Tipps für Deinen speak up! Workshop, Unterrichtsmaterialien und Hintergrundinfos zu antisemitischer und antimuslimischer Diskriminierung und dem Kontext zu Israel und Palästina
Das inforel-Team unterstützt kostenlos Gruppen in Basel-Stadt und Baselland mit interaktiven Übungen, Fachwissen für die Gruppendiskussionen und Materialien, um die Auseinandersetzung mit antimuslimischer und antisemitischer Diskriminierung zu vertiefen.
Wenn Du dich selbstständig engagieren möchtest, findest du hier kurze praxisnahe Tipps sowie einen Teil unserer Materialien.

Unsere interaktive Ausstellung ermöglicht es, Diskussionen in der Gruppe zu vertiefen. Die Plakate können vollständig oder selektiv eingesetzt werden – einige Inhalte sind komplexer (z.B. Plakat zur Opferkonkurrenz) und eignen sich eher für ältere Jugendliche, andere sind bereits für die Altersgruppe 15–17 Jahre gut zugänglich.
Die interaktive Ausstellung folgt der Methode einer sogenannten Silent Discussion. Sie ermöglicht es allen Teilnehmenden, ihre Gedanken schriftlich und ohne Lautstärke einzubringen. Dadurch sinkt die Hemmschwelle, auch zurückhaltende Personen können sich gleichberechtigt beteiligen. Beiträge bleiben sichtbar, was Reflexion, Perspektivenwechsel und kritisches Denken fördert, und ermöglicht es, sensible oder kontroverse Themen sicherer und bedacht zu diskutieren.
Lernräume zum Thema Diskriminierung müssen erlauben, Fehler zu machen. Problematische Aussagen sind oft Teil von Lernprozessen. Entscheidend ist, sie aufzugreifen, einzuordnen und gemeinsam daraus zu lernen – nicht zu beschämen oder zu sanktionieren.
Nicht jede diskriminierende Aussage ist bewusst verletzend gemeint. Trotzdem kann ihre Wirkung schmerzhaft oder ausgrenzend sein. Beides muss benannt werden: die Absicht der sprechenden Person und die Wirkung auf andere. Eine gute Absicht macht die Wirkung nicht ungeschehen.
Eine diskriminierende Aussage macht eine Person nicht automatisch zu einem „schlechten Menschen“. Kritisiert wird das Gesagte oder Getane – nicht der Wert oder die Identität der Person. Diese Unterscheidung ist einer der wichtigsten für einen wertschätzenden und konstruktiven gemeinsamen Lernprozess.
Themen wie Antisemitismus und antimuslimischer Rassismus berühren persönliche Erfahrungen, Ängste und Betroffenheit oder sind für andere auch völlig fremde Themen. Unsicherheiten, Sprachlosigkeit oder starke Gefühle sind normal und dürfen Raum haben, ohne den Dialog zu blockieren.
Lehrpersonen und Workshopleitende sind Teil der Gesellschaft und bringen eigene Prägungen, Privilegien und blinde Flecken mit. Antirassistische Bildungsarbeit bedeutet auch, die eigene Position immer wieder zu hinterfragen und dazuzulernen.

Die Auseinandersetzung mit Antisemitismus und antimuslimischem Rassismus findet im Kontext hochkomplexer und emotional belastender Weltgeschehnisse statt – aktuell insbesondere im Zusammenhang mit den Ereignissen in Palästina und Israel.
Viele Menschen sind tief bewegt vom enormen Ausmaß an Leid. Es gibt unterschiedliche Formen von Betroffenheit und Mitleiden – und auch Momente, in denen Empathie schwer oder nicht möglich ist. Das anzuerkennen, ist wichtig.
Sowohl Jüdinnen:Juden als auch Muslim:innen sind seit Langem Teil der Schweizer Gesellschaft und rechtlich gleichgestellt. Dennoch erleben viele von ihnen Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt. Antisemitismus und antimuslimischer Rassismus haben eine lange Geschichte. Globale Ereignisse wirken dabei häufig als Katalysatoren, was sich auch seit dem 7. Oktober 2023 in Medien, Schulen und im Alltag Betroffener zeigt.
Diese Formen von Rassismus und Antisemitismus sind keine individuellen Vorurteile sondern gesellschaftliche Strukturen, die durch politische Debatten, kollektive Verunsicherung und globale Konflikte verstärkt werden.
Auch wenn globale Konflikte durch Workshops nicht gelöst werden können, können wir Verantwortung vor Ort übernehmen: in Schulen, Jugendgruppen und Gemeinschaften – und Räume schaffen, in denen Respekt, Sicherheit und Aufmerksamkeit wachsen.
Zur weiteren Vertiefung dient die Materialsammlung.
Im Folgenden verlinken wir unterschiedliche Materialien, Expert:innenmeinungen und Ansätze, die darauf abzielen, ein tieferes Verständnis der verschiedenen Facetten zu ermöglichen und einem stärkenden Miteinander in dieser belasteten Zeit dienen.
Beratungstellen & Sorgentelefon:
Die Studie des Schweizerische Zentrum für Islam und Gesellschaft (SZIG) rückt die Erfahrungen betroffener Personen in den Fokus. Die Befragungen zeigen, wie sich antimuslimischer Rassismus auf das Leben der Menschen auswirkt, welche Bewältigungsstrategien sie entwickeln und welche gesellschaftlichen Strukturen die Ausgrenzung verstärken. Die Studie schliesst mit konkreten Empfehlungen zur Prävention von antimuslimischem Rassismus. Zum Download (inklusive Kurzfassung) hier.
Erschienen Februar 2025.
Betroffene von Antisemitismus wenden sich eher an Vertrauenspersonen oder Beratungsangebote von auf Antisemitismus spezialisierten Stellen. Relevant für die Erfassung des Ausmasses von Antisemitismus sind deshalb beispielsweise die Berichte vom Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund (SIG) zusammen mit der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA). Zum aktuellen Bericht hier.
Erschienen März 2025.
Für alle, die nicht gerade Nahostexpert:innen sind, ist die Situation zwischen Israel, Palästina und den weiteren involvierten Ländern schwer zu überblicken. Die Konflikte schienen einmal weit weg von uns hier in Basel. Aber die Gewalteskalationen im Nahen Osten beeinflussen mehr und mehr auch die Schweiz .
Der Krieg in Nahost bekommt weltweit Aufmerksamkeit, wird viel diskutiert und fordert Positionierungen. In diesem Prozess finden sich auch vermehrt antisemitische und antimuslimische Aussagen und Handlungen.
Ja, das Thema ist kompliziert, schmerzhaft und macht sprachlos. Aber: Wenn wir aufhören, über menschenfeindliches Verhalten zu sprechen, geben wir dem nur Futter. Deswegen: «speak up, für Menschlichkeit!»
Als Reaktion auf die Ereignisse am und nach dem 7. Oktober 2023 wurde 2024 das Pilotprojekt Speak Up! durch die Israelitische Gemeinde Basel (IGB), die Basler Muslimkommission (BMK) und den Runden Tisch der Religionen beider Basel ins Leben gerufen, um dem Ohnmachtsgefühl eine Aktion entgegenzusetzen. Mehr dazu hier.
Ab 2025 übernimmt inforel dieses Projekt und entwickelt es weiter.
