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Evangelisch-methodistische Kirche

 

Kontakt

Distrikt Nordwestschweiz

Pfr. Stefan Zürcher, Schwerzistrasse 9, 8606 Nänikon

Telefon 043 366 52 43

Mail: stefan.zuercher@emk-schweiz.ch

 

Kommunikationsbeauftragte: Barbara Streit-Stettler

Mail: barbara.streit@emk-schweiz.ch

 

www.emk-schweiz.ch

 

Geschichte

Die methodistische Bewegung entstand in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in England. John Wesley, ein anglikanischer Pfarrer, bildete mit einigen Freunden an der Universität Oxford eine Gruppe, die sich durch besondere Ernsthaftigkeit im Glauben und durch grosses soziales Engagement auszeichnete. Dieser Gruppe wurde der Spottname "Methodisten" gegeben. Die Bewegung breitete sich aufgrund ihrer Glaubwürdigkeit rasch aus und erreichte bald Nordamerika. Von dort kamen ausgewanderte Deutsche und Schweizer nach Europa zurück und bezeugten den bei den Methodisten gefundenen lebendigen Glauben.

1860 begann Ludwig Nippert seine Tätigkeit in Basel.

Seit 1784 ist die methodistische Bewegung als Kirche organisiert.

1968 schlossen sich die damalige Evangelische Gemeinschaft und die Methodistenkirche zur Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) zusammen.

Im Jahr 2010 feierte die Kirche «150 Jahre Methodismus in der Region Basel».

«Vor 50 Jahren: Erster Schritt in Richtung EMK»(Autor: Karl Heinz Voigt, www.emk.de).

Vor 50 Jahren, am 30. Januar 1963, begannen die Gespräche zum Zusammenschluss der Evangelischen Gemeinschaft und der Methodistenkirche. Fünf Jahre später entstand aus den beiden Kirchen die Evangelisch-methodistische Kirche (EMK).

Geschichte

 

- Geschichte der EMK in Basel

«Unser 100 Jahr – Jubiläum haben wir aus unterschiedlichen Gründen bereits 2012 gefeiert. Damals war Grundsteinlegung und während des einen Baujahres wurde viel Fronarbeit der damaligen Mitglieder und Freunde geleistet.

Während die Methodisten in der Westschweiz, in Zürich und anderen Orten der Ostschweiz bereits festen Fuss gefasst hatten, wurde erst 1860 in Basel durch Dr. Nippert der Versuch gemacht, den Methodismus zu leben. Zunächst traf man sich in kleinen Sälen in der Gerbergasse, später im Totengässlein zu Gottesdiensten. Die Arbeit entwickelte sich aber rasch, so dass Dr. Nippert den Plan zum Bau einer eigenen Kapelle fasste. Durch Vermittlung eines befreundeten Engländers (Dr. Marriott), der in Basel lebte, konnte ein Bauplatz an der Wallstrasse erworben werden. Am 12. Oktober 1862 wurde dort mit dem Bau begonnen. Damals umfasste die Gemeinde 60 Mitglieder auf Probe, 80 Mitglieder, 2 Sonntagschulen mit 180 Kindern, die von 20 Lehrern betreut wurden.

Von Anfang an versuchte man, in den einzelnen städtischen Quartieren Fuss zu fassen. In Kleinbasel stellte eine reiche Dame einen Saal zur Verfügung. Daneben ergaben sich in Lörrach, Grenzach und auch in der Landschaft neue Predigtorte.

Zunächst erwies sich Basels kirchliche Landschaft augenscheinlich als tolerant. Erst als die Methodisten eigene Abendmahlsfeiern einführten, erklärten die landeskirchlichen Behörden, dass eine Teilnahme an diesen Abendmahlsfeiern einem Austritt gleichkäme. Es setzte sich die Meinung durch, dass der Methodismus etwas für Basel mit seinen grossen reformatorischen Erinnerungen und guten Werken Überflüssiges sei.

Die Besucherzahlen sprechen allerdings eine andere Sprache. Wenn an der Wallstrasse sonntags und einmal unter der Woche, und auch im Kleinbasel zweimal pro Woche gepredigt wurde, waren die Räume jeweils brechend gefüllt.

1885 wurde in der Wallstrasse ein dreifaches Jubiläum gefeiert: zum Andenken des 100jährigen Jubiläums der bischöflichen Methodistenkirche in Amerika, der 50jährigen Arbeit des Methodismus unter den Deutschen in Amerika und des 25jährigen Jubiläums der Arbeit in Basel. Damals wurden in den Sonntagschulen an der Wallstrasse, in Kleinbasel und Birsfelden ca. 1000 Kinder unterrichtet. Die Gottesdienste am Sonntag wurden ausschliesslich an der Wallstrasse abgehalten, unter der Woche aber auch in den Quartieren.

1893 konnte eine Kapelle an der Hammerstrasse eingeweiht werden und 1895 ein Bauplatz in Birsfelden erworben und die Kapelle 1897 eingeweiht werden.

Der Blick der Prediger richtete sich jedoch immer mehr ins aufstrebende Westquartier Basels.»

Quelle: Aus der «Festschrift - 100 Jahre EMK Basel - Allschwilerplatz»

 

- Statistik

Die EMK zählt in...

BS und BL: 700 Mitglieder und weitere Zugehörige

weltweit: 15 Mio. Mitglieder und weitere Zugehörige

Weltbund methodistischer Kirchen: weltweit ca. 80 Mio. Mitglieder und weitere Zugehörige

 

Entwicklungstendenzen:

In der Schweiz aufs Ganze gesehen leicht sinkend; einzelne Gemeinden zunehmend.

Weltweit spürbar wachsend. Dort, wo sich der Nachwuchs aus den eigenen Reihen rekrutiert, ist die Tendenz abnehmend; dort, wo Gemeinden wachsen, werden bisher der Kirche fernstehende Leute zum Glauben an Christus geführt.

Die Altersstruktur der EMK-Gemeinden in der Schweiz entspricht etwa derjenigen unserer Bevölkerung ohne die durch die zugezogenen Ausländer bewirkte Verjüngung.

 

Lehre und Ziele

Selbstdarstellung:

«Massgebende Grundlage für das Leben und den Dienst der EMK ist das Wort Gottes, wie es der Kirche in der Bibel anvertraut ist. Die EMK kennt drei Kriterien, mit deren Hilfe sie die Bibel liest und deren Botschaft in die heutige Zeit überträgt: Die Tradition, die Erfahrung und die Vernunft.

In der Gemeinschaft der christlichen Kirchen fasst die EMK den Glauben zusammen im apostolischen GIaubensbekenntnis.

 

In der Praxis des kirchlichen und des persönlichen Alltags stehen folgende Punkte der biblischen Botschaft im Vordergrund:

- Gottes Gnade gilt allen Menschen und alle Menschen bedürfen der Gnade, um zu einem sinnerfüllten Leben zu gelangen.

- Der christliche Glaube ist ein in Christus begründetes, persönliches Vertrauensverhältnis des Menschen zu Gott, das in der Abkehr vom Bösen und der Hinkehr zu Gott seinen Anfang nimmt (Busse, Bekehrung, Rechtfertigung). Im Glauben an Christus empfängt der Mensch Vergebung und Erlösung.

- Das Leben im Glauben ist ein stetiges "sich ausrichten" auf den im Bibelwort geoffenbarten Willen Gottes und zeichnet sich aus durch Freude und Friede (Wiedergeburt, Heiligung ) .

- Die Kirche ist eine Gemeinschaft, wo verbindliche Zusammengehörigkeit gelebt wird und wo die Verkündigung des Evangeliums und die in sozialem Engagement tätige Nächstenliebe zum normalen Alltag gehören.

- Taufe: In der EMK wird sowohl die Taufe von Kindern als auch die von Erwachsenen praktiziert. Eltern, die ihren Kindern die Entscheidung über die Taufe überlassen wollen, bringen ihre kleinen Kinder zu einer Segnungsfeier in die Kirche. Die EMK anerkennt die Taufe aller anderen christlichen Kirchen.

- Dass die EMK eine eigene Kirche ist, beruht zunächst auf der historischen Entwicklung. Heute erlebt ein Besucher die EMK im Vergleich zur reformierten Landeskirche als verbindlicher in der Gemeinschaft und aktiver im Gemeindeleben. Im Vergleich mit den anderen Freikirchen zeichnet sich die EMK in der Regel durch grössere Offenheit und mehr soziales und politisches Engagement aus. Die EMK erhebt keinen Absolutheitsanspruch. Sie versteht sich als einen Teil der vielfältigen und weltweiten Kirche Jesu Christi.»

Unsere Grundlagen

 

Zusammenarbeit

Für die EMK ist ökumenische Offenheit von grundlegender Bedeutung. Schon der Gründer, John Wesley, verstand den Methodismus immer als Reformbewegung innerhalb der Anglikanischen Kirche. Er blieb sein Leben lang Pfarrer dieser Kirche. Die Gründung der EMK geschah eigentlich gegen seinen Willen und hatte vorwiegend organisatorische Gründe und weniger lehrmässige Differenzen zur Ursache.

Heute hält die methodistische Kirchenordnung fest: «Als Methodisten reagieren wir auf den theologischen, biblischen und praktischen Auftrag zur Einheit der Christen, indem wir uns der Schau der christlichen Einheit auf örtlicher, nationaler und globaler Ebene verpflichten».

Als Mitglied des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK), des Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund (SEK), der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz, AGCK sowie der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA versucht die EMK, diesen Auftrag umzusetzen.

Ökumene

 

Eine Doppelmitgliedschaft mit der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt ist möglich. Doppelmitglieder zahlen nur die halbe ref. Kirchensteuer.

 

Organisation, Finanzen

Die EMK ist eine weltweite Gemeinschaft, zu der alle Menschen unabhängig von ihrer Ethnie, Nationalität oder ihres gesellschaftlichen Standes gehören können. Wer durch sein persönliches Bekenntnis des Glaubens als Mitglied in eine Ortsgemeinde aufgenommen wird, ist zugleich Mitglied der weltweiten Kirche.

Jede Ortsgemeinde hat einen demokratisch gewählten Vorstand (Bezirksvorstand). Die Ortsgemeinden eines Landes oder etwa 60 bis 80 Gemeinden einer Region bilden zusammen eine Jährliche Konferenz (Synode), die aus allen Pfarrern und gleichviel gewählten Gemeindegliedern besteht. Die Konferenz tagt einmal im Jahr und steht unter der Leitung des Bischofs.

Mehrere Jährliche Konferenzen bilden miteinander eine Zentralkonferenz, die ebenfalls unter der Leitung des Bischof einmal in vier Jahren tagt. Sie wählt den Bischof und gibt die für ihr Gebiet angepasste Kirchenordnung und die liturgischen Hilfen für die Gestaltung der Gottesdienste heraus.

Alle Zentralkonferenzen sind in der Generalkonferenz zusammengefasst, die ebenfalls alle vier Jahre tagt und die gemeinsamen Grundlagen der ganzen Kirche wie die Glaubensartikel, die Anforderungen für die Mitgliedschaft und das Pfarramt sowie die Organisationsformen für die Kirche festlegt.

 

Die EMK wird finanziell getragen durch freiwillige Gaben und Kollekten. Die meisten Mitglieder geben regelmässige Monatsbeiträge und Kollekten in den Gottesdiensten. Der gesamte Finanzhaushalt der EMK in der Schweiz beläuft sich auf ca. 20 Mio. Franken pro Jahr.

- ca. 50% der Mittel für Entlöhnung der Pfarrer, Pfarrerinnen und die weiteren Mitarbeitenden

- ca. 35% der Mittel für die Sicherstellung der kirchlichen Aktivitäten in den Gemeinden

- ca. 15% der Mittel für kirchliche Entwicklungszusammenarbeit und Mission im Ausland

Die Entlöhnung der rund 150 Angestellten wird über die zentralen Dienste in Zürich abgewickelt. Die kirchlichen Aktivitäten auf Gemeindeebene werden durch die Einzelgemeinde geplant, durchgeführt und finanziert.

Jede Gemeinde legt über ihre Finanzen an einer öffentlichen Bezirksversammlung Rechenschaft ab. Die Rechnung der EMK Schweiz wird an der Tagung der Jährlichen Konferenz (Synode) zur Genehmigung vorgelegt.

 

Versammlungslokal, Angebote, Auftreten in der Öffentlichkeit

In Basel-Stadt und Basel-Landschaft gibt es folgende Gemeinden, die sich teilweise zu Bezirken zusammengeschlossen haben:

 

- Bezirk Basel Allschwilerplatz

- Bezirk Birsfelden & Basel Neubad - Basel Bethesda

- Bezirk Kleinbasel

- Bezirk Liestal-Frenkendorf

- Bezirk Gelterkinden-Sissach

 

EMK-Gemeinden Schweiz

EMK-Gemeinden in Basel

 

An allen genannten Orten – ausser in Basel Neubad - finden am Sonntagvormittag Gottesdienste und Veranstaltungen für Kinder statt.

Wochentags sind Gemeinschaftsnachmittage, Bibelstudien, Hauskreise, Jugendveranstaltungen, Frauengruppen etc. auf dem Programm.

Missionsbazare und andere Veranstaltungen werden jährlich durchgeführt. Genaue Angaben und Daten sind in den Gemeindeprogrammen aufgeführt.

 

- Diakonie

Diakonische Institutionen:

- Stiftung Diakonat Bethesda, Gellertrasse 144, Basel mit Spital und Alterszentren

- Glaubens- Lebens- und Dienstgemeinschaft der Bethesda-Diakonissen

- Alterszentrum Wesley-Haus, Hammerstrasse 88, Basel

- Alterssiedlung, Klingentalstrasse 58

 

- Seelsorge

Pfarrerinnen und Pfarrer sind für beratende Begleitung ausgebildet und von der Kirche mit dem Dienst der Seelsorge beauftragt. Sie stehen allen Ratsuchenden zur Verfügung (in der Regel unentgeltlich) und können im Bedarfsfall Kontakte zu anderen Fachpersonen vermitteln.

 

- Mission

Die EMK in der Schweiz unterhält missionarische Partnerschaftsbeziehungen mit Kirchen in Bulgarien, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Polen, Mazedonien, Albanien und Serbien. Auf dem afrikanischen Kontinent werden Missionswerke in Algerien, der Demokratischen Republik Kongo und Zimbabwe, in Lateinamerika in Argentinien, Bolivien und Chile, sowie im Fernen Osten in Kambodscha finanziell und personell unterstützt.

Mission

 

Literatur, Zeitschrift

Steckel / Sommer (Herausg.): Geschichte der EMK (Stuttgart 1982, 350 Seiten)

Klaiber / Marquardt: Gelebte Gnade (Stuttgart 1993, 450 Seiten)

«Festschrift - 100 Jahre EMK Basel - Allschwilerplatz»

Broschüre 150 Jahre Methodismus in der Region Basel (2010)

EMK Schweiz Kirche und Welt (erscheint monatlich)

Lokale EMK-Gemeinden: Fast alle Gemeinden haben ihr Informationsblatt, das in der Regel alle zwei Monate erscheint.

 

Weitere Links

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Evangelisch-methodistische Kirche in Mittel- und Südeuropa


[int.Nr.:i1008]

Aktualisiert: 15.02.2016

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