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Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt
KontaktRittergasse 3, Basel. Postadresse: Ev.-ref.Kirche BS, Postfach, 4001 Basel Kirchenverwaltung: Telefon 061 277 45 45 Informationsstelle: Telefon 061 277 45 29/71. Präsident: Pfarrer Dr. Lukas Kundert.
GeschichteNach langen Auseinandersetzungen setzte sich 1529 die Reformation unter der geistigen Leitung von Johannes Oekolampad definitiv zu Stadt und Landschaft durch. Damit war die Evangelisch-reformierte Kirche Basel gegründet. Sie war während langer Zeit die einzige erlaubte Religionsgemeinschaft. Die erste Öffnung erfolgte durch die Helvetik im Jahre 1798. Erst 1910-11 erfolgte die (relative) Trennung von Kirche und Staat.
Als Folge der Kantonstrennung (1832/3) spaltete sich die Baselbieter Kirche von derjenigen der Stadt ab. In dieser setzte sich während Jahrzehnten konservativerweckliches Gedankengut gerade in den herrschenden Kreisen durch, was den Begriff des "frommen Basel" entstehen liess. Trotzdem erfolgte 1859 der erste Angriff auf das reformatorische Basler Bekenntnis. Alle Gegenwehr konnte in den folgenden 15 Jahren den Abbau ehrwürdiger Glaubens und Kirchennormen nicht hindern und 1874 wurde der erste Pfarrer der Freisinnigen gewählt. Als Bewahrer des Hergebrachten standen ihnen die Positiven gegenüber.
Karl Barth wurde 1935 Professor in seiner Vaterstadt Basel. Seine weltweite Bedeutung brachte auch dem Ort seines Wirkens manchen Impuls. Nach dem Zweiten Weltkrieg zählte die Basler Kirche mehr Mitglieder als je zuvor, weswegen Stellen geschaffen und Bauten errichtet wurden. In den 1960er Jahren kam die Wende, bedingt durch Wegzüge und Austritte ging die Zahl der Reformierten zurück: waren es 1950 noch 124‘000 gewesen, so zählte man bei ungefähr gleichvielen Kantonseinwohnern 58 Jahre später noch 35‘139. Diesem quantitativen Aderlass steht ein Gewinn an spirituellem, oekumenischem, pluralistischem und kulturellem Leben gegenüber.
Ihre äussere Gestalt änderte die Kirche letztmals 1996: seither bestehen die Kirchgemeinden Münster, St. Elisabethen, Johannes Oekolampad, St. Leonhard, Kleinbasel und Riehen/Bettingen, in ihnen Quartiergemeinden, dann fremdsprachige und Spezialgemeinden wobei freie Gemeindewahl möglich ist sowie viele Ämter und Dienste: ein trotz schwächer gewordenen Kräften grosses Angebot für viele.
Die nächsten grösseren Änderungen sind im Gange, respektive werden in Gang gesetzt. So steht unter Anderem die Revision der Kirchenverfassung bevor.
(Beitrag von Michael Raith; kleine Anpassungen von der Redaktion)
Der Kirchenrat schaut nicht tatenlos zu, wie sich aus der grossen Volkskirche eine bescheidene Stadtkirche entwickelt. In den «Perspektiven 15» analysiert er den Ist-Zustand und die künftige Entwicklung und skizziert mögliche Lösungsansätze.
Die dramatische Entwicklung ruft nach neuen Wegen. Einer davon ist credo 08. «In einer vierteiligen Kampagne rückt die Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons Basel-Stadt ab Mai 2008 bis Ende 2009 das Evangelium als Basis ihres Glaubens und ihrer Konfession ins öffentliche Bewusstseins.» Als ein wichtiger Teil folgte im Dezember 2008 die Beitrittskampagne. → credo 08
Am 31. Dezember 2008 zählte die ERK-BS 34'373 Mitglieder.
LehreDie Reformation führte die Basler Kirche dazu, ihr Glaubensgut zu formulieren. Sie kam dieser Aufgabe nach in der Reformationsordnung vom 1. April 1529 und im Basler Bekenntnis ("Erkanthnus unseres heyligen Christenlichen gloubens wie es die kylch zuo Basel halde") vom 21. Januar 1534. Auch andere reformierte Bekenntnisschriften gelangten später zur Bedeutung. Alle verloren ihre gesamtkirchliche Verbindlichkeit in den erwähnten Richtungskämpfen. Die reformierte Basler Kirche war damit so gut wie bekenntnislos, was aber nichts über den Glauben ihrer einzelnen Mitglieder aussagt. Nachdem in offiziellen Texten des ausgehenden 19. Jahrhunderts über das Wesen der Kirche keine Aussagen gemacht wurden, enthält die Verfassung der Evangelisch-reformierten Kirche vom 21. November 1910 folgende Paragraphen 1 und 2: Die Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons Basel-Stadt ist ein Glied der allgemeinen christlichen Kirche. Sie ist Erbe und Rechtsnachfolgerin der in Basel am 8. Februar 1529 kraft Beschlusses des Volks und der Behörden auf Grund der heiligen Schrift erneuerten Kirche, zählt sich zu den wie sie selbst aus der Reformation hervorgegangenen Kirchen und pflegt besonders enge Beziehungen zu den reformierten Kirchen der Schweiz. Als Volkskirche steht sie allen im Kanton Basel-Stadt wohnhaften Protestanten offen. Die Grundlage ihrer Lehre ist Jesus Christus und sein Evangelium, das sie aus der Bibel unter der Leitung des christlichen Gewissens, der christlichen Erfahrung und der Wissenschaft erforscht, verkündet und im Leben zu verwirklichen trachtet. Getreu den Grundsätzen des Protestantismus erwartet sie, dass ihre Mitglieder in den evangelischen Glaubenswahrheiten sich eine persönliche, auf Überlegung und Erfahrung gegründete Überzeugung bilden. Sie will ihnen darin nach Kräften helfen und sie als Glieder eines Leibes, dessen Haupt Christus ist, vereinen im Geiste göttlicher Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe. Ihr Ziel ist, zur Förderung des Reiches Gottes auf Erden beizutragen durch das Evangelium als die unversiegbare Quelle ewigen Lebens und persönlichen wie gemeinschaftlichen Fortschrittes. Bei Taufen oft gebraucht wird das altkirchliche apostolische Glaubensbekenntnis.
Die Evangelisch-reformierte Kirche erstrebt, ihre Ziele durch die persönliche Betätigung und das lebendige Beispiel aller ihrer Mitglieder, ihrer Geistlichen und anderen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in den Gemeinden, in den kantonalkirchlichen Diensten, in gemeindeübergreifenden Gemeinschaften und Kommunitäten, Initiativen und Projekten sowie an anderen Orten kirchlichen Lebens.
Die Evangelisch-reformierte Kirche pflegt die Ökumene. In vielen Bereichen besteht eine rege Zusammenarbeit mit der Römisch-Katholischen Kirche Basel-Stadt und der Christkatholischen Kirche sowie der Israelitischen Gemeinde Basel.
Die Evangelisch-reformierte Kirche ist Mitglied bei: Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen im Kanton Basel-Stadt Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund SEK Ökumenischer Rat der Kirchen (ÖRK) «Schweizerische Evangelische Allianz SEA» Evangelische Stadtmission Basel Doppelmitgliedschaft ist möglich mit: Heilsarmee, BewegungPlus – Evangelische Freikirchen, Chrischona-Gemeinden, Freie Evangelische Gemeinden FEG, sowie weiteren Freikirchen.
Mehrere kirchliche Gebäude werden von Kirchen und Freikirchen genutzt.
Organisation, Finanzen- Rechtliche Stellung: Die Evangelisch-reformierte Kirche hat den Status einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft mit einer Kirchenverfassung.
- Organisation: Die Evangelisch-reformierte Kirche besteht aus den erwähnten Kirchgemeinden: sie sind demokratisch organisiert, die Kirchgemeindeversammlung fungiert als beschliessende, der Kirchenvorstand als ausführende Behörde. Analoges gilt für die eine Kirchgemeinde bildenden Quartiergemeinden, dort heissen die Instanzen Quartiergemeindeversammlung und Quartierkirchenvorstand. Auf kantonalkirchlicher Ebene bilden 100 Synodale das Kirchenparlament. Bis auf drei von der Französischen Kirche delegierten Mitglieder werden sie nach dem Proporzsystem gewählt, wobei die Kirchgemeinden die Wahlkreise bilden. Die Regierung der Kirche trägt den Namen Kirchenrat und zählt 9 Mitglieder, darunter den Präsidenten oder die Präsidentin des Kirchenrates. Dem Kirchenrat ist die Kirchenverwaltung unterstellt. Die Kantonalkirche kennt das Initiativ- und Referendumsrecht, ebenfalls demokratisch geregelt sind die Pfarrwahlen.
- Mitglieder: Mitglied der Evangelisch-reformierten Kirche ist, wer in sie hereingeboren wurde oder ihr beigetreten ist. Die Mitgliedschaft geht verloren durch Tod, Wegzug oder ausdrücklich erklärten Austritt.
- Finanzen: Zur Bestreitung ihrer Kosten erhebt die Kirche Steuern und zwar in der Höhe von derzeit acht Prozent der kantonalen Einkommenssteuer. Die Mitglieder trugen knapp 20 Millionen Franken an die insgesamt 25.1 Millionen Franken kirchlicher Einnahmen und Ausgaben bei; über 17 Millionen davon dienten zur Bestreitung der Personalkosten. Die Stellenzahl beträgt 140 Stellen. Im Jahr schloss die Rechnung mit einem Defizit von 1.28 Millionen ab. Die Jahresrechnung wird jeweils veröffentlicht.
Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der ÖffentlichkeitFür die einzelnen Kirchen und Gemeindehäuser siehe unter Kirchen und Gemeinden!
Daneben gibt es auch kirchliche Gebäude, die anders oder mehrfach genutzt werden: - Bischofshof mit der Kirchenverwaltung. - St. Albankirche, St. Albankirchrain 11 (Die Kirche steht der Serbisch-Orthodoxen Kirche zur Verfügung!) - Martinskirche, Martinskirchplatz 4 (Die Kirche wird nicht mehr als Gemeindekirche verwendet. Einesteils ist die Kirche der Freikirche BewegungPlus Basel untervermietet, anderseits wird sie für Konzerte etc. verwendet). - Gemeindehaus Stephanus: «Gruppe Basel-Le QLT (le kylt)» (Zweigstelle der Gemeinde Basel der «Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (STA)» - Elisabethen-Kirche: «Offene Kirche Elisabethen» - Gemeindehaus Oekolampad: Ein Saal wird an eine Clownschule untervermietet. Die einzelnen Kirchgemeinden bieten an: - Sonntagsgottesdienste - Konfirmandenunterricht - Feier des Abendmahls - Taufe - Trauungen - Bestattungen - Seelsorge.
Die Kantonalkirche bietet an: - Religionsunterricht an den Schulen: Rektorat für Religionsunterricht - «Ökumenisches Aids-Pfarramt beider Basel» - Migrationsamt der Evangelisch-reformierten Kirche - Fachstelle für Ehe- und Lebensberatung Beratungsstelle für Frauen und Männer - Oekumenisches «Pfarramt für Industrie und Wirtschaft» - Oekumenische Gefängnisseelsorge - «Ökumenischer Seelsorgedienst für Asylsuchende der Region Basel (OeSA)» - Gehörlosenseelsorge Nordwestschweiz - Beratungs- und Projektstelle für Frauen. - KOJE: Koordinationsstelle Jugendarbeit
Die Kantonalkirche und die Kirchgemeinden leisten mannigfache diakonische Dienste: Sozialdienste der Kirchgemeinden. Diakoniestelle für Projekte und Koordination Besuchsdienst durch Freiwillige in Spital und Kirchgemeinden. HEKS (Hilfswerk der Evangelischen Kirche)
In den Gemeinden leisten Pfarrerinnen und Pfarrer, Sozial-Diakonische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Seelsorge. Spezialseelsorge durch Kantonalkirchliche Dienste Die Kantonalkirche führt eine Informationsstelle.
Die Mitglieder erhalten den Kirchenboten. Zu speziellen Anlässen wird jeweils mittels Inseraten, Medieninformationen und weiteren geeigneten Mitteln eingeladen. Die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt ist Mitglied der «mission 21 - Evangelisches Missionswerk Basel» (ehemals KEM, Kooperation evangelischer Missionen).
Literatur, Zeitschrift- Felix Tschudi: Eine Kirche sucht ihren Weg. Aufbrüche in der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg. Friedrich Reinhardt Verlag Basel/Berlin 1995. - Der Reformation verpflichtet. Gestalten und Gestalter in Stadt und Landschaft Basel aus fünf Jahrhunderten. Herausgegeben vom Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt. Christoph Merian Verlag Basel 1979. - Kirche in der Stadt: Gesellschaftlicher Wandel und Rechtsgestalt einer evangelisch-reformierten Kirche am Beispiel Basel-Stadt. Bern: Lang, 1997 (Schweizerisches Jahrbuch für Kirchenrecht, Beiheft 1)
Kirchenbote (erscheint zweimal monatlich)
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KOJE: Koordinationsstelle Jugendarbeit «Die Koje vernetzt die Jugendarbeitenden der Kirchgemeinden. Sie pflegt den Kontakt zu Institutionen im Bereich Jugendarbeit, zu den Gemeindeleitungen, zu politischen Entscheidungsträgern und zu gesamtschweizerischen kirchlichen Jugendeinrichtungen.»
«best bible stories die reformierte kirche erleben»
[int.Nr.: i1068]
Aktualisiert: 4.6.2009
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