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Christkatholische Kirche

 

Kontakt

Zentrale der Christkatholischen Kirche in der Schweiz:

Willadingstrasse 39, 3003 Bern. Telefon 031 352 83 10.

Bischof Harald Rein

christkatholisch.ch

 

Geschichte

Die christliche Kirche hat in ihrer Geschichte oft eine Neuorientierung nötig gehabt. Immer wieder gab es Gruppen, die an den ursprünglichen Auftrag erinnerten und sich dafür einsetzten.

Als im Verlauf des 19. Jahrhundert die päpstlichen Machtansprüche immer deutlicher wurden, haben verschiedene Gruppen an die eigentliche Aufgabe der Bischöfe von Rom erinnert: Sie sollten «Erste unter Gleichen» sein und die Kommunikation der Liebe in der Gesamtkirche fördern und schützen. Doch mit der übereilten Dogmatisierung der päpstlichen Unfehlbarkeit auf dem I. Vatikanischen Konzil (1870) haben zentralistische und restaurative Kräfte ein Kirchenverständnis konstruiert, das die Beziehung zu den orthodoxen Kirchen schwer beschädigt und in der Westkirche neue kirchliche Bewegungen hervor rief. Letztlich lassen sich die «päpstliche Unfehlbarkeit» und der sog. «Jurisdiktionsprimat» (das unanfechtbare Richteramt des Papstes) als eine unangemessene Angstreaktion auf die Aufklärung, sowie die tiefgreifenden Veränderungen im gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Bereich verstehen.

In der Schweiz sammelten sich ab 1871 eigenständige und einsichtige Männer und Frauen, Laien und Geistliche, um die «Freiheit der Kinder Gottes» in der katholischen Kirche zu schützen. Sie wurden wegen ihres Widerstandes gegen das unhistorische Unfehlbarkeits-Dogma schwer diffamiert und kirchenintern unter Druck gesetzt. Das Jesus-Wort "Die Wahrheit wird euch frei machen!" (Joh. 8,32) hat sich für die Gründung der Christkatholischen Kirche bewährt. Die Verpflichtung auf die spirituellen Quellen und die synodale Verfassung der frühen Kirche sind zum Kennzeichen der neuentstandenen Kirche geworden. Ein sinnerfülltes, religiöses Leben sollte für alle in der Spannung von Eigenverantwortung und Kirchenbezug ermöglicht werden. Das Neue Testament spricht von der "Nachfolge Jesu" und vom Gehen in seinen "Fußstapfen". Den verpflichtenden Massstab bildet die frohmachende und in die Weite führende Botschaft von Jesu von Nazareth. In Lehrfragen werden auch die Allgemeinen Kirchenversammlungen der ersten Jahrhunderte akzeptiert. Spätere Veränderungen an der Glaubenssubstanz sind aus Sicht der Christkatholischen Kirche unnötig und nicht zulässig.

Auf diese Weise wurden wichtige demokratische Elemente für die Gesamtkirche bewahrt. Die Christkatholische Kirche betont die Kompetenz aller getauften und ihre Geistbegabung. Daher wird die Gemeinde in zentralen Teilen von Laien geleitet: So übernehmen Gemeindeglieder wichtige Aufgaben in der Organisation der Führung und der Prägung der Gemeinde und der Kirche. Im Zuge der Auseinandersetzungen mit der römischen Kurie kam es 1872 zur Gründer der Christkatholischer Gemeinden.

Ab 1873 entstanden auch in der Region Basel selbständige Gemeinden in denen sich vor allem liberale, aufgeschlossene Katholiken sammelten.

In der Folge erhielten die Evangelisch-reformierte und die Christkatholische Kirche den Status von öffentlich-rechtlichen Körperschaften.

 

Unter Bischof Hans Gerny wurde 1999 in der Christkatholischen Kirche die Frauenordination eingeführt. Gernys Anliegen war, diese Frage in den Kirchen der Utrechter Union zu diskutieren, um zu einer Entscheidung ohne Kirchenspaltung zu kommen. Im Jahr 2000 wurde Denise Wyss zur ersten christkatholischen Priesterin geweiht.

Die Christkatholische Kirche hat in der Schweiz 33 Kirchgemeinden mit rund 13'000 Mitgliedern.

 

Lehre und Ziele

Nach dem Grundsatz des Theologen Vinzenz von Lerin (+ um 450) wird der Begriff «katholisch» weit aufgefasst: Katholisch ist das, was überall, immer und von allen geglaubt worden ist, und daran, nicht an eng verstandenen und interpretierten Einzelheiten, ist festzuhalten. Auch ein Wort des Kirchenlehrers Augustinus (354 - 430) ist für die Christkatholische Kirche wegleitend geworden: «Im Notwendigen Einheit - in Zweifelsfällen Freiheit - in allem die Liebe.»

 

Die Konzilien der Alten, ungeteilten Kirche waren Synoden, an denen die Fragen des Glaubens, der Lehre und der Lebensgestaltung erörtert und diskutiert wurden, bis man zu einer Lösung, zum gemeinsamen Weg (Synodos), gefunden hatte. Der Ortsbischof führte lediglich den Vorsitz. Er war der «Primus inter pares» (Der Erste unter Gleichen). Somit konnte er auch kein Machtwort sprechen.

 

Es ist ein Hauptanliegen der Christkatholischen Kirche, einerseits die altkirchliche Katholizität zu praktizieren und andererseits eine moderne katholische Kirche unabhängig von den Machtansprüchen Roms zu bilden.

 

Die modernen Mariendogmen (Unbefleckte Empfängnis, Leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel) werden in ihrer Engführung abgelehnt.

Christkatholische Kirche ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz, AGCK, beim Schweizerischen Rat der Religionen / Swiss Council of Religions (SCR), bei INFOREL, Information Religion sowie bei weiteren Gremien.

 

Mitarbeit in ökumenischen Institutionen in der Region:

- Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen im Kanton Basel-Stadt

- Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen Baselland / ACKBL

- Christlich-Jüdische Arbeitsgemeinschaft

- Christlich-Jüdische Projekte

 

Die Christkatholischen Gemeinden fördern den Prozess der Oekumene, unter anderem auch durch gemeinsame Gottesdienste.

 

Weltebene: Ökumenischer Rat der Kirchen (ÖRK).

Der Bischof der Schweiz ist Mitglied im Weltkirchenrat.

 

Organisation, Finanzen

Die Christkatholische Kirche hat in der Schweiz 33 Kirchgemeinden. Sie sind in 6 Regionen aufgeteilt.

Kirchgemeinden

 

Christkatholische Kirchgemeinden der Region Basel

 

In der Schweiz sind die Synode und der Synodalrat das oberste Organ.

Der Bischof ist Mitglied mit beratender Stimme; er ist für Glaubensfragen zuständig und kümmert sich in Verbindung mit den Kirchgemeinden um Personalfragen.

 

Die Zulassung von Frauen zu den Weiheämtern wurde nach eingehender Diskussion von der Christkatholischen Kirche bejaht.

So arbeiten in der Seelsorge sowohl Diakoninnen als auch Priesterinnen mit ihren männlichen Kollegen zusammen. Eine verpflichtende Verbindung von Weihe und Zölibat gibt es nicht.

 

Mitglied wird man durch die Taufe; die trinitarische Taufe anderer Kirchen werden anerkannt.

Finanziert wir die Christkatholische Kirche in Basel-Stadt durch Kirchensteuern und freiwillige Spenden, im Kanton Basel-Landschaft durch Kirchensteuern und kantonale Subventionen.

Die Gemeinden verwalten ihre Finanzen selbst und legen jährlich die Rechnungen offen, die von einer Finanzkommission geprüft werden.

 

Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit

Die Zentrale der Christkatholischen Kirche ist am Willadingstrasse 39 in Bern.

Die Kirchgemeinden haben eigene Kirchen und zum Teil weitere Gebäude.

In den Christkatholischen Ortskirchen gibt es die in Kirchen üblichen Angebote:

- Gottesdienste

- Kinder- und Jugendarbeit

- Religionsunterricht

- Angebote für Frauen, Männer, Senioren

- etc.

Diakonie und Sozialhilfe sind auf Gemeindeebene oder regional organisiert.

Die Seelsorge geschieht auf Gemeindeebene durch Pfarrer und Diakoninnen.

Mehrfach im Jahr werden alle alten, kranken und leidenden Gemeindeglieder zu besonderen Segensfeiern in die Predigerkirche eingeladen.

Im Gespräch mit den Seelsorgern können eigene Fragen diskret besprochen werden, diese Gespräche können auch die Form einer persönlichen Feier der Versöhnung annehmen.

Ein weiteres Angebot ist der Christkatholische Medienverlag, Alois Schmelzer, Postfach, 4123 Allschwil.

- Kirchenzettel in der BaZ.

- Christkatholisches Kirchenblatt.

- Werbung in Basel Live, Baslerstab.

- "Predigerdybli": 4mal jährlich (Gemeindeblatt).

- Newsletter per Mail (bei Bedarf)

Zu bestimmten Anlässen auch persönliche Einladung.

 

Das Christkatholische Hilfswerk arbeitet in Ländern Osteuropas, Asiens und Afrikas und unterstützt die Mission der Anglikanischen Kirche.

 

Literatur, Zeitschrift

- Urs Küry: Die Altkatholische Kirche. Stuttgart 1966

- Christkatholisch. Die Christkatholische Kirche der Schweiz in Geschichte und Gegenwart. Zum 100-Jahr-Jubiläum der Christkatholischen Kirchgemeinden Solothurn. Hrsg. von der Christkatholischen Kirchgemeinde Solothurn. Zürich, Einsiedeln, Köln 1978.

Christkatholisches Kirchenblatt

Predigerdybli (Basel)

Internationale kirchliche Zeitschrift

Christkatholisches Jahrbuch

 

Weitere Links

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Linkliste international

 

[int.Nr.: i1007]

 

Aktualisiert: 12.3.2013

 

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