostkenner Heinz Gstrein fragt nach einem möglichen Zusammenhang mit dem eidgenössischen Minarettverbot.

 

Deutsche Islamwissenschaftlerin: Minarett-Verbot hat überfällige Diskussion ausgelöst

(epd) (26.12.2009)

Die Aachener Islamwissenschaftlerin und Publizistin Rita Breuer fordert für das kommende Jahr für Deutschland eine neue Leitkulturdebatte: «Wenn wir nicht mehr in der Lage sind, Verschleierung im öffentlichen Dienst zu verbieten, ohne zeitgleich allenthalben die Kreuze abzuhängen, haben wir definitiv etwas falsch gemacht», sagte Breuer dem evangelischen Pressedienst.

 

Kommentar: Wenn andere abstimmen könnten... (Livenet; Peter Schmid) (1.12.2009)

Das Schweizer Minarettverbot provoziert international und interkontinental Reaktionen. Mit einem Schlag steht Helvetia in einem anderen Licht. Beschimpfungen und Drohungen sind zu gewärtigen.

 

Kein Vertrauensbeweis für die Integrationspolitik (OnlineReports; Peter Knechtli) (29.11.2009)

Selbst Christoph Blocher hat nicht an einen Erfolg der Minarettverbots-Initiative geglaubt – doch jetzt ist der Erfolg da. Im Baselbiet erzielte das Volksbegehren, das den Bau von Minaretten in der Schweiz verfassungsmässig verbieten will, eine satte Mehrheit von gegen 60 Prozent, selbst im mehrheitlich links-grünen in Basel-Stadt vereinigte die Initiative fast 49 Prozent der Stimmen.

(Mit Leserkommentaren)

 

Ja zu Minarett-Verbot löst Enttäuschung und Freude aus (Livenet; Bruno Graber) (1.12.2009)

Die klare Zustimmung zur Anti-Minarett-Initiative widerspiegle nach Ansicht des Initiativkomitees das Unbehagen des Schweizer Volkes gegen den wachsenden Einfluss des politischen Islams. Die SVP zeigte sich erfreut über das klare Ja des Volkes zur Minarett-Initiative. Die EDU wertet die Annahme des Minarett-Verbots als ein Zeichen dafür, «dass die Schweizer Bevölkerung an den bewährten Werten festhalten will».

 

Minarettverbot Reaktionen zur Abstimmung über die Initiative «Gegen den Bau von Minaretten» vom 29. und 30. November (Tagesanzeiger) (8.12.2009)

Der Pfarrer liest Dorf die Leviten (Tagesanzeiger. Von René Staubli) (4.12.2009)

Persönliche Stellungnahmen in den Medien

«Das wird die Schweiz noch teuer zu stehen kommen» (Tagesanzeiger; Von Michael Meier) (30.11.2009) Für den Theologen Hans Küng ist das Minarett-Verbot schlimmer als alle Kopftuchverbote.

 

«Jetzt müssen wir sogar Köppels triumphierende Ironie schlucken» (Tagesanzeiger. Von Charles Lewinsky) (3.12.2009) Der Schweizer Schriftsteller Charles Lewinsky äussert sich in einem Essay über das Minarettverbot, den ewigen Populismus und Roger Köppel. (Mit 529 Kommentaren)

 

«Das ist wirklich übel» (Tagesanzeiger. Von Charles Lewinsky) (4.12.2009) Der Essay zum Minarett-Verbot von Charles Lewinsky auf Tagesanzeiger.ch/Newsnetz hat eine Lawine von Reaktionen ausgelöst – vor allem positive. Der Schriftsteller über politische Trittbrettfahrer und Profiteure nach der Abstimmung

Persönliche Stellungnahmen in Mails

Gegen die Unkultur der Ausgrenzung – für die Anerkennung der Identitäten (29.11.2009)

 

Ein kleiner Brief im Advent als Nachschrift zum Schwarzen Sonntag (Anton A. Koch) (7.12.2009)

 

Sofort nach dem Bekanntwerden der Annahme erhielt INFOREL von einem Leser folgende Zuschrift:

 

«Soeben habe ich vom Ergebnis der Anti-Minarett-Initiative erfahren, und ich bin tief betroffen und schockiert.

Es ist mir ein Bedürfnis, diese Betroffenheit bei den andersgläubigen Einwohnenden dieses Landes kundzutun.

Ich schäme mich als Schweizer für dieses unwürdige Ergebnis, für diese Intoleranz einer Mehrheit der Abstimmenden. Ich möchte Ihnen und den Gläubigen aller Konfessionen mitteilen, dass es trotz dieser Abstimmungsmehrheit viele tolerante Schweizer gibt. Wir stehen für eine multikulturelle und -religiöse Schweiz, wir wehren uns zu Gunsten liberaler Werte und für die Religionsfreiheit, und wir werden uns auch in Zukunft dafür und für Sie, die Gläubigen anderer Religionen, einsetzen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Mit tiefer Betroffenheit und Grüsse

Daniel Matti»

 

[int.Nr.:i21e391]

 

Aktualisiert: 3.3.2011

 

Für einen direkten Link auf diese Seite genügen diese Angaben:

www.inforel.ch/i21e391

 

© INFOREL, Information Religion, Postfach, 4009 Basel. Veröffentlichung nur mit schriftlicher Erlaubnis!