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Alevitische Cem Zeremonie auf deutsch

„Cem” kommt aus dem Arabischen und heißt „Versammlung / Zusammenkunft“. Inforel hat bei der Organisation unterstützt und berichtet hier über den erfolgreichen interkulturellen Anlass.

Reportage: Alevitische Premiere

In Basel fand am 17.04.2026 ein besonderer Anlass statt: Zum ersten Mal – schweizweit und deutschlandweit – wurde eine alevitische Cem-Zeremonie in deutscher Sprache als öffentlicher Anlass für ein interkulturelles Publikum durchgeführt. Diese Premiere zeigt die Haltung der Alevit:innen in Basel, ihre Tradition zu pflegen sowie in Austausch mit anderen zu gehen.

Traditionell wird die Cem-Zeremonie auf Türkisch abgehalten, denn die Wurzeln des Alevitentums liegen in der Osttürkei. Auch in der Schweiz war dies lange der Fall: Seit der Gründung des ersten alevitischen Vereins 1992 in Basel durch türkische Migrant:innen fanden religiöse Zusammenkünfte in der Muttersprache statt – was ein Stück Heimat, das Vertrauen und Orientierung bot. Heute ist das Alevitentum längst ein selbstverständlicher Teil des Basler Stadtlebens geworden.

Mit der deutschsprachigen Durchführung öffnete sich die Zeremonie bewusst für ein breiteres Publikum. Ziel war es, Einblicke in eine Vielen wenig bekannte religiöse Tradition zu geben und den interkulturellen Dialog zu fördern. Unterstützt wurde der Anlass vom Kanton Basel-Stadt im Rahmen der kantonalen Integrationsprogramme.

Swantje Liebs, Leiterin von inforel, und Leyla Yildiz-Albayrak, Beauftragte für Kommunikation und Aussenbeziehungen der Kulturvereinigung der Aleviten und Bektaschi, eröffneten den Abend mit einer kurzen Ansprache. Innerhalb von ca. 90 Minuten wurde die Cem-Zeremonie – der zentrale Gottesdienst im Alevitentum – durch den Dede Ali Yoleri vorgestellt. Vier der sogenannten „Zwölf Dienste“, die festen rituellen Aufgaben innerhalb der Zeremonie, wurden praktisch vorgeführt, während die übrigen durch den Dede – der spirituelle Leiter – erläutert wurden. Musikalisch begleitet wurde die Zeremonie von Hüseyin Karaçeper auf der Saz, der traditionellen Langhalslaute, deren Klänge die spirituelle Atmosphäre unterstrichen.

Den Höhepunkt bildete die Semah-Darbietung, ein ritueller Tanz. Der Semah steht symbolisch für Einheit, Harmonie und die Verbindung zu Gott und bildet den feierlichen Abschluss der Zeremonie. Nach und nach begannen die Gäste mitzutanzen.


Zum Ausklang wurde Lokma verteilt – gesegnetes Gebäck, das als Zeichen des Teilens und der Gemeinschaft gemeinsam gegessen wird.

Organisiert und begleitet wurde der Abend von unserer Fachstelle inforel, da uns ebenfalls der Austausch zwischen Menschen unterschiedlicher religiöser und nicht-religiöser Hintergründe am Herzen liegt.

Die Veranstaltung war ein voller Erfolg: Das Vereinslokal war bis an den Rand gefüllt mit ca. 80 Teilnehmenden, die wie erhofft, in kultureller Diversität erschienen. Anwesend waren: Vertreter:innen des Judentums, Islam, Christentum, Buddhismus, Alevitentum sowie Atheismus – von jung bis alt. Die Veranstaltung zeigte, wie gelebte Tradition und Offenheit gegenüber Neuem zusammenfinden können – und wie Basel Raum für beides bietet.

Programm

Eine alevitische Cem-Zeremonie – zum ersten Mal in der Schweiz auf Deutsch. Normalerweise findet die sozio-kulturelle Versammlung auf türkisch statt.


Die Kulturvereinigung der Aleviten und Bektaschi Basel möchten in Zusammenarbeit mit der religionswissenschaftlichen Fachstelle inforel Interessierten Einblick in die alevitische Kultur geben & zum Austausch einladen .

Der Anlass wird unterstützt von den Kantonalen IntegrationsprogrammenBasel-Stadt.

Zum Flyer.

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