inforel
Differenzierte und unabhängige Information über Religionen und Weltanschauungen in der Region Basel

Koptisch-Orthodoxe Kirche

 

Christen ägyptischer Herkunft treffen sich zu koptisch-orthodoxen Giottesdiensten.

 

Kontakt

Pater Isidoros El-Anba-Samuel, Telefon 077 401 10 24.

Kontakt Basel: Dr. Wadie Faraq, Wasserhaus 76, 4142 Münchenstein.

Telefon: 061 413 10 28.

 

www.kopt.ch

 

Geschichte

Das Wort "Kopte" heisst etymologisch "Ägypter" und bezeichnete die Ureinwohner des Landes, die ausnahmslos christlich waren. Die heutigen Kopten gelten als die direkten Nachkommen der alten Ägypter. In der Liturgie wird noch heute die alte Sprache Ägyptens verwendet. Die innige geistige Beziehung der Kopten zum Christentum hat mit der Flucht der heiligen Familie nach Ägypten begonnen. In der Apostelgeschichte 18, 24-28 wird von Apollos, einem der ersten Christen Ägyptens, berichtet. Nach der Überlieferung hielt aber das Christentum seinen festen Einzug in Ägypten durch den heiligen Markus, den Schreiber des gleichnamigen Evangeliums. In Alexandrien wurde die erste katechetische Schule der Christenheit gegründet. Die Kopten entfalteten eine rege Missionstätigkeit. Daran erinnern zum Beispiel der hl. Ursus und des hl. Viktor von Solothurn, der hl. Mauritius von St. Maurice im Wallis, die Heiligen Regula, Felix und Exuperantius von Zürich, die hl. Verena von Zurzach etc.

Vor allem wegen der Frage um die wahre Natur Christi gab es grosse Konflikte innerhalb der Kirchen, was schliesslich auf dem Konzil von Chalcedon im Jahre 451 zum Bruch zwischen den sogenannten altorientalischen und Chalcedonensischen Kirchen führte.

Die altorientalischen Kirchen sind: die koptisch-orthodoxe, die äthiopische, die syrische, die armenische und die Kirche des hl. Thomas in Indien.

Schon in der Frühzeit des Islams wurde Ägypten von Arabern erobert (640). Dadurch wurden die Christen im eigenen Land immer mehr zu einer Minderheit, aber die Kirche konnte bis heute überleben.

Ein Hauptgrund für die Auswanderung von Kopten in den letzten vierzig Jahren war die unsichere Situation in der Heimat. So gelangten etliche auch in die Schweiz.

Die Geschichte der koptisch-orthodoxen Kirche in der Schweiz (von Dr. Samir F. Girgis)

Koptischer Papst-Patriarch Shenouda III. feiert 85. Geburtstag (Quelle: Nachrichtenagentur APD) (3.8.2008)

 

Zur Gemeinde in Basel gehören 10 Familien mit ca. 30 Kindern und Jugendlichen sowie 2 Alleinstehende aus der Region.

 

Lehre und Ziele

Die Unterschiede der Lehre der koptisch-orthodoxen und der übrigen orthodoxen Kirchen sind gering. Die Behauptung, dass Kopten Monophysiten seien, wird von ihnen strikte abgelehnt. (siehe dazu: Die Natur Christi. Christologische Einsichten von seiner Heiligkeit Papst Shenouda III. Waldsolms-Kröffelbach. 1990)

 

«Wir glauben, dass unser Herr, Gott und Erlöser Jesus Christus, das fleischgewordene Wort, vollkommen in Seiner Gottheit und vollkommen ist in Seinem Menschsein. Er machte Sein Menschsein eins mit Seiner Gottheit… »(Dieses Zitat ist der gemeinsamen Christologieformel zwischen der römisch-katholischen und koptischen Kirche (12.2.1988) entnommen. siehe Lit. 3, S.35)

 

Äusserst traditionsbewusst pflegen die Kopten die sieben Sakramente, durch die man in keiner Weise symbolischer sondern reeller Gnaden zuteil wird, sowie die Beschlüsse der ersten drei ökumenischen Konzilien (Nicea 325, Konstantinopel 381, Ephesus I. 431) aufrechtzuerhalten.

Die koptische Kirche feiert heute die drei Liturgien des Hl. Basilius des Grossen (330-379), des Hl. Gregors von Nazianz und des Hl. Markus, des Evangelisten.

 

An mehr als 200 Tagen pro Jahr gilt die Regel, sich aller tierischer Produkte zu enthalten (Milch, Butter, Eier, Fleisch). An den wichtigsten Fastentagen, das sind die 55 Tage vor Ostern, die 3 Tage des Jonas sowie an jedem Mittwoch und Freitag ist überdies das Verzehren von Fisch verboten. Die Kopten fasten am Mittwoch, da an jenem Tag die Verschwörung gegen Christus geplant wurde, am Freitag wegen der Kreuzigung. Vor der Einnahme der Kommunion muss zudem neun Stunden total gefastet werden.

Die freundschaftliche Beziehung zu anderen christlichen Kirchen zeigt sich im Gastrecht, das die Kopten geniessen: in Basel im katholischen Studenthaus, in Zürich in einer reformierten Kirche, der Priester wohnt im Kloster Einsiedeln.

Verhältnis zu anderen Kirchen

 

Organisation, Finanzen

Die Gemeinde in Basel hat nur eine informelle Struktur; sie ist rechtlich der Gemeinde in Zürich angeschlossen.

Die Kirchenstruktur ist hierarchisch. Über den weltweit etwa 2000 Pfarrern und den Diakonen stehen 74 Bischöfe und Metropoliten. Die Leitung der Kirche hat Papst Shenuda III., der 117. Nachfolger des hl. Evangelisten Markus, zusammen mit der heiligen Synode.

Die Frauen haben keine priesterliche, aber viele soziale Funktionen.

Spenden dienen der Finanzierung der Spesen.

 

Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit

Die Gottesdienste finden in der Kapelle des Kath. Studentenhaus an der Herbergsgasse 7 in Basel statt.

Zürich: Untermiete in der ref. Kirche Grünau, Altstetten ZH.

Genf: Koptisch-Orthodoxe Kirche der hl. Muttergottes von Zeitoun (=Erscheinungsort der Muttergottes in Kairo), Chemin de Bel Ebat 1, 1214 Vernier.

Jeweils am Vorabend vor dem 3. Sonntag im Monat wird von 18-20 Uhr ein Vespergebet gehalten.

Am 3. Sonntag im Monat wird im kath. Studentenhaus von 9-12 Uhr ein Gottesdienst gefeiert.

 

Pater Isidoros El-Anba-Samuel, Kloster Einsiedeln, hält in Zürich, Basel und Biel Gottesdienste.

Die Familien organisieren sich selbst für die Unterweisung der Kinder jeweils am Sonntag.

 

Gottesdienste

Gottesdienste in Zürich

 

Für die Seelsorge und Krankenbesuche ist der Priester besorgt.

In Zürich und Genf ist je eine Bibliothek.

Alle 3 Monate wird das Programm für die Deutschschweiz, monatlich für die Westschweiz versandt.

 

Literatur, Zeitschrift

- Girgis, Samir Fawzy: Was ist die Koptisch-Orthodoxe Kirche von Alexandrien. Bülach. 1991. (22 S., sw Abb) Br

- Die Natur Christi. Christologische Einsichten von seiner Heiligkeit Papst Shenouda III. Waldsolms-Kröffelbach. 1990. (43 S.) A5 Br

- Christologie gemäss dem Verständnis der nicht-chalcedonensischen orthodoxen Kirchen. Herausgegeben von: Koptisch-Orthodoxes Patriarchat, Koptisch-Orthodoxes Zentrum St. Antonius-Kloster, D-Waldsolm-Kröffelbach/Ts. 1988

 

Weitere Links

(Für die Inhalte der verlinkten Seiten übernehmen wir keinerlei Verantwortung!

 

Die Koptisch-Orthodoxe Kirche

1. Der Name "Kopten"

2. Die Gründung

3. Verfolgung. 4. Märtyrer

5. Historische Bedeutung

6. Verhältnis z.a. Kirchen

7. Mönchtum. 8. Klöster

9. Koptische Baukunst. 10. Koptischen Hymnen

11. Koptische Sprache. 12. Kop. Kalender

13. Oberhaupt

14. Kopten und Islam

15. Zahlen der Kopten. 16. Das Leben der Kopten

17. Kopten in der Welt. 18. Quellenverzeichnis

 

Koptisch-Orthodoxe Kirche in Deutschland

 

[int.Nr.: i1063]

 

Aktualisiert: 22.3.2010

 

Für einen direkten Link auf diese Seite genügen diese Angaben:

www.inforel.ch/i1063

 

© INFOREL, Postfach, 4009 Basel. Veröffentlichung nur mit schriftlicher Erlaubnis!