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Römisch-Katholische Kirche Basel-Stadt [RKK-BS]

 

Kontakt

Kirchenrat und Verwaltung der RKK Oberer Rheinweg 91 Postfach 4005 Basel.

Telefon 061 690 94 44

Informationsstelle RKK, Postfach 91, 4005 Basel.

Telefon 061 271 17 19.

 

http://www.rkk-bs.ch/

 

 

Geschichte

Nach der Reformation gab es in Basel lange Zeit keine katholische Kirche mehr. Erst 1798 wurde es für die Katholiken von Basel möglich, sich als Verein zu organisieren und in der von der Stadt zur Verfügung gestellten Clarakirche öffentlich Gottesdienst zu feiern. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ist diese katholische Gemeinde rasch gewachsen, neue Pfarreien wurden gegründet, die letzte und elfte deutschsprachige 1950 auf dem Bruderholz. Neben anderen fremdsprachigen Seelsorgen existieren eine italienischsprachige und eine französischsprachige Pfarrei. 1972 wurde die römisch -katholische Gemeinde (RKG) in einer Volksabstimmung zusammen mit der israelitischen Gemeinde zur öffentlich-rechtlichen Körperschaft im Kanton (Römisch-Katholische Kirche/RKK).

Damit wurde es möglich, angemessene Löhne zu zahlen, neue Stellen zu schaffen und die dringend notwendigen Sanierungen der Bauten vorzunehmen. Im Augenblick steht neben dem aktiven Leben in den Pfarreien die Auseinandersetzung mit der schwindenden Zahl von Mitgliedern und deren Konsequenzen im Zentrum des Interesses.

Neben der deutschsprachigen Kirche entstanden in Basel mehrere fremdsprachige Missionen und Gemeinschaften, so zum Beispiel "English-Speaking Roman Catholic Community of Basel", die "Parrochia cattolica italiana", die "Paroisse du Sacré-Cœur / Paroisse catholique de langue française".

Der RKK gehörten am 1.1.1997 40 803 Mitglieder an. Seit 1975 treten pro Jahr etwa 2,5 % der Mitglieder aus der Kirche aus. Am 1.1.1997 waren 7656 1 - 20 Jahre alt, 11 851 zwischen 20 und 40, 9012 zwischen 40 und 60, 12 284 über 60.

 

Lehre

Selbstdarstellung:

«Die römisch-katholische Kirche versteht sich als Sakrament, d.h. als Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit. Mit allen christlichen Kirchen teilt sie den Glauben an den dreieinigen Gott und insbesondere an Jesus Christus, wie er im apostolischen Glaubensbekenntnis formuliert ist. Die absolute und exklusive Identifizierung der Kirche Jesu Christi und der römisch-katholischen Kirche ist im 2. Vatikanischen Konzil (1962 bis 1965) relativiert worden. Darin wird festgehalten, dass die Kirche Jesu Christi in der katholischen Kirche, die vom Nachfolger Petri und von den Bischöfen in Gemeinschaft mit ihm geleitet wird, "subsistiert", das heisst, verwirklicht ist. Damit wird die Oekumene als Suche nach der Einheit aller Christinnen und Christen zu einer unverzichtbaren Grundaufgabe der Kirche. Die römisch-katholische Kirche versteht sich als Weltkirche, die vom Papst und den Bischöfen geleitet wird. »

Die Römisch-Katholische Kirche ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen. Die Pfarreien und gesamtstädtischen Dienste haben regelmässige Kontakte mit den entsprechenden Einrichtungen der Schwesterkirchen. Das Industriepfarramt, das Aidspfarramt und die Gefängnisseelsorge werden in ökumenischer Trägerschaft geführt.

Die Stiftung Kirche und Judentum und die Christlich-Jüdische Arbeitsgemeinschaft pflegt den Kontakt mit der jüdischen Gemeinschaft. Im interreligiösen Forum und in informellen Kontakten wird besonders auch der Kontakt mit den Muslimen gepflegt.

 

Organisation, Finanzen

Die Römisch-Katholische Kirche ist in Pfarreien und gesamtstädtischen Diensten organisiert. Den Pfarreien steht ein Pfarrer oder ein(e) Gemeindeleiter(in) vor, der/die mit dem Seelsorgeteam und dem Pfarreirat die Pfarrei leitet. Die Pfarreiräte werden in einer öffentlichen Wahl alle vier Jahre von den Stimmberechtigten der Pfarreien gewählt. Die Pfarreien und gesamtstädtischen Dienste im Kanton bilden zusammen das Dekanat, das vom Dekan geleitet wird. Zugleich ist dieses Dekanat eine Bistumsregion, in der der Bischof durch den Regionaldekan vertreten wird. Mit 36 anderen Dekanaten gehört das Dekanat Basel-Stadt zum Bistum Basel, das vom Bischof von Basel geleitet wird.

Zudem ist die römisch-katholische Kirche als öffentlich-rechtliche Kirche als Kantonalkirche konstituiert. Die Gesamtheit der Stimmberechtigten der Kantonalkirche wählt die Synode. Die Synode wählt den Kirchenrat, der für alle kantonalkirchlichen Belange (Finanzen, Kontakt nach aussen, Anstellungen, Bauten, Kirchenverwaltung) zuständig ist.

Verschiedene Ordensgemeinschaften oder Säkularinstitute haben Niederlassungen in Basel (Jesuiten, Ingenbohlschwestern, Scalabrinianer, Franziskanerinnen, sogenannte Lindenbergschwestern, St.Katharinawerk)

Haupteinnahmequelle sind die Kirchensteuern. Jedes Mitglied ist verpflichtet 8 % der Staatssteuer als Kirchensteuer zu entrichten. Die Steuer wird von der Kirche eingezogen. Das Jahresbudget und die Jahresrechnung werden von der Synode verabschiedet und im Jahresbericht publiziert. 1996 betrugen die Steuereinnahmen Fr. 16'434'147.00.

 

Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit

Die RKK Basel-Stadt verfügt über 13 Kirchen, Pfarreiheime in fast allen Pfarreien, Verwaltungsgebäude, Pfarrhäuser und verschiedene weitere Liegenschaften, die als Ertragsliegenschaften genutzt werden.

In allen Pfarreien finden Veranstaltungen verschiedenster Art für Menschen aller Altersgruppen statt:

- Gottesdienste an Werktagen und Sonntagen in allen 13 Pfarreien

- Frauengemeinschaften und Kinder- und Jugendgruppen

- Anlässe für Betagte, Mittagsclubs

- Kirchenchöre, Kinder- und Jugendchöre

- sozial aktive Gruppen

Über Details informiert die Broschüre "Die RKK Basel-Stadt im Überblick", die bei der Informationsstelle kostenlos bezogen werden kann; auch auf dem Internet können Infos abgerufen werden.

 

Die grossen Pfarreien unterhalten einen eigenen Sozialdienst.

Die Caritas Basel-Stadt bietet praktische Hilfe an Einzelne und Gruppen, führt einen Kleiderladen/Second-Hand-Laden am Lindenberg 18, einen Lebensmittelladen Carisatt am Klingeltalgraben 37, eine Notschlafstelle für Frauen und einen CARITAS 3.Welt-Laden in der Thiersteineralle 55.

Das ökumenische Pfarramt für Industrie und Wirtschaft wirkt in der Arbeitswelt und arbeitet in verschiedenen Arbeitslosenprojekten (Amerbachstrasse 9a)

Die Gefangenenseelsorge wird in ökumenischer Kooperation wahrgenommen.

In allen Pfarreien stehen Seelsorgerinnen und Seelsorger, sowie Sozialarbeiterinnen für Gespräche zur Verfügung.

Im Kantonsspital, im Frauenspital, im Felix Platter-Spital, in der Psychiatrischen Universitätsklinik, im Merian-Iselin Spital, im Claraspital, im Bethesdaspital und im Rehabilitationszentrum Basel für Querschnittgelähmte und Hirnverletzte stehen Seelsorgerinnen und Seelsorger zur Verfügung.

Zusammen mit der Evangelisch-reformierten Kirche wird das Aidspfarramt beider Basel geführt.

Seelsorger für Fremdsprachige folgender Sprachgruppen stehen zur Verfügung: Italienisch, französisch, spanisch, kroatisch, portugiesisch, slowakisch, ungarisch. Für andere Sprachgruppen arbeiten Seelsorger auf schweizerischer Ebene.

Die Studentenseelsorge steht Studierenden und Akademikern zur Verfügung.

Das «Wegzeichen» informiert über die Katholische Erwachsenenbildung mit Veranstaltungen und Kursen zu religiösen Fragen, Spiritualität, Lebenshilfe, Solidarität, Erziehung, Gesellschaft, Kultur und Förderung freiwilliger Mitarbeit.

Das «Offenes Haus B18» ist ein Treffpunkt für Jugendseelsorge und junge Erwachsene.

Weiter gibt es in Basel die Regionalstelle für Jungwacht und Blauring und die Lehrmittel- und Medienstelle für den Unterricht.

Das Engagement im Religionsunterricht in den Schulen, die Publikation des Pfarrblattes und der Betrieb einer eigenen Informationsstelle unterstreichen, dass die Kirche in der Öffentlichkeit mit ihren Anliegen präsent sein will.

Jede Pfarrei unterstützt Laien, Priester und Ordensleute, die in Kirchen anderer Weltregionen tätig sind.

Die jährlich wiederkehrende Kampagne des Fastenopfers ist ein Solidaritätswerk der Schweizer Katholikinnen und Katholiken. Das Fastenopfer arbeitet eng mit «Brot für alle» (Evangelisch-reformierte Kirche) und «Partnersein» (Christkatholische Kirche) zusammen.

 

Literatur, Zeitschrift

Licht und Schatten. 200 Jahre RKK. 200 Jahre Römisch-Katholische Kirche Basel-Stadt. Herausgegeben im Auftrag des Kirchenrats der Römisch-Katholischen Kirche Basel-Stadt. Redaktionskommission: Peter Meier, Anita Weiss, Xaver Pfister, Paul Meier-Kern, Franz Osswald. Basel 1997. (206 S., SW-Abb.) Geb.

Katechismus der katholischen Kirche, Paulusverlag.

Hans Küng: Das apostolische Glaubensbekenntnis - Zeitgenossen erklärt. München 1992 (254 S.)

Das Pfarrblatt («Kircheheute» erscheint wöchentlich und orientiert über das Leben in den Pfarreien und über die aktuellen kirchlichen Fragen. Es kann abonniert werden.

 

[int.Nr.: 1006]

 

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